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Sonntag, 15. April 2018

Das Prinzip Vorfreude

...ist für mich eine wichtige mentale Strategie. Als Kind freut man sich mithilfe von Süßigkeiten 24 Tage auf Weihnachten...spätestens ab Mittwoch freue ich mich auf Freitag, denn da beginnt gefühlt das Wochenende...und ab Februar lauere ich stets im Wald auf die ersten Frühlingszeichen und freue mich über jedes kleine neue Grün und dicker werdende Blattknospen. Und warte voller Vorfreude. Jeder Tag ein neues "Türchen" im Kalender.
Und dann...quasi über Nacht legt der Wald in einem magischen Moment sein schönstes Frühlingskleid an...und schmückt sich mit leuchtend-weißen Buschwindröschen-Teppichen.


 
So ein leuchtend weißer Frühlingswald hat etwas ganz märchenhaftes, zauberhaftes an sich und ist eines meiner schönsten Frühlingsmomente. Ich werde dann ganz ehrfürchtig vor dem Wunderwerk, dass Mutter Natur da jeden Moment im Verborgenen und Offenbarten vollbringt, egal ob sie gut geschlafen hat, oder ob sie Montag-Morgen mag oder nicht...sie lässt blühen und wachsen...und vergehen. 


Und da ich eh den Blick schon auf dem Boden hatte, war ich gespannt, ob ich nicht auch ein paar wilde Hopfensprösslinge und frische Brennnesseln finden und pflücken kann. 
Oh jaa, da am Wiesenrand machte sich ein ganzes Nessel-Meer drauf und dran ein Brennnessel-Ozean zu werden. Ein paar Spitzen kamen ins Körbchen - genug um daraus ein so was von "Super-Food" verdächtiges Pesto zu zaubern ;) 
Das wird ein festliches Frühlings-Abendmahl! Voila ...der Gruß aus dem Wald:




...das war soo lecker!! Und so schnell fertig und aufgefuttert...dass ich nicht mal ein Foto 
geschafft habe. Aber hier habe ich mein Brennnessel-Pesto schon mal vorgestellt.
(Am Rand hab ich heute auch mal eines meiner inspirierenden Bücher verlinkt:
"Wilde Waldküche" - ein echter "Un"kräuter -Schatz mit wunderbaren Fotos und Rezepten.)

Das Prinzip Vorfreude lockt mich jeden Morgen in mein Gärtchen...vor zwei Wochenenden habe ich meine Hochbeete mal um einen halben Meter vor-verrückt, neu befüllt mit frischer Komposterde (ein Hoch auf den Kompost-Sieber;) und schon ein bisschen was gesät...und nun freue ich mich jeden Morgen auf das Entdecken neuer winzig kleiner Keimblättchen von Schwarzkohl, Ruccola, Salat, Mangold und Steckrübe...nur die Petersilie lässt sich noch nicht blicken...na, das wird schon noch! 


...und im Geiste sehe ich schon die Gemüse-Kinder sich in den Beeten drängeln.
Im Mai kommen noch Busch-Bohnen und Kapuzinerkresse dazu und wenn immer noch Platz sein sollte...noch mal Salat (Tomaten und andere edle Gemüse wie Paprika werden nix in meinem Wald-Schatten...) Merkwürdigerweise mag mein Beinwell den sandig-trockenen Boden unter einer großen Tanne und flieht schon aus seiner Beetbegrenzung...;)) Auch wenn jetzt ein Aufschrei des Entsetzens losbrechen sollte - aber die frisch ausgetrieben Beinwell-Blätter ess ich sogar*...

Also: zwei feine Beinwell-Blätter mit Kräuterfrischkäse bestrichen (das hält super - die Blätter haben einen Flaum) die Blätter wie zwei Klappstullen aufeinanderlegen, panieren und in heißem Olivenöl kurz braten...dazu frisches Pesto oder Preiselbeersoße...hmmm!!

So und freu ich mich sogar auf Montag...denn nur noch ein paar Tage und wir packen unsere Wanderschuhe ein und fliegen in den Urlaub ;))) Yippii!!

Ich wünsche Euch einen zauberhaften Frühling
Liebste Grüße
Eure





*... Beinwell, die wunderbare Knochenheilpflanze enthält Pyrrolizidinalkaloide...und das ist halt giftig, da Leberschädigend, aber nur wenn man irre viel davon isst...aber wie bei den meisten Dingen: die Menge macht das Gift. Auch Salz oder Zucker kiloweise gefuttert, wäre bzw. ist lebensgefährlich. (Na gut der Vergleich hinkt...Salz ist keine Pflanze, aber ihr wisst schon was ich meine...)




Sonntag, 11. März 2018

Mini-Abenteuer - Morgens im Wald

...oder im Szene-Sprech "Mikro-Adventure". Ja, wer hätte das gedacht: 6:31 Uhr ging heute die Sonne auf und zu dem Zeitpunkt saß ich bereits mit dem erwachsenen Tochter-Kind, dem müden Hund und einem wachen Kaffee im Wald ;))



Was für eine "verrückte" Idee...kaum ist das Lotta-Kind mal auf ein gemütliches Verwöhn-Wochenende "zu Hause" - schon schlägt sie die unglaublichsten Dinge vor: Mama, lass uns morgen früh zum Sonnenaufgang im Wald sein - das wird toll!!! ...Echt??? Nun jaa, warum eigentlich nicht...??? Hm, sie führte keine Gegenargumente an... Also gedacht - geplant und Wecker auf 5:10 Uhr gestellt (damit wir noch Kaffee kochen und einen Rucksack mit Taschenlampe und anderen überlebenswichtigen aber aberwitzigen Dingen packen können...) Spätestens um 5:55 Uhr von zu Hause (also Stadt) losfahren...

Es ist hier anzumerken: Wir beide sind von der überpünktlichen Sorte und standen schon 5:55 Uhr vorm Wald...es war hell !!! Also nicht soo hell als wenn die Sonne am Himmel stünde, aber soo hell, dass man keine Taschenlampe und schon gar nicht zwei Taschenlampen brauchte ;)) ...aha, das hätte ich doch anders erwartet...dunkler...

Nebel lag über den Wiesen, den Feldern im Wald...die Vögel quasselten leise miteinander ...und der (Stadt)Hund war völlig schlaftrunken und verstand die Welt nicht mehr...



Auf dem Weg zu unserem anvisierten "sunrise"-Platz trafen wie eine Reh-Großfamilie, die sich unheimlich und mystisch aus dem Nebel lösten, wir starrten uns gegenseitig an...der Hund schaute demonstrativ in die andere Richtung: Nöö, die sind ganz schön groß...wer weiß was das ist ...und die sind ja so Viele!!! 

Mensch und Rehe beäugten sich gebannt einige Sekunden, dann sprangen die Rehe ein paar Meter in den Nebel und schauten uns mit großen Augen weiterhin durch die Nebelschwaden an...





An der Wiese, die nach Osten schaute, angekommen, packten wir Thermokissen, Schlafsack (zum drauf sitzen), Thermoskanne und Gänsehaut aus...huuu war das schön!!! Da kann man erstmal gar nicht still sitzen... Was für eine Stimmung! Der Wald lärmt voller Vögel...im Nebel staken die Rehe übers Feld...irgendwo sitzt der Jäger und ärgert sich über unser Rumgeraschel und Gekicher (wir sahen sein Auto im Waldweg hinter uns) ...das war gelebter Tierschutz...;) Nach 20 Minuten verließ er seinen Hochsitz, stapfte durch den Nebel auf uns zu und zu seinem Auto...wir hatten wahrscheinlich die Tiere verscheucht durch unsere Morgen-Picknick-Anwesenheit... nix "vor der Flinte" heute...

Und dann kam sie...kletterte über den Horizont, nahm dem Wald und der Welt den Atem...schob ihre Strahlen über den Rand und tauchte uns und alles in goldenes Licht...Magisch, mystisch...unbeschreiblich!


Hier nehme ich Euch mal mit: 30 Sekunden-Video der 30 Minuten bis zum Sonnenaufgang im Zeitraffer (mit hektischem Hund ;)) 



Im Wald den neuen Tag zu begrüßen, was für ein unbeschreibliches Erlebnis!! Das solltet ihr echt mal als Mini-Abenteuer ausprobieren! Man fühlt sich so beschenkt, so frisch...so wach!!! Alles funkelt. Alles atmet ein... Die Sonne versprach einen warmen Tag, man spürte es einfach... Die Luft so mild, der Nebel, der sich wie ein Schleier verzog. Am Himmel Gänse...auf dem Feld Graureiher. Tautropfen an allen Zweigen...Verheißung!



An so einem Ort mit einem dampfenden Kaffee in der Hand (...und nie nie hat ein Käsebrötchen so gut geschmeckt) lassen sich gute Pläne schmieden: Draussen schlafen im Wald, die ganze Nacht... (dann muss Bella-Hund aber bei Mr. Urban White bleiben...die war völlig "von der Rolle" und wäre sicher gern im warmen Schlafgemach geblieben ;)
Und: Im Winter ans Nordkap fahren um endlich endlich die Nordlichter zu sehen...eine gaaaanz alte Geschichte, die nun endlich wahr werden muss...diesen verwegenen Plan gibt es, seit das Lotta-Kind 4 Jahre alt ist und ich in Stockholm studierte...und ich versprach: Wir fahren Nordlichter kucken!


Ok, abgemacht...wir fahren 2019 kurz vor Weihnachten ans Nordkap. Denn: Es muss Winter sein... Kalt, karg...mit viel Chancen auf Nordlicht und ohne Touristen. (Jetzt ist es "öffentlich" und ihr seit Zeugen!! ;)

Aber erstmal kommt der Frühling...so unabwendbar, wie nur was! So wunderbar...so lebendig und bunt...wie diese kleinen wilden Waldkroküsse ;))




Ich wünsche Euch eine Woche, die die Sinne berührt und euch beflügelt...zu verrückten Plänen...;) WUUHUU!! Auf geht´s!



Eure 



Sonntag, 18. Februar 2018

Wohlfühlkalorien und grüne Anti-Stress-Prophylaxe

Hui, der Februar hat es in sich...Erscheint der kürzeste Monat unspektakulär und glänzt frostig mit kühlem Charme, so hatte er doch für mich eine sehr arbeitsintensive Zeit im Gepäck. Klar hat der Tag "nur 24 Stunden" - aber wenn man gefühlt an manchen Tagen nur 4 Stunden "wach" ist, ist das verdammt kurz ;))



Da musste ich mich mit kleinen legalen Doping-Mitteln behelfen: Wohnfühlkalorien in Form von Hildegard-Kuchen, Weihnachtsmann-Reste und meine wilden Kräuterfreunde...
An frostfreien Tagen sprießt die Natur als habe sie einen Deal mit der Sonne gegen das Winter-Grau geschlossen: wenn die Vogelmiere 10 cm schafft, dann kann der Winter einpacken, dann ist Frühling... Der Winter hält trotzig dagegen und knabbert über Nacht mit seinen Frostzähnen die gewachsenen Zentimeter wieder auf 5 cm runter...



Ich drücke der Sonne die Daumen (da bin ich parteiisch) und freue mich am Wachsen von Gundelrebe, Wiesenschaumkraut und Scharbockskraut...Vogelmiere und frischen Zitronenmelisseblättchen. Lecker Unkraut!!! (Die meisten meiner Nachbarn würden schier panisch werden, wenn es sooo in ihren Beeten wuchert ;))

Das grüne Zeug hilft wunderbar gegen Winter-Müdigkeit und mentalen Anflügen innerer Zerrissenheit...boah, wieder nicht alles geschafft, kuck nur mal auf deinen Schreibtisch...!!!  

Dann lass ich nämlich sämtliche Schreibtisch-Häufchen sich weiter aufstapeln und geh erstmal raus... Die Nase kurz über dem Garten- oder Waldboden - das bringt mich herrlich wieder runter ;) Man könnte es ganz hip als "natural Mentalcoaching" oder "Waldbaden mit Achtsamkeitstraining" bezeichnen...für mich ist es "Mein Anti-Stress-Programm" ;)



All die kleinen frischen Blättchen ergaben eine feine grüne Kräuterbutter, die sich phantastisch auf frisch gebackenen Brotfladen machte...das Einfache ist doch oft das Beste!




Gestern hielt ich auf einer großen Veranstaltung einen sehr speziellen Vortrag zur Wirkung von Stress auf das Immunsystem und muss doch heute sehr schmunzeln... ich sollte mir ab und zu einfach mal selbst zuhören ;) ...denn seit Tagen kichern die kleinen Stresshormone in mir und lassen mich nicht gut schlafen, meine Nebennieren stöhnen...und mein Kopf rattert... So, Feierabend! Hildegard hilf!! Da muss ein Kuchen her - schnell...mit Sahne!!!
Da schon Hildegard wusste "...wer ein leeres Hirn hat, der esse oft Mandeln" und Zimt "...es löst die schädlichen Säfte, die den Kopf stumpf machen" und da die Nervenkekse mir zu wenig süß erschienen, fiel meine Wahl auf den bewährten Hildegard-Kuchen - nahm aber nur die Hälfte des Rezepts....Hm, der duftet!



Und zack...Sofort-Heilung meiner Stress-Symptome! Müsst ihr mal ausprobieren ;))
"....zu Risiken und Nebenwirkungen nicht Waage und Hosenbund befragen..." Denn auch die Sahne enthielt einige Stoffwechsel aufmunternde Stoffe wie Zimt und Amaretto...Ja, ja, das Notfall-Kit gegen Winterblues ;)  

Und auch noch nicht erwähnt: endlich haben wir mal wieder den Pinsel geschwungen und die Küche renoviert...da kann doch der Frühling kommen...hach, herrlich, so frische Farbe an der Wand (...auf den Hausschuhen, der Jeans...und sonst wo)



Wie ihr sehen könnt, die wunderbaren Apothekergläser, die ich mir im Silvesterurlaub gegönnt habe sind zwar noch ungefüllt, aber sehen schon verdammt gut aus.
Nee, die bleiben sicher nicht über der Spüle stehen, da ist sicher zu feucht für Teekräuter, Gewürze & Co., aber zum Anschauen stehen sie da erst mal gut ;)


So, jetzt geh ich mal wieder schauen, wie weit die Vogelmiere so gekommen ist...vielleicht ist ja bald Frühling. ...und bisserl draussen sein, ist auch mit "ohne Sonne" entspannend...und danach ein dickes Stück Kuchen...

Macht es Euch gemütlich - einfach mal alles liegenlassen - es läuft meist nicht weg ;)


Liebste Grüße
Eure  
   







Montag, 1. Mai 2017

Scharf gestochen...Königliches Gemüse

An Spargel scheiden sich ja die Geister: Die einen lieben diese blassen Stangen und können nicht genug davon bekommen (egal wie schlimm das Pipi riecht) die anderen rümpfen die Nase und schimpfen ihn als: "Fad, holziges, wässriges ...überteuertes Gemüse" und können den Hype nicht verstehen. Ich gehöre eindeutig zur ersten Spezies ;)


Nun kann ja JEDE(R) ihren Spargel auf dem Markt oder beim Spargel-Dealer des Vertrauens gegen Geld erstehen - momentan noch zu horrenden Preisen, aber wenige gehen selber stechen, wie ich zum Nulltarif ;) Neeeinn, nicht illegal mit Taschenlampe!!! Tststs!!! Mach ich nicht!! Da hätte ich viel zuviel Schiss, erwischt zu werden!
Ich kenne eine Wiese am Wald, völlig unscheinbar...die war vor einigen Jahren ein Spargelfeld. Das weiß ich, weil ich im Herbst vereinzelt die verräterischen filigranen Spargelbüsche auf der Wiese sah und mir dachte: "Na, wenn da mal nicht im Frühling der Spargel wächst, das muss ich mir merken!" Gesagt, getan...den ganzen Winter über an nichts anderes gedacht ;)


Und als die ersten Spargel im Laden auftauchten, wetzte ich mein Messer und fuhr mit einer Nachbars-Freundin auf die Wiese. Da wir schon absehen konnten, dass das eine unverschämt königlich-bückende und anstrengende Arbeit wird, nahmen wir auch gleich noch ein Picknick mit. Die Spargel brechen gerade durch den Boden - eher Spargelspitze als Stange, aber köstlich knackig frisch!!
Klar hätte ich mit weniger Anstrengung Spargel kaufen können, aber selber suchen, finden (sich freuen wie ein Gänseblümchen über jede kleine Spitze), stechen ... und dann Picknick auf der Wiese, was gibt es Schöneres?


Und am nächsten Abend wurde die Beute aufs Feinste verwandelt: Hmmm in gebackenen Spargel mit grüner (Un)kräutersoße und frühen Kartoffeln. Das Topping fand sich am Waldesrand: wilde Hopfensprösslinge - die schmecken auch ein wenig nach grünem Spargel. Auf jeden Fall ein Abendessen wie es wilder und leckerer nicht sein kann: selbst gejagter Spargel an grüner Unkraut-Soße: Brennessel. Giersch, Gundermann...und weiteres Grün und blanchierter wilder Hopfen obendrauf- Voila! Guten Hunger!



Wenn das Wetter so schön mild bleibt, dann gehen wir nächsten Freitag wieder "Jagend und Sammeln" ;)

Heute gab es aus den Resten Spargelrisotto und obendrauf wieder lecker wilder Hopfen ;)) Ich könnte mich jetzt bis Johanni (solange wird hier und anderenorts Spargel gestochen) davon ernähren. Ich glaube, dass ist das einzige Gemüse, dass ich in jeder Variation liebe: roh, gekocht, gebraten oder gebacken und mir nicht vorstellen kann, je davon genug zu haben. Und da Mr. Urban White (meist) liebt was ich koche, muss er da wohl durch...samt schlimm riechendem Bad ;))

Ich hoffe, Ihr hattet ebenfalls ein wunderbar langes 1. Maiwochenende. Dabei fiel mir heute diese rudimentär-philosophische Überlegung auf: Ich mag lange Wochenende noch lieber, wenn der freie Tag ein Freitag und nicht der Montag ist...wieso? Keine Ahnung! Fühlt sich für mich irgendwie besser an, aber hey! Ich nehme auch einen freien Montag ;))


Alles Liebe und eine feine neue Woche wünscht   



P.S. Bitte nicht vor dem Vorabend-Programm lesen: Mr. Urban White findet ja, die feinen Spitzen sehen weniger königlich dafür ganz schön anzüglich aus...was meint der nur...?? ;)

Samstag, 15. April 2017

Mitmach-Aktion: Gummistiefel für den Osterhasen!!!

Ich hab sooo gehofft, an Ostern schööön im Garten zu sitzen, dem Hasen beim Verstecken zuzusehen, mit den Zehen in der Sonne zu wackeln und mit Möhrenkuchen-Krümeln die Meisen zu füttern...nix da! Hier wird wohl bis Ostermontag durchgeregnet...



Unseren Osterspaziergang haben wir gestern schon vorgezogen und so gab es noch Sonne auf den Blütenzweigen ;)) Wir sind durch Wald und Wiese gewandert - nebenbei wurde Bärlauch für feines Pesto gepflückt und immer wieder musste ich ganz verzückt auf den Knien rumrobben um die wunderschönen Buschwindröschen aus der Nähe zu betrachten.

Ganz magisch war der Moment, als wir ungelogen 50-60 Rehe ganz nah zwischen Waldrand und Wiese begegneten - die ziemlich tiefenentspannt abwarteten, was wir so machen...und als sie einschätzen konnten, dass wir harmlose Vegetarier sind, die obendrein nach Bärlauch stinken äh riechen, traten sie nicht die Flucht, sondern eher einen langsamen Rückzug in den Wald an. Ganz beseelt, noch nie soo vielen Rehen so nah begegnet zu sein, trafen wir im Unterholz gleich wieder auf Rehe UND auf ein mittelgroßes Wildschwein, dass 5 Meter vor mir über den Weg trottete.... Da machte das Herz vor Schreck einen Hüpfer, den wo ein kleines Teenager-Schwein ist, ist Mutti-Schwein sicher auch ganz in der Nähe...und da traten WIR den geordneten Rückzug an und entschieden uns, ein Stück Umweg und lieber über die Wiese zu laufen... So viel Wild unterwegs!!! Wahnsinn! Aber keinen Hasen gesehen - aber ist ja kein Wunder, der ist ja jetzt auch schwer beschäftigt ;)) Vielleicht sollten wir alle wie zu Nikolaus diesmal unsere Gummistiefel vor die Türen stellen (bei der Wettervorhersage!)



Meine Osterbilder, habe ich noch vorsorglich gestern in der Sonne gemacht und versuche damit ein bisschen Sonnen-Zauber auszuüben, mal sehen ob es bis Morgen klappt ;))  Irgendwann muss sie ja mal wieder kommen - Frau Sonne! Und falls Ihre einen tropfnassen Hasen in Eurem Garten seht, vielleicht habt ihr ja auch ein paar Gummistiefel übrig, sonst holt der sich noch einen Schnupfen!

Wie auch immer Ihr es Euch gemütlich macht: mit Wärmeflasche oder Glühwein - Ich wünsche Euch gemütliche und friedliche Ostern!  


Liebste Grüße Eure






Samstag, 1. April 2017

"Zickige Tanten"


...so bezeichnete der Obergärtner von Ettenbühl James Foggin die Königin der Rose (aber nur im Scherz). Ich hatte mir kurzerhand einen Rosenschnittkurs in der Königlichen Gartenakademie gegönnt, nachdem ich wieder sehr zauderlich vor meiner englischen Rose stand, die irgendwie nicht so richtig in die Pötte kommt... Da klappert man mit der Schere und weiß nicht so recht, wo nun ansetzen. Die treibt doch so schön, aber irgendwie auch sehr dünn und formlos. James wusste Rat: "Nur nicht zimperlich, durch Schnitt kann man im Grunde keine Rose umbringen". (Sein Wort in Gottes Ohr)

Da wir nach dem Theorie-Teil: passende Sorten für alle Gärten (die sofort "Haben-Wollen" auslösen) Rosenkrankheiten, Rosenpflege und Rosenschnitt in der Theorie (super einfach - nix mit 3. Auge außen...)
Sahen wir mit erschrockenen Herzen zu, wie James beherzt die Königlichen Akademie Rosen 1. ohne Handschuhe bei den Dornen packte und sie 2. schnipp schnipp schnapp schnitt. Eins zwei fix... Neben fleißig mitschreiben, schoß ich schnell ein paar Fotos aus der Hüfte der wunderbaren Gartenakademie, die ich sehr liebe und die auch so ein "Hidden Place" ist.


Leider war es heute beim dem Super-Wetter irre voll, so dass ich nur gaaanz wenig Bilder machen konnte, sonst wären ständig Leute drauf... und während des Schneidens hatte ich die Kamera leider nicht dabei ;((
Wieder zu Hause krempelte ich tapfer die Ärmel hoch und schnitt beherzt meine "zickigen Tanten" auf dass sie wieder gesund und kräftig austreiben und mich reich mit Blüten beschenken. Ich bin gespannt...da es ja auch schon ein klein bisserl spät für den Schnitt war. Aber noch ein Jahr warten konnte ich auch nicht. Mal sehen, was es im Sommer zu berichten gibt ;)

Zum Abendessen dieses herrlichen Tages, gab es reichlich Unkraut aus dem Garten ;) Die beste Art, die Wilden im Griff zu behalten...


Da meine Brennessel im wilden Garten-Eckchen so schön ausgetrieben sind, schnitt ich einmal alle Spitzen und kochte daraus ein Brennessel-Kartoffel-Süppchen. Seeehr gesund das alte Heilkraut! Und verdammt lecker. Nächste Woche werde ich wieder das leckere Pesto machen, dass ich schon im letzten Jahr mal hier gezeigt hab.


Nee, ich fass die nicht so an ;) Ich nehm schön Handschuhe und rühre mit einem Holzlöffel im Wasser, um sie zu waschen und dann ab in den Topf!

Als Vorspeise gab es in Olivenöl gedünstete Löwenzahnblätter mit Pinienkernen und ...hmmm!
Und als Hauptgang gab es das feine grüne Brennesselsüppchen. (Frau hat niee die richtig schön passenden Teller - aber rote tun es ja auch) Und der Abend war so schön, dass wir das erste Mal draußen essen konnten.


Ach, und weil es gar zu schön war und morgen schon wieder kühler wird, haben wir auch gleich noch für das schöne Abendgefühl ein Feuerchen geschürt. Was für ein voller Tag...nun geh ich Sonnen-satt und Garten-müde ins Bett ;)



Ich wünsche Euch einen traumhaften Sonntag und nur keine Angst vor den Rosen!!


Eure 


Freitag, 10. März 2017

Wohin man blickt...alles grün!

Wir haben den Winter abgekürzt und sind dem kalten Schmuddel-Wetter entflohen auf die Frühlingsinsel - Madeira. Selbst Ende Januar/Anfang Februar als wir da waren...überall grün-grün und zaghaftes Blühen. Warum ich nicht schon früher darüber geschrieben und Bilder gezeigt habe? Ich hatte mit der Post-Urlaubs-Depression im regenfeuchten, bibberkalten Deutschland zu tun...;))


Es ist einfach UNGLAUBLICH in Deutschland bei Graden um Null loszufliegen und am nächsten Morgen die Wanderschuhe zu schnüren und durch üppigste Vegetation zu laufen. Es riecht so anders im Frühling: grün, frisch...nach Leben.
Ich hätte nie gedacht, dass Madeira so abwechslungsreich ist: da gibt es nicht nur die bekannten Wege entlang der Levadas (Wasserkanäle), sondern auch verschlungene Pfade durch Weinberge und Gemüsebeete und Wege hinunter an den wilden Atlantik.


An scheinbar jedem Fleckchen Steilhang haben die Madeirer kleine Mauern gebaut um irgendetwas anzubauen: Gemüse, Bananen oder Zuckerrohr...ich stand an vielen dieser kleinen Mini-Felder hinter deren letzten Kohlpflanze es steil abwärts ging und ich mich fragte, wie man dort gefahrlos seinen Kohl erntet...angeseilt???


In der Mitte unseres deutschen Winters, wenn man das Gefühl hat, es geht ewig so weiter mit bleigrauem Himmel, Frost und Dunkelheit, gab es schon soo viele Blumen, das war reinster Seelenbalsam. Wären wir 4 oder 6 Wochen später gekommen, wäre es vor Blütenfülle wahrscheinlich schier nicht aushaltbar gewesen.

Neben all den anderen unfassbar schönen Wanderungen, hat mich auch dieser Weg hinunter zu den Meeresgärten total beeindruckt. Da ging es in kleinen Serpentinen durch wildes Grün in guten 3 Stunden ca. 500m hinunter auf Atlantikhöhe...und da waren viele kleine Gärten. Mit Kartoffeln, Bananen und...tja eigentlich wächst ja alles in dem Klima. Die Bauern haben irgendwann, als sie merkten, dass sie jedesmal das Öl oder den Wein zum Abendessen vergessen hatten eine luftige Seilbahn ohne Zwischenstützpfeiler gebaut, um mal schnell wieder hochzukommen. "Schatz mir ist gerade so gemütlich, holst Du mal eben noch Wein und Öl zum Fisch, den ich eben gefangen hab...?" (Wäre ja blöd, wenn man hin- und zurück über den Landweg ca. 6 Stunden braucht. Wenn man rennt)


Ich habe Höhenangst - das ist wichtig zu erwähnen, denn ich bin fast gestorben vor Angst, als wir auch mit der Seilbahn die 500m wieder nach oben schwebten. NICHT LUSTIG!

Nach solch pulsbeschleunigenden Aktionen gönnten wir uns auch zwei Gammeltage...morgens auf den Sonnenaufgang warten (unfassbar und so selten in der Großstadt gesehen), danach Yoga mit international gewürfelter Gruppe und dann schön mit Nase im Buch am Pool rumlummern...Herrlisch!!


Mr. Urban White war nie pünktlich zum Sonnenaufgang - jedoch immer pünktlich zum Sonnenuntergang zugegen ;)) Gern auch klassisch mit einem Kaltgetränk. Nach so einem ruhigen Tag hummelt es wieder in mir rum und ich habe die nächste Wanderung geplant.
Kleine Abstecher zu den schönen Steinstränden waren auch mal drin ... da muss Frau ja mal einen Zeh reinhalten ;)


Die Insel, so klein sie auch erscheint: wie ein winziges Pünktchen auf g..oo..maps - mitten im Atlantik. So unfassbar groß bzw. wanderbar ist Madeira und ich wurde das Gefühl nicht los, dass ich noch viel mehr sehen will von diesem schönen Fleckchen Erde." ...mit Dir bin ich noch nicht fertig!"


Und schöne (leere) Häuschen mit vieeel Landschaft drum herum gab´s hier auch..leider wäre es da bis zur Arbeit bisserl weit...;) "Alles Gute ist nie beisammen" würde Oma sagen.


Mit wehem Herzen haben wir Abschied vom Frühling auf der Insel genommen und sind dann mit "Augen-zu" die letzten 4 Wochen durch die Stadt gerannt...jetzt kann ich sie wieder aufmachen, denn hier blüht und grünt es ja auch endlich unaufhaltsam.
Dennoch bleibt das Fazit: Winter abkürzen auf Madeira lohnt sich!!


Ich wünsche Euch ein frühlingshaftes Wochenende! Vielleicht gibt´s ja wieder ein kleines Sonnen-Häppchen...

Liebe Grüße Eure  






Samstag, 28. Mai 2016

Miau - der Nach-Urlaubs-Kater

Kennt Ihr das auch? Im Urlaub fällt man irgendwann völlig aus der Zeit - vergisst, ob Montag oder schon Mittwoch ist - es spielt keine Rolle mehr. Die Tage bekommen einen anderen Rhythmus - ich werde langsamer. Wenn ich dann "angekommen" bin in der neuen Zeit, ist die Welt drumherum viel intensiver da. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Wildtiere (frei und lebend! und nicht tot neben der Autobahn) gesehen - eine ganze Jungherde Hirsche beim Morgen-Jogging im Rapsfeld, einen sehr konzentrierten Fuchs auf einem Feld, Graureiher, Fischreiher, sowieso Vögel ohne Ende und einen aufgeregten Feldhasen, eine Ringelnatter und morgens weckte uns eine echte Kuckucksuhr ;) und auch am Abend hing der Kuckucksruf noch lange über dem See.


Unser Urlaub in diesem Jahr führte uns ja quasi vor die "Haustür" - nur eine gute Stunde von zu Hause entfernt aufs Land in die bezaubernde Uckermark, die mit knallgelben Rapsfeldern vor blauem Himmel um die Wetter leuchtete. Die reinste Postkarten-Idylle...
Nach dem wir dort unsere Alltags-Seelen ausgelüftet und die Zeit verbummelt hatten, gings mit leerem Kopf und sehnsuchtsvollen Herzen zurück in die Großstadt und in den Arbeitsalltag. Ich bin dann immer erstmal sehr unleidlich, da ich Schwierigkeiten habe, wieder das "alte" Tempo aufzunehmen. Dann ist alles zu viel, zu laut, zu schnell... die Stadt stinkt...Nach-Urlaubs-Kater halt ;)

Was bleibt? Die Bilder im Kopf und die Sehnsucht nach solch einem Fleckchen Land - als kleinen Fluchtort.
Uns hat die Uckermark (wiedermal) so verzaubert, dass wir dort gern ein Häuschen hätten (...Ha!! Da sind wir sicher die Einzigsten! ;) Ich geb schon mal eine Bestellung ans Universum ab...und falls jemand von Euch was weiß... immer her damit!

Endlich scheint auch hier wieder vorsichtig die Sonne - ich mach mir mal einen Tee und setz mich raus, Augen zu und ein bisschen vom Land träumen ;)
Euch, meinen lieben Besucherinnen und Blogfreunden, wünsche ich ein zauberhaft sonniges Wochenende und maximale Entschleunigung ;)

Liebste Grüße









Mittwoch, 4. Mai 2016

Ganz schön grün - Brennessel-Pesto

In meinem schattigen Gärtchen gedeiht am allerbesten ein wildes Eckchen: dort wuchern Brennessel, Melisse, Vogelmiere, eine Distel und Holunder und meine drei Himbeeren um die Wette. Um dem ein bisschen pflegerischen Einhalt zu gebieten, lautet meine Devise: Pflege durch Aufessen ;)) Denn, da steckt viel Power drin in den ganzen frischen wilden (Un)kräutern. Gerade die frisch ausgetriebenen Brennesseln sind reine Wundertüten an gesunden Inhaltsstoffen. Gegen die hartnäckige Frühjahrsmüdigkeit gibts daher immer mal wieder frisches Brennessel-Pesto.


Die Finger bleiben unverbrannt, wenn man die Spitzen der Brennessel zügig von unten nach oben abpflückt (ich trage dazu dennoch gern meine Gartenhandschuhe) und dann walke ich in der Küche ein paar Male mit dem Nudelholz drüber - das bricht die picksigen Brennhaare. So zack - entschärft! Dann pflücke ich die Blättchen ab - die Stengel bekommt mein Kompost. Der muss ja auch von was leben ;)


Oh, natürlich, Löwenzahn wächst da auch ganz üppig und ein paar Blättchen kamen mit ins Pesto. Löwenzahn schnibbel ich auch immer gern mal mit in den grünen Salat. 
Was kommt sonst noch mit ins Pesto? Ganz einfach und meist hat man es eh da: einen großen Schluck Olivenöl, eine oder zwei Knoblauchzehen, Salz und wenn man hat: ein paar Pinienkerne.


Und dann mit dem Pürierstab fröhlich in grüne Pampe verwandeln ;) Zwischendurch nicht vergessen, ein paar Nudeln in´s Wasser zu werfen und fertig! Mr. Urban White befindet sogar, dass ihm das Brennessel-Pesto viiiel besser als alle anderen grünen Pestos schmeckt. Na, da freut sich doch die Köchin ;)


Es ist doch toll, wenn das eigene Unkraut sich so nützlich macht und auch noch so lecker ist. Wahlweise kommen auch mal andere grüne Unkräuter an die Nudeln...was halt so weg muss. Ich hab gestern noch ein spannendes Rezept für eine Giersch-Quiche gefunden...die muss ich auch bald mal ausprobieren.


Wenn das wilde Eckchen doch überhand nimmt, setze ich mit Brennessel für meine anderen hungrigen Pflanzen auch ...na ihr wisst schon...an. Riecht dann nicht ganz so gut ;))
Ganz in der Nähe der wilden Ecke hängt ein wunderbares Windspiel im Baum. Aus alten Tonscherben. Sie machen im Wind ganz herrlich satte Klong-Klacker-Klong Geräusche nicht so ein hektisches PlingPling wie die Metall-Röhren-Windspiele. Meine "kleine" Schwester hatte mir das Scherben-Windspiel zum letzten Geburtstag gebastelt. Voll schön - es passt so gut in meinen unkonventionellen Garten ;)


Ist das nicht wundervoll: Morgen Feiertag - dann Brückentag und daaan Urlaub!!! Yipiee!! Diesmal bleiben wir mal ganz in der Nähe - fahren für eine Woche raus ins Umland: in die bezaubernde Uckermark. Ich muss gar nicht weit weg um das Gefühl von Urlaub zu haben: Hauptsache es ist grün und still und Zeit zum wandern, reden und lesen. Eigentlich wollten wir nach Schottland, aber im letzten Jahr konnte ich nicht absehen, wann ich Urlaub haben werde und so heben wir uns die Highlands für später auf.  


Ich wünsche Euch einen schönen Feiertag und für alle, die den Brückentag genießen dürfen: Genießt den sommerlichen Mini-Urlaub! Es soll richtig warm werden! Ach sorry: Und natürlich für alle Herren: Macht euch einen feinen Männertag!!! (Wir Frauen kommen den Tag auch mal ohne Euch klar ;))

Liebste Grüße
Eure 






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