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Sonntag, 15. April 2018

Das Prinzip Vorfreude

...ist für mich eine wichtige mentale Strategie. Als Kind freut man sich mithilfe von Süßigkeiten 24 Tage auf Weihnachten...spätestens ab Mittwoch freue ich mich auf Freitag, denn da beginnt gefühlt das Wochenende...und ab Februar lauere ich stets im Wald auf die ersten Frühlingszeichen und freue mich über jedes kleine neue Grün und dicker werdende Blattknospen. Und warte voller Vorfreude. Jeder Tag ein neues "Türchen" im Kalender.
Und dann...quasi über Nacht legt der Wald in einem magischen Moment sein schönstes Frühlingskleid an...und schmückt sich mit leuchtend-weißen Buschwindröschen-Teppichen.


 
So ein leuchtend weißer Frühlingswald hat etwas ganz märchenhaftes, zauberhaftes an sich und ist eines meiner schönsten Frühlingsmomente. Ich werde dann ganz ehrfürchtig vor dem Wunderwerk, dass Mutter Natur da jeden Moment im Verborgenen und Offenbarten vollbringt, egal ob sie gut geschlafen hat, oder ob sie Montag-Morgen mag oder nicht...sie lässt blühen und wachsen...und vergehen. 


Und da ich eh den Blick schon auf dem Boden hatte, war ich gespannt, ob ich nicht auch ein paar wilde Hopfensprösslinge und frische Brennnesseln finden und pflücken kann. 
Oh jaa, da am Wiesenrand machte sich ein ganzes Nessel-Meer drauf und dran ein Brennnessel-Ozean zu werden. Ein paar Spitzen kamen ins Körbchen - genug um daraus ein so was von "Super-Food" verdächtiges Pesto zu zaubern ;) 
Das wird ein festliches Frühlings-Abendmahl! Voila ...der Gruß aus dem Wald:




...das war soo lecker!! Und so schnell fertig und aufgefuttert...dass ich nicht mal ein Foto 
geschafft habe. Aber hier habe ich mein Brennnessel-Pesto schon mal vorgestellt.
(Am Rand hab ich heute auch mal eines meiner inspirierenden Bücher verlinkt:
"Wilde Waldküche" - ein echter "Un"kräuter -Schatz mit wunderbaren Fotos und Rezepten.)

Das Prinzip Vorfreude lockt mich jeden Morgen in mein Gärtchen...vor zwei Wochenenden habe ich meine Hochbeete mal um einen halben Meter vor-verrückt, neu befüllt mit frischer Komposterde (ein Hoch auf den Kompost-Sieber;) und schon ein bisschen was gesät...und nun freue ich mich jeden Morgen auf das Entdecken neuer winzig kleiner Keimblättchen von Schwarzkohl, Ruccola, Salat, Mangold und Steckrübe...nur die Petersilie lässt sich noch nicht blicken...na, das wird schon noch! 


...und im Geiste sehe ich schon die Gemüse-Kinder sich in den Beeten drängeln.
Im Mai kommen noch Busch-Bohnen und Kapuzinerkresse dazu und wenn immer noch Platz sein sollte...noch mal Salat (Tomaten und andere edle Gemüse wie Paprika werden nix in meinem Wald-Schatten...) Merkwürdigerweise mag mein Beinwell den sandig-trockenen Boden unter einer großen Tanne und flieht schon aus seiner Beetbegrenzung...;)) Auch wenn jetzt ein Aufschrei des Entsetzens losbrechen sollte - aber die frisch ausgetrieben Beinwell-Blätter ess ich sogar*...

Also: zwei feine Beinwell-Blätter mit Kräuterfrischkäse bestrichen (das hält super - die Blätter haben einen Flaum) die Blätter wie zwei Klappstullen aufeinanderlegen, panieren und in heißem Olivenöl kurz braten...dazu frisches Pesto oder Preiselbeersoße...hmmm!!

So und freu ich mich sogar auf Montag...denn nur noch ein paar Tage und wir packen unsere Wanderschuhe ein und fliegen in den Urlaub ;))) Yippii!!

Ich wünsche Euch einen zauberhaften Frühling
Liebste Grüße
Eure





*... Beinwell, die wunderbare Knochenheilpflanze enthält Pyrrolizidinalkaloide...und das ist halt giftig, da Leberschädigend, aber nur wenn man irre viel davon isst...aber wie bei den meisten Dingen: die Menge macht das Gift. Auch Salz oder Zucker kiloweise gefuttert, wäre bzw. ist lebensgefährlich. (Na gut der Vergleich hinkt...Salz ist keine Pflanze, aber ihr wisst schon was ich meine...)




Sonntag, 18. Februar 2018

Wohlfühlkalorien und grüne Anti-Stress-Prophylaxe

Hui, der Februar hat es in sich...Erscheint der kürzeste Monat unspektakulär und glänzt frostig mit kühlem Charme, so hatte er doch für mich eine sehr arbeitsintensive Zeit im Gepäck. Klar hat der Tag "nur 24 Stunden" - aber wenn man gefühlt an manchen Tagen nur 4 Stunden "wach" ist, ist das verdammt kurz ;))



Da musste ich mich mit kleinen legalen Doping-Mitteln behelfen: Wohnfühlkalorien in Form von Hildegard-Kuchen, Weihnachtsmann-Reste und meine wilden Kräuterfreunde...
An frostfreien Tagen sprießt die Natur als habe sie einen Deal mit der Sonne gegen das Winter-Grau geschlossen: wenn die Vogelmiere 10 cm schafft, dann kann der Winter einpacken, dann ist Frühling... Der Winter hält trotzig dagegen und knabbert über Nacht mit seinen Frostzähnen die gewachsenen Zentimeter wieder auf 5 cm runter...



Ich drücke der Sonne die Daumen (da bin ich parteiisch) und freue mich am Wachsen von Gundelrebe, Wiesenschaumkraut und Scharbockskraut...Vogelmiere und frischen Zitronenmelisseblättchen. Lecker Unkraut!!! (Die meisten meiner Nachbarn würden schier panisch werden, wenn es sooo in ihren Beeten wuchert ;))

Das grüne Zeug hilft wunderbar gegen Winter-Müdigkeit und mentalen Anflügen innerer Zerrissenheit...boah, wieder nicht alles geschafft, kuck nur mal auf deinen Schreibtisch...!!!  

Dann lass ich nämlich sämtliche Schreibtisch-Häufchen sich weiter aufstapeln und geh erstmal raus... Die Nase kurz über dem Garten- oder Waldboden - das bringt mich herrlich wieder runter ;) Man könnte es ganz hip als "natural Mentalcoaching" oder "Waldbaden mit Achtsamkeitstraining" bezeichnen...für mich ist es "Mein Anti-Stress-Programm" ;)



All die kleinen frischen Blättchen ergaben eine feine grüne Kräuterbutter, die sich phantastisch auf frisch gebackenen Brotfladen machte...das Einfache ist doch oft das Beste!




Gestern hielt ich auf einer großen Veranstaltung einen sehr speziellen Vortrag zur Wirkung von Stress auf das Immunsystem und muss doch heute sehr schmunzeln... ich sollte mir ab und zu einfach mal selbst zuhören ;) ...denn seit Tagen kichern die kleinen Stresshormone in mir und lassen mich nicht gut schlafen, meine Nebennieren stöhnen...und mein Kopf rattert... So, Feierabend! Hildegard hilf!! Da muss ein Kuchen her - schnell...mit Sahne!!!
Da schon Hildegard wusste "...wer ein leeres Hirn hat, der esse oft Mandeln" und Zimt "...es löst die schädlichen Säfte, die den Kopf stumpf machen" und da die Nervenkekse mir zu wenig süß erschienen, fiel meine Wahl auf den bewährten Hildegard-Kuchen - nahm aber nur die Hälfte des Rezepts....Hm, der duftet!



Und zack...Sofort-Heilung meiner Stress-Symptome! Müsst ihr mal ausprobieren ;))
"....zu Risiken und Nebenwirkungen nicht Waage und Hosenbund befragen..." Denn auch die Sahne enthielt einige Stoffwechsel aufmunternde Stoffe wie Zimt und Amaretto...Ja, ja, das Notfall-Kit gegen Winterblues ;)  

Und auch noch nicht erwähnt: endlich haben wir mal wieder den Pinsel geschwungen und die Küche renoviert...da kann doch der Frühling kommen...hach, herrlich, so frische Farbe an der Wand (...auf den Hausschuhen, der Jeans...und sonst wo)



Wie ihr sehen könnt, die wunderbaren Apothekergläser, die ich mir im Silvesterurlaub gegönnt habe sind zwar noch ungefüllt, aber sehen schon verdammt gut aus.
Nee, die bleiben sicher nicht über der Spüle stehen, da ist sicher zu feucht für Teekräuter, Gewürze & Co., aber zum Anschauen stehen sie da erst mal gut ;)


So, jetzt geh ich mal wieder schauen, wie weit die Vogelmiere so gekommen ist...vielleicht ist ja bald Frühling. ...und bisserl draussen sein, ist auch mit "ohne Sonne" entspannend...und danach ein dickes Stück Kuchen...

Macht es Euch gemütlich - einfach mal alles liegenlassen - es läuft meist nicht weg ;)


Liebste Grüße
Eure  
   







Samstag, 11. November 2017

Nerven behalten dank Hildegard

Kaum Nachmittag und schon wieder dunkel... meine innere Uhr tickt nicht richtig oder hat noch Umstellungsprobleme und will mich oft schon gegen 19:00 Uhr ins Bett schicken..."Na, ist doch dunkel...da gehörst du in die Federn, bist eh müde!" 

Dabei hat das November-Dunkel doch auch sooo was entspannt Ruhiges und Gemütliches.
Letzte Woche hab ich Hildegard von Bingens "Nervenkekse" gebacken. Die 
duften und schmecken einfach göttlich! ... und nebenbei wirkt die Muskatnuss im Hirn als kleiner "Hallo-Wach-und-Wunderbar"-Zauber, daher darf man nie mehr als 3 Kekse essen, sonst wird man "zu schlau" meint die heilige Hildegard. Na, dann mach ich sie halt ein bisserl größer...  


Ich koche gern und häufig mit Hildegard Kräutern und auch sonst fließen ihre Ansichten zu Heilmitteln in meinen beruflichen und privaten Alltag. Vom November hat sie nicht allzu viel gehalten - er bringe die Schwermut des Winters ...Ich stell es mir auch nicht sonderlich warm und gemütlich in einem mittelalterlichen Kloster um diese Jahreszeit vor. 

Noch hatte ich keine Lust Plätzchen zu backen, aber ich wollte etwas warmes, duftendes und krümliges...ah, meine Hildegard-Kekse. Die helfen nicht nur wunderbar gegen Unkonzentriertheit und "Unbegabtheit" ... es sind wahre Herbst-Heiler ;)


"Nimm Muskatnuss, im gleichen Gewicht Zimt und etwas Nelken und pulverisiere das. Und dann mach mit diesem Pulver, mit Mehl und etwas Wasser Törtchen und iss diese oft, und es dämpft die Bitterkeit des Herzens und des Sinnes, es öffnet dein Herz und macht deinen Geist fröhlich, mindert alle schädlichen Stoffe in dir, verleiht deinem Blut einen guten Saft und es macht dich stark."  Hildegard v. Bingen



Hmmm, schon der rohe Teig ist soo lecker...der zählt ja wohl nicht - schließlich heißt es "Man darf nur drei Kekse und Teig ist Teig und kein Keks" ;))) 
Sie werden auch nicht "kross" gebacken - nein, sie müssen etwas sanft und weich sein, wenn man sie aus dem Ofen holt. Und dann: Finger weg und kalt werden lassen...! Am besten 2-3 Tage ruhen lassen und:  Nur kucken, nicht naschen!!
"Mr.Urban White, woher kommen die Krümel...??"   Öhhh...hmmm...!


Falls Du auch noch ein bisserl Wach, Warm und "gute Säfte" brauchst, hier das Rezept:

Teig: 
                    500g Dinkelfeinmehl Type 1050 geht auch mit Dinkelvollkornmehl

                    2 Teelöffel Weinsteinbackpulver
                    2 Eier
                    200g Rohrohrzucker (mir reichen auch 180g)
                    1/2 Teelöffel Zitronensaft oder Abrieb der Schale (geht auch ohne)
                    250g Butter
                    100g gemahlene Mandeln
                    20-40g Gewürzmischung (45% Muskat, 45% Zimt und 10% Nelke) - bei mir sind                             das je 2 Teelöffel Muskat und Zimt und knapp 1 Teelöffel Nelke - dann zeigt die Waage 30g

Alle Zutaten verkneten und den Knetteig für 1 Stunde in den Kühlschrank stellen. Jetzt entweder mit dem Nudelholz ausrollen und Plätzchen ausstechen oder Kekse "von der Rolle" schneiden. (sieht man auf dem oberen Bild)
Auf einem gefetteten Blech oder Backpapier bei 175 - 200 Grad im vorgeheizten Ofen ca. 10-12 Minuten backen. Die Plätzchen sollten noch etwas locker und feucht sein.

Und nicht vergessen: Pro Tag maximal drei Plätzchen essen, sonst wird man zu klug.
(Muskatnuss ist nicht nur Gewürz sondern hat auch eine psychotrope Wirkung ...die Menge machts ;) Daher gerade bei den Gewürzen und insbesondere bei der Muskatnuss auf Bioware achten...fürs Hirn nur das Beste ;)) Hui, hoffentlich fällt das jetzt nicht unters BtMG (Betäubungsmittelgesetz)...

Für die Finger gab es auch noch was zu tun...ich hatte endlich einige verhungert aussehende Lärchen gefunden und konnte ein paar Zweiglein sammeln...wollte doch auch so schöne Kränze haben wie die Jacqueline von Princessgreeneye Deren Kränze sind einfach traumhaft! Und ich freu mich jetzt an meinen "Strubel-Exemplaren" ;))



Aufs Foto hat es nur einer geschafft...dann war ja schon dunkel. Insgesamt sind es drei Kränze geworden: ein kleiner für eine dicke Kerze und ein "Draussen-Kranz". Freu Freu!!

So meine Lieben, ich zünd jetzt ein paar Kerzen und im Kamin das Feuerchen an und schnapp mir einen Krimi ...;)

Ich wünsche Euch ein Nerven-stärkendes Wochenende und freu mich, dass Ihr da wart auch wenn ich gerade so eine selten-schreibende Bloggerin bin...! 

Liebste Grüße
Eure








Freitag, 3. November 2017

Pilz to go...

Erstaunlich wie schnell der Herbst sein Gesicht und Gemüt ändert...von wonnig warm zu klapper kalt... heute könnte ich echt schwören, dass das Thermometer es nicht in den zweistelligen Bereich geschafft hat ;) dabei hatten das erwachsene Tochterkind und ich vor einer guten Woche einige wunderbare "Mutter-Kind-Kur"-Tage im Wald ;)
Eigentlich wollten wir durch Museen bummeln und uns an kiloweise Kuchen in kleinen Cafes versündigen, um dann eventuell mal ins Kino zu gehen...aber es kam anders...


Sobald morgens die Sonne entschied doch vorbeizuschauen, verwarfen wir alle Pläne à la "Komm wir machen Kultur..." und sprangen mit Körbchen und Messern, Brötchen und Thermoskanne bewaffnet ins Auto. Wir hörten den Ruf des Waldes... und mussten ihm folgen;)
Auf der Jagd nach Pilzen, die gerade in so unfassbarer Menge aus dem Boden schossen, gerieten wir in ein regelrechtes "Sammlers-High" ... Wir konnten unmöglich aufhören:  Hah!!! Da vorn...der aller-allerschönste Pilz  und daneben gleich noch einer...das ist meiner, geh da nicht ran...!




Ab dem ca. 3. Sammler-Tag wollten wir eigentlich nur noch in den Wald, um Deko-Material zu sammeln, für Kränze und soo ...aber nein, das Tochterkind voll im Pilz-Rausch konnte einfach nix stehen lassen und so mussten wir uns einen weiteren Tag in Folge ein Pilzgericht überlegen...


In der Küche stapelten sich bereits alle verfügbaren Bleche und Bretter mit Pilzen zum Trocknen...zum Abendessen gab es: Pilz-Pasta mit feiner Sahnesoße, italienische Knoblauch-Pilze, Pilze als rustikale Pilzpfanne...und Pilze als Brotaufstrich zum Frühstück... ich sehnte mich (fast) danach, endlich mal wieder was anderes zu essen...


Aber solch herrlich Pilze kann man doch nicht stehen lassen..oder? Zum Schluß habe ich sogar Pilze eingefroren für spätere Pilz-Risottos im Winter...

Ab dem 3. Tag habe ich dann (fast) nur noch Zweige für Kränze gesammelt und immer ganz schnell die Augen zugekniffen, wenn ich an Pilzen vorbeikam ;) Boah bitte, es heißt doch eigentlich "Pilze suchen" - davon war in unseren Wäldern nicht die Rede...wir haben eher "geerntet".


Aus den Deko-Zweigen wurde z.B. ein Haar-Kranz für Wald-Elfen ...;) Wahrscheinlich hat sie damit einen Pilzzauber ausgeübt...ich musste sie quasi gewaltsam aus dem Wald zerren: Ich: "Mach die Augen zu...wir fahren jetzt wieder schön zurück in die Stadt und gehen lecker Kuchen essen..."
Tochter-Kind: "Menno, bitttte, nur noch 5 Minuten...!!!"
Das wär doch so praktisch, wenn ich aus den Pilzen hätte Kuchen backen können...


Tja, so hatten wir also Unmengen frische Luft und Bewegung...und Pilze. Es war herrlich meditativ und erholsam...und Kultur können wir ja auch später noch machen...Obwohl, an einem Abend haben wir es ins Konzert der bezaubernden "Lola Marsh" geschafft...unglaublich wieviel Stimme in so einer zarten Person stecken kann...ich war ganz von den Socken! Mein allerliebstes Lieblingslied, falls ihr mal reinhören wollt: "You´re mine"

Jetzt, nach einer Woche ohne Pilzgericht, könnte man mal wieder in den Wald gehen..nur mal schauen ...;) Vielleicht mal ein paar Pilze sauer einlegen...das wäre sicher auch fein!


Ich bin schon gespannt, wie das Wetter am Wochenende wird...;)
Ich wünsche Euch ein entspanntes und gemütliches Wochenende und vielleicht kennt ja eine von Euch ein Back-Rezept in dem Pilze die Hauptrolle spielen...ich befürchte, mich "springen" wieder einige an, wenn ich meinen Fuß zum Sonntagspaziergang in den Wald setze...;)

Liebste Grüße
Eure






Samstag, 1. April 2017

"Zickige Tanten"


...so bezeichnete der Obergärtner von Ettenbühl James Foggin die Königin der Rose (aber nur im Scherz). Ich hatte mir kurzerhand einen Rosenschnittkurs in der Königlichen Gartenakademie gegönnt, nachdem ich wieder sehr zauderlich vor meiner englischen Rose stand, die irgendwie nicht so richtig in die Pötte kommt... Da klappert man mit der Schere und weiß nicht so recht, wo nun ansetzen. Die treibt doch so schön, aber irgendwie auch sehr dünn und formlos. James wusste Rat: "Nur nicht zimperlich, durch Schnitt kann man im Grunde keine Rose umbringen". (Sein Wort in Gottes Ohr)

Da wir nach dem Theorie-Teil: passende Sorten für alle Gärten (die sofort "Haben-Wollen" auslösen) Rosenkrankheiten, Rosenpflege und Rosenschnitt in der Theorie (super einfach - nix mit 3. Auge außen...)
Sahen wir mit erschrockenen Herzen zu, wie James beherzt die Königlichen Akademie Rosen 1. ohne Handschuhe bei den Dornen packte und sie 2. schnipp schnipp schnapp schnitt. Eins zwei fix... Neben fleißig mitschreiben, schoß ich schnell ein paar Fotos aus der Hüfte der wunderbaren Gartenakademie, die ich sehr liebe und die auch so ein "Hidden Place" ist.


Leider war es heute beim dem Super-Wetter irre voll, so dass ich nur gaaanz wenig Bilder machen konnte, sonst wären ständig Leute drauf... und während des Schneidens hatte ich die Kamera leider nicht dabei ;((
Wieder zu Hause krempelte ich tapfer die Ärmel hoch und schnitt beherzt meine "zickigen Tanten" auf dass sie wieder gesund und kräftig austreiben und mich reich mit Blüten beschenken. Ich bin gespannt...da es ja auch schon ein klein bisserl spät für den Schnitt war. Aber noch ein Jahr warten konnte ich auch nicht. Mal sehen, was es im Sommer zu berichten gibt ;)

Zum Abendessen dieses herrlichen Tages, gab es reichlich Unkraut aus dem Garten ;) Die beste Art, die Wilden im Griff zu behalten...


Da meine Brennessel im wilden Garten-Eckchen so schön ausgetrieben sind, schnitt ich einmal alle Spitzen und kochte daraus ein Brennessel-Kartoffel-Süppchen. Seeehr gesund das alte Heilkraut! Und verdammt lecker. Nächste Woche werde ich wieder das leckere Pesto machen, dass ich schon im letzten Jahr mal hier gezeigt hab.


Nee, ich fass die nicht so an ;) Ich nehm schön Handschuhe und rühre mit einem Holzlöffel im Wasser, um sie zu waschen und dann ab in den Topf!

Als Vorspeise gab es in Olivenöl gedünstete Löwenzahnblätter mit Pinienkernen und ...hmmm!
Und als Hauptgang gab es das feine grüne Brennesselsüppchen. (Frau hat niee die richtig schön passenden Teller - aber rote tun es ja auch) Und der Abend war so schön, dass wir das erste Mal draußen essen konnten.


Ach, und weil es gar zu schön war und morgen schon wieder kühler wird, haben wir auch gleich noch für das schöne Abendgefühl ein Feuerchen geschürt. Was für ein voller Tag...nun geh ich Sonnen-satt und Garten-müde ins Bett ;)



Ich wünsche Euch einen traumhaften Sonntag und nur keine Angst vor den Rosen!!


Eure 


Mittwoch, 4. Mai 2016

Ganz schön grün - Brennessel-Pesto

In meinem schattigen Gärtchen gedeiht am allerbesten ein wildes Eckchen: dort wuchern Brennessel, Melisse, Vogelmiere, eine Distel und Holunder und meine drei Himbeeren um die Wette. Um dem ein bisschen pflegerischen Einhalt zu gebieten, lautet meine Devise: Pflege durch Aufessen ;)) Denn, da steckt viel Power drin in den ganzen frischen wilden (Un)kräutern. Gerade die frisch ausgetriebenen Brennesseln sind reine Wundertüten an gesunden Inhaltsstoffen. Gegen die hartnäckige Frühjahrsmüdigkeit gibts daher immer mal wieder frisches Brennessel-Pesto.


Die Finger bleiben unverbrannt, wenn man die Spitzen der Brennessel zügig von unten nach oben abpflückt (ich trage dazu dennoch gern meine Gartenhandschuhe) und dann walke ich in der Küche ein paar Male mit dem Nudelholz drüber - das bricht die picksigen Brennhaare. So zack - entschärft! Dann pflücke ich die Blättchen ab - die Stengel bekommt mein Kompost. Der muss ja auch von was leben ;)


Oh, natürlich, Löwenzahn wächst da auch ganz üppig und ein paar Blättchen kamen mit ins Pesto. Löwenzahn schnibbel ich auch immer gern mal mit in den grünen Salat. 
Was kommt sonst noch mit ins Pesto? Ganz einfach und meist hat man es eh da: einen großen Schluck Olivenöl, eine oder zwei Knoblauchzehen, Salz und wenn man hat: ein paar Pinienkerne.


Und dann mit dem Pürierstab fröhlich in grüne Pampe verwandeln ;) Zwischendurch nicht vergessen, ein paar Nudeln in´s Wasser zu werfen und fertig! Mr. Urban White befindet sogar, dass ihm das Brennessel-Pesto viiiel besser als alle anderen grünen Pestos schmeckt. Na, da freut sich doch die Köchin ;)


Es ist doch toll, wenn das eigene Unkraut sich so nützlich macht und auch noch so lecker ist. Wahlweise kommen auch mal andere grüne Unkräuter an die Nudeln...was halt so weg muss. Ich hab gestern noch ein spannendes Rezept für eine Giersch-Quiche gefunden...die muss ich auch bald mal ausprobieren.


Wenn das wilde Eckchen doch überhand nimmt, setze ich mit Brennessel für meine anderen hungrigen Pflanzen auch ...na ihr wisst schon...an. Riecht dann nicht ganz so gut ;))
Ganz in der Nähe der wilden Ecke hängt ein wunderbares Windspiel im Baum. Aus alten Tonscherben. Sie machen im Wind ganz herrlich satte Klong-Klacker-Klong Geräusche nicht so ein hektisches PlingPling wie die Metall-Röhren-Windspiele. Meine "kleine" Schwester hatte mir das Scherben-Windspiel zum letzten Geburtstag gebastelt. Voll schön - es passt so gut in meinen unkonventionellen Garten ;)


Ist das nicht wundervoll: Morgen Feiertag - dann Brückentag und daaan Urlaub!!! Yipiee!! Diesmal bleiben wir mal ganz in der Nähe - fahren für eine Woche raus ins Umland: in die bezaubernde Uckermark. Ich muss gar nicht weit weg um das Gefühl von Urlaub zu haben: Hauptsache es ist grün und still und Zeit zum wandern, reden und lesen. Eigentlich wollten wir nach Schottland, aber im letzten Jahr konnte ich nicht absehen, wann ich Urlaub haben werde und so heben wir uns die Highlands für später auf.  


Ich wünsche Euch einen schönen Feiertag und für alle, die den Brückentag genießen dürfen: Genießt den sommerlichen Mini-Urlaub! Es soll richtig warm werden! Ach sorry: Und natürlich für alle Herren: Macht euch einen feinen Männertag!!! (Wir Frauen kommen den Tag auch mal ohne Euch klar ;))

Liebste Grüße
Eure 






Sonntag, 6. Dezember 2015

The winner is... und: Wie hält man bloß die Uhren an?

Ihr Lieben, es gibt gerade so viel Schönes zu tun und zu erleben, aber darf der Tag dann nicht auch ein paar Stunden mehr haben??? Bevor ich morgen mal wieder (wie jedes Jahr) ins Kloster gehe, wollt ich dringend die längst fällige Geburtstags-Verlosung vornehmen...schließlich sollen doch die Blechteilchen eure Bäume schmücken ;) Und als Los-Fee durfte das viel zu schnell erwachsen gewordene Tochter-Kind fungieren, die heute zum jährlichen Plätzchen backen am Nachmittag vorbei kam.


Und wie unschwer zu erkennen ist: draussen ist es schon dunkel...das heißt, es gibt nur Bilder mit ohne "fertige Plätzchen", denn die müssen noch verziert werden (falls sie nicht schon so gegessen werden ;) Am Vormittag anfangen ging nicht: erst Schule, einkaufen... Weihnachtsfeier ;)) Sag ich doch, der Tag braucht ein paar Extra-Stündchen ;))

Aus traditionellen-Kindheits-Weihnachts-Erinnerungs-Gründen werden immer zuerst die allereinfachsten Mürbeteigplätzchen gebacken. Danach kamen dann noch super aufwendige Lemon-Curd-Mürbeteigschnecken dran, die danach in lauwarm eher schwach "performten" und nicht weiter der Rede wert sind...leider ;))


Unter und vor und zwischen den Füßen lag ständig Bella, der Tochter-Hund: Lieber lässt sie sich auf die Pfoten steigen als die Krümel, die herunterfallen könnten zu verpassen. Im Weg stehen und liegen ist eine ihrer herausragendsten Talente ;)


Nun aber endlich zum Höhepunkt des heutige Posts: Tatata die Glücksfee hat mit Mehlfingern und unter Beobachtung von Mr. Urban White, folgende Gewinner meiner Blog-Geburtstags-Aktion (Klick) gezogen:

Den blauen Blechhirsch gewinnt: Ines von Eclectic Hamilton
Der Blech-Engel flattert zur Farbenformerin Angela  und 
Das Bäumchen freut sich auf Christina (ohne Blog)

Herzlichsten Glückwunsch!

Bitte meldet Euch unter laralotta@gmx.de und hinterlasst mir Eure Adresse - ich schicke die zauberhaften Baumanhänger am Freitag (gleich nach dem Klosteraufenthalt) auf die Reise zu Euch!!
Vielen Dank an alle anderen, die kommentiert haben, die still lesen oder einfach ab und zu vorbeikommen!


Liebste Grüße und eine stille Adventswoche wünscht
Eure

Sonntag, 22. November 2015

Wenn man den eigenen Geburtstag verpennt...

Da wird mein kleines Blögchen drei Jahre (ist schon sauber und trocken und schläft nachts durch....;) und ich sag kein "piep" - aber war auch mitten in einer arbeitsintensiven Woche.
Jetzt aber: Seid allesamt herzlich eingeladen an meiner Blog-Geburtstagsverlosung teilzuhaben!!!
Ich habe etwas jahreszeitlich passendes und ganz bezauberndes für meine LieblingsblogleserInnen, Euch, gefunden!


In einem gar nicht mal so kleinen Laden voller feiner Dekodinge, wo mich immer akute Entscheidungslähmung ob der vielen tollen Dinge befällt, habe ich drei ganz außergewöhnliche Weihnachtsaufhänge-Dingse aus Blech gefunden. Einen herrlich großen Hirsch - der ist ca. 20cm groß, ein Engelchen - ich schätze mal 10cm und ein Weihnachtsbäumchen mit Glöckchen, das auch bimmelt!!!- ebenfalls ca. 10cm. Na??? Kann ich da bei Euch wonnige Vorfreude wecken oder müssen die Blech-Tierchen bei mir bleiben ;))
Diese Laden-Deko hat mich reingelockt...


Ich habe irgendwann im Spätsommer schon ab und an den Gedanken gehabt, dass es zwar schade ist, aber ich irgendwie ja schon ewig nichts mehr geschrieben habe im Blog, weiterhin ein gefühltes Zeitloch habe und das es das dann wohl war mit Urban White... und dann gab es dann im Herbst doch wieder dieses unglaubliche Lust, weiterzuschreiben - auch wenn sich nicht sooo viel verändert, was ich stolz präsentieren könnte, ich kaum was bastle oder umbaue, aber im Alltag passiert ja auch das ein oder andere...z.B. hab ich mal wieder meine Küche aufgeräumt ;)) Ja, die sieht oft ganz schön vernachlässigt aus...und hm, die Arbeitsplatte könnte mal wieder aufgearbeitet werden (was man so alles auf Fotos zum ersten Mal sieht! Unerhört!)


Zeit ist ja erfahrungsgemäß ein wankelmütiges Ding - mal hat man sie ganz unverhofft und dann ist sie wieder auch mal lange verschwunden und ich renne ihr hinterher. Mal sehen, wie sie sich in meinem neuen Blog-Jahr so verhält - die Zeit. Und die Ideen und das was sich auf Bilder bannen lässt. Auf alle Fälle freue ich mich jedes Mal riesig, wenn Ihr vorbeischaut und ich auch bei vielen von Euch verfolge, was sich so tut. Das ist oft wie ein Besuch bei "alten" Freunden: "Mal schauen, was da wieder so los ist!"


Wer also jetzt eines von drei wunderschönen Blech-Weihnachtsteilchen gewinnen möchte - die sind so´ne Art "Oriental-Shabby" und an jedem Weihnachtsbaum sicher ein super Blickfang, der hinterlässt ganz einfach einen Kommentar bis zum 01.12.2015  - und gern auch all meine Leserinnen ohne Blog, sie sollten aber irgendwie erreichbar sein für die frohe Kunde und halt ab 01.12. mal nachsehen kommen, wer gewonnen hat.

Und, wie schon oben beschrieben, die Figuren sind gar nicht mal sooo klein - sondern schön auch ohne Brille am Baum aus Sofa-Entfernung zu sehen ;))


Da bin ich Spätnachmittags glatt noch mal raus in den Garten - brr war das kalt! Aber das Abendlicht funkelte so verlockend. Und wer so ein bisschen Wolken lesen kann, fand die dicken grauen Wolken mit dem rosa Bauch auch schneeverdächtig...und Tatsache, als es gegen 17:00 Uhr dunkel war, fing es erst ganz zart und dann in fetten Flocken an zu schneien...(viel zu dunkel für vernünftige Fotos...leider) Das hätte mich natürlich sehr gefreut, wenn auf dem obigen Foto noch ein paar Flöckchen drüber gewirbelt wären.


Wer mag, nimmt den Hirschen mit auf seine Seite - vielleicht kommen dann ja drei Gewinner zusammen ;)


Ich wünsche Euch eine feine Vor-dem-1.Advent-Woche! 

Eure


Hier nun doch noch schnell ein Schnee-Beweis-Foto ;))) Das Weiße da auf den alten Eiben...
Wer weiß, ob der morgen früh noch da ist!




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