Sonntag, 28. Oktober 2018

Nein, ich bin nicht ausgewandert

Nach soo langer Blog-Abstinenz soll es endlich mal wieder ein "Lebenszeichen" geben ...

Ich würde euch jetzt gern erzählen, ich konnte mich nicht um meinen Blog kümmern, weil

  • ich um die Welt gesegelt bin und mein Internet zu Hause vergessen hatte ;)))
  • ich in die unendlichen Wälder von Schweden ausgewandert bin und habe bis gerade eben Holz gehackt für den Winter
  • oder...ich war ein halbes Jahr zum Schweige- und Yoga-Retreat auf Bali 

Aber nix von alledem stimmt. Wahr ist: ich habe gearbeitet, war oft wandern, habe Bücher gelesen, war im Kino und war wieder arbeiten, habe leckere vegetarische Sachengekocht und gebacken und bin verreist...und habe dann meine komplette "Rest"zeit in ein berufliches Blogprojekt gesteckt.

Aber bevor ich dazu mehr erzähle, nehme ich Dich mal mit durch meine letzten Monate...

Im Frühjahr und immer wieder auch im Sommer war ich auf dem 66-Seen-Weg unterwegs, der sich rund um Berlin schlängelt und manchmal großzügige Kurven z.B. durch den Spreewald einbaut...also man läuft nicht exakt die Stadtgrenzen ab ;)

  

....ich bin im Regen gelaufen und bei 30 Grad, habe im Wald geschlafen...und bin in viele Seen gesprungen, die ich vorher nicht kannte.
So schön ist es knapp vor der Haustür ;)) ...gut dass ich IMMER NOCH NICHT ganz rum bin - insgesamt sind es 400 km...und bis jetzt habe ich wohl 300 km abgewandert.


Im Mai durften meine Wanderschuhe sich dann statt im Brandenburger Flachland mal auf richtigem Felsgestein und Höhenwegen austoben - wir wanderten 14 Tage in der Tramuntana. Das ist der phantastische Gebirgszug auf Mallorca (bis zu diesem Wanderurlaub habe ich mich immer mit Händen und Füßen gewehrt: "...nee, nach Malle kriegen mich keine 10 Pferde!!" 
    

Und was soll ich sagen...Ich war einfach nur schockverliebt! So wunderbare Plätze, die wir besucht haben...Gassen und Dörfer jenseits von Massentourismus-Charme, herrliche Natur...die sogar duftet, wenn die Orangen blühen...einfach der Wahnsinn!

Nach dem Wandern verbrachten wir noch ein paar Tage in einem winzig kleinen Häuschen in einem Orangengarten. Es war völlig ausreichend, dass der größte Raum eine urig-gemütliche Küche war...wir wollten eh nur auf die Orangen und auf die Bergkulisse schauen. (In der Collage, das ganz rechte Foto in der obersten Bilderzeile ist diese Küche und die beiden folgenden Bilder)


 ...ich bin ganz schön viel zu Fuß unterwegs gewesen, fällt mir auf... ;)
Im September musste Mr. Urban White mit und wir sind durch die abwechlungsreiche Natur des Spreewaldes gewandert. Ruhe, Natur und Spreewaldgurken! 


Mittlerweile sind wir tatsächlich im Herbst gelandet - mal sehen, ob es mich zum Wandern nochmal aus der Hütte zieht...

Aber ich wollte ja auch was zum beruflichen Blog erzählen...
Wie jede von Euch weiß, die auch einen Blog haben - das braucht Zeit und Muße! ...und als ich meinen beruflichen Blog "Kinderwunsch-Relax"startete, habe ich soviel Liebe, Power und Zeit hinein gegeben, dass die einfach hier im Blog fehlte...Was wird nun aus Urban White? Ich mag diesen Blog auf keinen Fall aufgeben, dafür liebe ich Urban White zu sehr. Wahrscheinlich werde ich hier andere Rhythmen finden und zwar selten, aber kontinuierlich schreiben...also lauft nicht alle davon, der Blog ist nicht tot ;)))

Und auch wenn es thematisch was gaaaanz anderes ist, schaut doch gerne mal, was ich sonst noch so blogge 😃😉auf Kinderwunsch-Relax

Und neben Wandern und Arbeiten habe ich auch immer für das leibliche Wohl gesorgt - hier meine Lieblingspizza nach Alys Fowler mit Ruccola und KAPERN!


So, und nu mach ich es mir gemütlich - ich bin irre glücklich, dass ich diesen Post heute zustande gebracht habe und wünsche Euch eine inspirierende Woche, lasst euch nicht von den Herbststürmen ärgern und holt die dicken Wollsocken von Oma raus 😄

Liebste Grüße

Eure 

Montag, 21. Mai 2018

Jenseits der Wege...

Was gibt es schöneres als ein laaanges freies Wochenende (ja, na gut: ein langer Urlaub:), aber gerade der Wonnemonat Mai beschert uns durch seine Feiertage und Brückentage ja allerlei freie Zeit, die es gut zu nutzen gilt. Man könnte seine Steuererklärung machen, Fenster putzen...oder einfach abhauen...


Und so planten das Tochterkind und ich im "Gut-Wetter-Modus" das 1. Trainingslager für die geplante Winter Nordkap Tour...die uns 2019 zu den Nordlichtern führen wird (Warum?...das könnt ihr hier nachlesen)
Wir wollten abseits der großen Straßen die heimische Ostsee erkunden, das enge Miteinander erproben (1. Lektion: Schulung der kommunikativen Fertigkeiten: ...wer sagt, wo´s lang geht und wer hat das letzte Wort?), das "Einfach-im-Auto-schlafen" (mit Hund!) erproben: auf Feldwegen, verlassenen Waldparkplätzen und im Niemandsland...und ein Gefühl entwickeln, was wir wohl alles brauchen werden, wenn´s in den hohen Norden geht (...zum Beispiel: eine 2. Auto-Batterie, ein durchdachtes Stau-Konzept für Socken, Lebensmittel und Kleinteile und Hörspiele)


Unsere erste Nacht verbrachten wir kurz unterhalb von Barhöft auf einem Waldparkplatz "ohne alles" außer Mülltonne - dafür ein unglaubliches Sternenzelt in der Nacht! ...kurz vor 22:00 Uhr brach der "Krimi" Moment an...ein anderes größeres Auto fuhr langsam Kreise auf dem Parkplatz...parkte
...wir hielten die Luft an..."Steigt da wer aus?? Kannst Du was sehen..?" Grusel, Grusel... ! Bella wollte schier platzen, wollte alle und jeden verbellen und "auffressen"...durfte aber nicht...grummelte beleidigt vor sich hin... Nach einigen Minuten war klar, ein Paar, das auch "einfach-im-Auto" übernachten wollte...na dann: Gute Nacht allerseits!


Jenseits der Wege, der viel befahrenen Straßen auf den die Ostsee-Touristen dahinströmen, entdeckten wir unglaublich schöne Dörfer und Orte, zum Innehalten. Wir versuchten die Insel Koos zu besuchen (ich hielt mich bis dato für sehr Ostsee erfahren, hatte aber noch nie was von Koos gehört)...und es gelang uns auch nicht, weil wir uns doch auf den letzten Metern vor der Insel von Verbotsschildern abhalten ließen (das macht das winzige Inselchen um so geheimnisvoller), dafür "fanden" wir andere Orte, wie Gristow mit kleinem Hafen, dem Fischrestaurant "De Fischer un sin Fru" und einer imposanten Kirche und mancherorts Strand, an dem NIEMAND war, obwohl alle bekannten Badeorte der Ostsee sicher über Himmelfahrt aus allen Nähten platzten.


Etwas, dass wir schnell lernten: Es kommt IMMER ein Platz an dem man stehen, parken oder auch übernachten kann...man braucht nur etwas Geduld und sollte nicht schon nach 20 Minuten panisch werden...denn hinter der nächsten Biegung, dem nächsten 3-Seelen-Dorf kommt garantiert der ultimative Halteplatz für´s Kaffee-Päuschen ;)


Da uns nichts trieb, wir weder Ziel noch Ankunftszeiten hatten, wir uns "verfahren" wollten - denn das war das Ziel, begegneten uns auch verwunschene, ja mystische Dinge wie das ganz und gar von Apfelbaum und Holunder überwachsene Holzboot... wie aus der Zeit gefallen. Welche Geschichte sich wohl dahinter verbirgt?

Kulinarisch ließen wir es uns gut gehen: mit einem Camping-Gas-Kocher zauberten wir leckere "Ein-Topf-Gerichte" garniert mit dem, was die Wiese so hergab: Löwenzahn und Spitzwegerich ;)


Eine weitere Lektion des Roadtrips war: Spätestens alle 3 Tage sehne ich mich nach einer heißen Dusche...und daher verbrachten wir eine Nacht auf dem Gelände einer Kite-und Surfschule - ein schön schlichter und entspannter kleiner Caravan-Stellplatz mit Duschen, Strandbar und Holz-Bänken zum Sitzen und Kochen. Schon das ist gefühlt und gelebter Luxus, wenn man sein Glas mal kippelfrei abstellen kann! Gerade wenn man mit einem sehr aufgeregt-neugierigem Hund unterwegs ist, ist alles auf dem Boden abgestellte in unmittelbarer Gefahr...

Unser Mutter-Tochter-Roadtrip war ein wunderbarer Auftakt in Sachen, dem Leben die Chance geben, dass es einem begegnet...es waren die kleinen Momente, die zählten, in Erinnerung bleiben werden und weniger die "gemachten Kilometer" oder wie Goethe schon so schlau schrieb:


Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen.
Denn das Glück ist immer da. 
(Goethe "Erinnerung")

Schon das Nachbar-Bundesland kann zum exotischen Reiseziel werden, wenn man die Sehenswürdigkeiten und Hotspots mal links liegen lässt und einfach mal JETZT rechts abbiegt...

Die kostbare Nebenwirkung so eines Haustür-Abenteuers ist die miteinander verbrachte Zeit...

In diesem Sinne wünsche ich euch ein lauschiges Plätzchen, den Lieblingsmensch an eurer Seite und Zeit beides zu genießen ;))


Herzlichst, Eure 




Sonntag, 15. April 2018

Das Prinzip Vorfreude

...ist für mich eine wichtige mentale Strategie. Als Kind freut man sich mithilfe von Süßigkeiten 24 Tage auf Weihnachten...spätestens ab Mittwoch freue ich mich auf Freitag, denn da beginnt gefühlt das Wochenende...und ab Februar lauere ich stets im Wald auf die ersten Frühlingszeichen und freue mich über jedes kleine neue Grün und dicker werdende Blattknospen. Und warte voller Vorfreude. Jeder Tag ein neues "Türchen" im Kalender.
Und dann...quasi über Nacht legt der Wald in einem magischen Moment sein schönstes Frühlingskleid an...und schmückt sich mit leuchtend-weißen Buschwindröschen-Teppichen.


 
So ein leuchtend weißer Frühlingswald hat etwas ganz märchenhaftes, zauberhaftes an sich und ist eines meiner schönsten Frühlingsmomente. Ich werde dann ganz ehrfürchtig vor dem Wunderwerk, dass Mutter Natur da jeden Moment im Verborgenen und Offenbarten vollbringt, egal ob sie gut geschlafen hat, oder ob sie Montag-Morgen mag oder nicht...sie lässt blühen und wachsen...und vergehen. 


Und da ich eh den Blick schon auf dem Boden hatte, war ich gespannt, ob ich nicht auch ein paar wilde Hopfensprösslinge und frische Brennnesseln finden und pflücken kann. 
Oh jaa, da am Wiesenrand machte sich ein ganzes Nessel-Meer drauf und dran ein Brennnessel-Ozean zu werden. Ein paar Spitzen kamen ins Körbchen - genug um daraus ein so was von "Super-Food" verdächtiges Pesto zu zaubern ;) 
Das wird ein festliches Frühlings-Abendmahl! Voila ...der Gruß aus dem Wald:




...das war soo lecker!! Und so schnell fertig und aufgefuttert...dass ich nicht mal ein Foto 
geschafft habe. Aber hier habe ich mein Brennnessel-Pesto schon mal vorgestellt.
(Am Rand hab ich heute auch mal eines meiner inspirierenden Bücher verlinkt:
"Wilde Waldküche" - ein echter "Un"kräuter -Schatz mit wunderbaren Fotos und Rezepten.)

Das Prinzip Vorfreude lockt mich jeden Morgen in mein Gärtchen...vor zwei Wochenenden habe ich meine Hochbeete mal um einen halben Meter vor-verrückt, neu befüllt mit frischer Komposterde (ein Hoch auf den Kompost-Sieber;) und schon ein bisschen was gesät...und nun freue ich mich jeden Morgen auf das Entdecken neuer winzig kleiner Keimblättchen von Schwarzkohl, Ruccola, Salat, Mangold und Steckrübe...nur die Petersilie lässt sich noch nicht blicken...na, das wird schon noch! 


...und im Geiste sehe ich schon die Gemüse-Kinder sich in den Beeten drängeln.
Im Mai kommen noch Busch-Bohnen und Kapuzinerkresse dazu und wenn immer noch Platz sein sollte...noch mal Salat (Tomaten und andere edle Gemüse wie Paprika werden nix in meinem Wald-Schatten...) Merkwürdigerweise mag mein Beinwell den sandig-trockenen Boden unter einer großen Tanne und flieht schon aus seiner Beetbegrenzung...;)) Auch wenn jetzt ein Aufschrei des Entsetzens losbrechen sollte - aber die frisch ausgetrieben Beinwell-Blätter ess ich sogar*...

Also: zwei feine Beinwell-Blätter mit Kräuterfrischkäse bestrichen (das hält super - die Blätter haben einen Flaum) die Blätter wie zwei Klappstullen aufeinanderlegen, panieren und in heißem Olivenöl kurz braten...dazu frisches Pesto oder Preiselbeersoße...hmmm!!

So und freu ich mich sogar auf Montag...denn nur noch ein paar Tage und wir packen unsere Wanderschuhe ein und fliegen in den Urlaub ;))) Yippii!!

Ich wünsche Euch einen zauberhaften Frühling
Liebste Grüße
Eure





*... Beinwell, die wunderbare Knochenheilpflanze enthält Pyrrolizidinalkaloide...und das ist halt giftig, da Leberschädigend, aber nur wenn man irre viel davon isst...aber wie bei den meisten Dingen: die Menge macht das Gift. Auch Salz oder Zucker kiloweise gefuttert, wäre bzw. ist lebensgefährlich. (Na gut der Vergleich hinkt...Salz ist keine Pflanze, aber ihr wisst schon was ich meine...)




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