Sonntag, 17. September 2017

Wo die wilden Brom und Holllunder-Bären hausen...

Der Herbst hat sich in sein sonniges Kleid geworfen und mich vom gemütlichen Frühstückstisch weggelockt... "Komm in den Wald...komm auf die Wiese..." hat´s gerufen. Und wenn mich Hafer und die inneren Hummeln stechen, dann muss ich so einem Ruf doch folgen.
Meine Nachbarn mähen Rasen, putzen Fenster, rüsten zum Grillen und schieben die Sonnenliegen in Position...man könnte soo schön zu Hause bleiben und es ihnen gleich tun. Nix da! Wenn Wald und B(ä)eeren rufen, dann schnür ich meine Schuh...


Und schau her ...es waren gerade wieder viele Brombeeren nachgereift...und niemand hat´s gesehen:)))
Die wehrhaft stolze Schöne macht es nicht mir nicht gerade leicht...ständig hängen mir die unnachgiebigen Ranken von Frau Brombeer in den Haaren oder halten mich mit spitzen Dornen an beiden Ärmeln fest, so dass ich meine Hände nicht mehr aus dem Busch bekomme...Irgendwie so ähnlich müssen sich die Prinzen in der Dornröschen-Hecke gefühlt haben. Wenn ich nicht ständig in Bewegung bliebe, würde sie sicher um mich rum wachsen...aber da ich besänftigend auf sie einrede, gibt sie mich immer wieder frei ;)


"Eine nasch ich...nach der anderen schau ich...die nächste wandert ins Körbchen..." mit dem Mantra hatte ich bald ein gutes Kilo Bären ähh Beeren im Körbchen und mir stand voller Sammelwut der Sinn nach ein paar mystischen Holler-Beeren für den nahenden Winter.


Weil ich ganz in Gedanken über das Märchen der Frau Holle sinnierte (ihr wisst schon, Pechmarie und Goldmarie, die in den Brunnen springen...) Frau Holle als Göttin Holla, die im Hollerbusch wohnt, pflanzte sich mir unbewusst so sehr der Name Holle ein, dass ich ihn dann auch auf meinem fertigen (Wintermedizin)saft wieder fand ;) Huiii! Hollunder!! Dabei weiß ich natürlich, dass Holunder, mit EINEM "L" geschrieben wird... naja, ein bisschen benebelt die Herstellung von Holundersaft die Sinne schon...ist ja roh noch ein bisserl giftig...und ich liebe die "gute alte Handarbeit" ohne High-Tech-Küchenmaschine.


Also gab es von meiner Ausbeute: Hollundersaft und Brombeer-Marmelade mit nix und wenig Zucker...so schmeckt es pur nach Wiese und Herbstsonne und Herbst.

Nach dem ich so erfolgreich die wilden Beeren erbeutet hatte (ein paar Schrammen und Kratzer auf den Händen zählen nicht) wagte ich noch einen Abstecher in den nahen Wald...(Hab ich euch eigentlich schonmal die Geschichte erzählt, dass ich dort vor einigen Jahren einen Löwen sah...?)
Daher geh ich seitdem lieber auf die "löwenfreie" Seite. Und wie es einschlägige Naturbücher und Waldläufer raten "verbinde ich mich mit dem Wald". (Sonst läuft man nur durchs Grün und sieht nichts...) Ich setz mich also andächtig ins Moos und begrüße den Wald und frage, ob ich ein paar Pilze haben darf...im Kopf hatte ich "...so um die fünf Stück, wär gut"....was soll ich sagen, der Wald schenkte mir 6 Pilze, davon waren mindestens zwei Steinpilze sicher gerade genau in dem Augenblick vor mir aus dem Moos gewachsen...Mini-Baby-Steinpilze!! Die sieht man nur, wenn man quasi schon davor kniet...


Von den Pilzen gibts kein Foto...zum Wald-Meditieren geh ich immer ohne Kamera ...das hätte mich zu sehr vom "Pilze-Finden" abgelenkt ;) Alle Pilze sind am Abend sehr bereichernd in der leckeren Maronie-Champignon-Waldpilz- Pfanne gelandet. Sehr fein! (Mr.Urban White gings leider schon vorher schlecht...das kann also nur besser werden ;)

Hach, so ein wonniger Spätsommer-Herbstsonnentag ist einfach unbezahlbar an Farben, Gerüchen und Geschmack - ich finde solche Tage meist noch schöner als "Hochsommer-Tage" (aber davon hatten wir dies Jahr auch nicht viele...) Und wunderbar, dass ich an Winter-Sonntagen mir lecker Brombeer-Marmelade aufs warme Brötchen kleckse...hmmm!!


Ich hoffe, Ihr hattet ein ebenso feines Wochenende. Einige von Euch haben ja auch Hummeln im Hintern und waren sicher in Feld und Wald oder sonstwo unterwegs ;))

Ich wünsche Euch einen lichten Herbst, voll samtig weicher Sonne und frischer Herbstluft! 


Liebste Grüße
Eure





Freitag, 11. August 2017

Süchtig nach...Meer

Stellt Euch vor Ihr habt Urlaub...und es regnet...Juhu!! Wir hatten eine Radfahr-Woche auf Rügen geplant.
Schnell noch die nächste Gewitterlücke abgepasst, aufs Rad geschwungen - ab zum Bahnhof, schwups rein in den Regio und an der Küste wieder rausgepurzelt...und: Abrakadabra: Der freche Küstenwind hatte alle Regenfronten Richtung Festland gepustet. Aufatmen! Fischbrötchen (für Mr. Urban White) zur Einstimmung und auf der Rügenbrücke im Kopf "On the Road again..." angestimmt ;))


Wir hatten vor, diesmal gegen den Uhrzeigersinn die Insel zu erkunden...vor einigen Jahren waren wir ja schon mal "links rum" auf der Insel unterwegs. Dabei waren uns wieder die kleinen versteckten Dörfer lieber als die mondänen Seebäder... Am ersten Abend fielen wir in einer ländlichen Pension ins Bett...wunderschön umgeben von Koppeln, Wiesen und Ruhe, die so tief ist, dass man als Großstädterin in der ersten Nacht kaum schläft. Und dann machen die Vögel ab 4 Uhr morgens soo einen Krach...boahh!!  Ich wollte gerade in meine erste Tiefschlafphase!!!


Jeden Tag einfach weiterradeln...die Gedanken fliegen davon, die Sorgen sind schon längst abgehängt... im "Hier und Jetzt Sein" ist nicht länger reine Theorie...
Da Ferienzeit war, hatten wir unsere "Schlafplätze" (mal einfach mal chic) vorgebucht...aber dennoch hatten es einen Hauch von "Einfach treiben lassen"... Unser zweiter Unterschlupf war das sehr ehrwürdige und alte Badehaus Gohr in Lauterbach (da stiegen schon russische Prinzessinnen ab ;))

Unsere Räder parkten standesgemäß in der Tiefgarage neben dem Porsche...während wir unsere müden Radler-Waden in der Sauna verwöhnten. Der Blick vom Hotel (Glas Prosecco in der Hand) ging auf einen weiteren Ort der Begierde... mal in sooo einem Stelzenhaus den Jahreswechsel erleben...das wäre doch was!!?   



Am nächsten Morgen verflogen die überkandidelten Übermut-Wünsche und es war einfach nur gut und heilsam ins Grün und Meer einzutauchen...und da uns kaum andere Radler auf dem Rügenrundweg entgegenkamen... hatte man alle Zeit der Welt, sich ausgiebig satt zu sehen. Was für Aussichten: auf den silbrigen Strelasund, auf einsame alte Höfe...die mir ganz dänisch anmuteten, vorbei an üppigen Blumenwiesen, wachhabenden Gänsen, schiefen Fachwerkkaten...herrlich!!! Man konnte sich tagsüber schon in einen herrlichen Rausch kucken...und jeden Tag hat´s morgens schon in den Füßen gekribbelt:  Was der Weg wohl heute bereit hält ? 


Obwohl in allen Teilen Deutschlands die Regentrude Überstunden gemacht hat, hatten wir nur einen Tag fiesen Regen...danach war das Meer neblig-silbern und wunderschön und der Himmel veranstaltet großes Theater...

Da konnten wir nur andächtig im Sand sitzen und staunen...und einige Hippies (die es auch heute scheinbar noch gibt) mit kleinen improvisierten Zelten und Hängematten am Strand veranstalteten für das Himmel-Theater das ein oder andere Rauchopfer...  Was für eine entspannte Insel ;))

Ich hätte gern noch eine weitere Woche drangehängt (zumal das Wetter auf der Insel eindeutig besser war und zu Hause nur das Handwerker-Chaos wartete...) NATÜRLICH brauchen Handwerker mindestens 2 Wochen länger als angekündigt....wie konnte ich das vergessen?? 

Ja, und ein paar begehrenswerte alte "Damen" in Form von Häusern standen auch am Wegesrand...es gäbe noch sooooo viel zu entdecken, wenn man sich fein brav fern von den Touristen-Hot-Spots hält. 

Mein Ostsee-Insel-Radfahr-Fazit (wie bei allen Süchtigen): Ich spür schon Entzugserscheinungen, wenn ich noch da bin...aber der letzte Tag angebrochen ist. Da werde ich innerlich ein bisserl "stachlig" ;))  Da hilft auch kein Eis mehr...auch kein Streuselkuchen...nix!

Hallo liebes Universum: Nur mal so als Inspiration!! (Was muss ich eigentlich tun, um soo ein kleines feines Häuschen zu haben??? )


Mal bloß gut, dass wir nächstes Wochenende wieder am Meer sind!! Hach...Vorfreude ist auch 
...ganz schön ;))

Ich hoffe, Ihr habt auch feine Urlaubszeiten gehabt und das "Neben-der-Zeit-sein" genossen. 


Mal sehen was das "Überraschungs-Ei" Sommer noch so im Angebot hat. Ich wünsche Euch Tage voller Übermut und Genuß, laue Nächte und Sternenhimmel überm Lagerfeuer ;))


Eure









Samstag, 1. Juli 2017

"Wann wird mal wieder richtig Sommer..." und: Über das Wünschen

...Boahh, hört das irgendwann mal auf zu regnen? Hat jemand den Sommer storniert ?? Häh?!

Seit Tagen scheint mein Schattengärtchen sich erst in ein Feuchtbiotop und nunmehr auch in eine einzigartige Sumpflandschaft zu verwandeln... Meiner Gartenseele tut das gar nicht gut. Daher habe ich  mir als Regen-Antidepressiva verordnet, die Bilder der letzen Wochen in Dauerschleife anzusehen... Ohh Jaa, da gab es das Wochenende am Meer und Sonne satt und das Frühstück im Garten ...hmmm, schmacht!


Mich zu beschenken ist ganz einfach! Nach meinen Wünschen gefragt, antwortete ich als Kind "Ein Pferd...oder ein Klavier"* Jetzt antworte ich zur Überraschung meiner Umwelt meist: Bücher!! ... aber noch toller ist es, wenn ich "Zeit" bekomme. So ein Zeit-Geschenk machte mir das Tochter-Kind und wir verbrachten wunderbare Stunden aus dem Alltag gefallen in meiner Lieblings-Parallel-Welt "am Meer" (Jaa. auch die Ostsee zählt für mich absolut als Meer!!!)
Diese Landschaft, in der der Blick tatsächlich den Horizont als Linie zwischen Blau und Blau wahrnehmen kann - zieht mich schon immer magisch an. Da werde innerlich ruhig und äußerlich still und "ganz".


...wie wäre es, ein Jahr am Meer oder besser noch, auf einer Insel zu verbringen?
Den Sommer erleben mit den hellen, lachenden Nächten.
Den Herbst, wenn der Wind das Wasser aufwühlt und alle Farben zwischen blau-grau-grün unendlich oft wechseln.
Der Winter, wenn die Zeit am Meer den Atem anhält und die Touristen weg bleiben und die Zeit sich dehnt...für viele gute Bücher reicht.
Dann...irgendwann kommt der Frühling, zart und zögerlich...oft schroff und wenig lieblich .
Jeden Tag da sein, ein Jahr am Meer - irgendwann werde ich es mir schenken. (Wenn ich dann noch so ein Haus hätte wie auf dem Foto, das aufs Meer blickt...**)

Was würde ich jeden Tag machen? Als erstes: Jeden Morgen mit dem Kaffee in den Garten gehen...und sehen, was der Tag bringt ;)

Es gab schon einige dieser stillen sonnen-geküssten Sonntage (auch in meiner großen Stadt) und ich fand es einfach toll, im Garten zu frühstücken...ein kleines Urlaubsgefühl! Mit nackten Füßen und Kaffee in der Hand ... ein Traum ;))


Selbst der Herr im Haus, der gern mal etwas länger schläft, ließ sich verführen zum "Outdoor-Frühstück";))

Morgen wird es wieder regnen...morgen ist ein Sonntag...ich muss mir noch ganz viele Gartenbilder ansehen, um das zu verkraften. "Wann wird mal wieder richtig Sommer, ein Sommer wie er früher einmal war...Ja, mit Sonnenschein von Juni bis September..." (wie der gute Rudi Carrell so schön sang) ...bisschen werde ich ungeduldig, denn noch ist definitiv keine Zeit für die Weihnachtsdeko!!



Gibt es auch so eine Sehnsucht in Euch?
Oder einen Traum, der es verdient, noch eine Weile Traum zu bleiben?

Liebste Grüße
Eure



* Das Klavier habe ich mir als Erwachsene gekauft...herrlich alt. Das Pferd...hm, das gab es als wunderschönes Holzpferd zu Weihnachten ;)
** Man sollte immer aufpassen, was man sich wünscht ;))












Montag, 1. Mai 2017

Scharf gestochen...Königliches Gemüse

An Spargel scheiden sich ja die Geister: Die einen lieben diese blassen Stangen und können nicht genug davon bekommen (egal wie schlimm das Pipi riecht) die anderen rümpfen die Nase und schimpfen ihn als: "Fad, holziges, wässriges ...überteuertes Gemüse" und können den Hype nicht verstehen. Ich gehöre eindeutig zur ersten Spezies ;)


Nun kann ja JEDE(R) ihren Spargel auf dem Markt oder beim Spargel-Dealer des Vertrauens gegen Geld erstehen - momentan noch zu horrenden Preisen, aber wenige gehen selber stechen, wie ich zum Nulltarif ;) Neeeinn, nicht illegal mit Taschenlampe!!! Tststs!!! Mach ich nicht!! Da hätte ich viel zuviel Schiss, erwischt zu werden!
Ich kenne eine Wiese am Wald, völlig unscheinbar...die war vor einigen Jahren ein Spargelfeld. Das weiß ich, weil ich im Herbst vereinzelt die verräterischen filigranen Spargelbüsche auf der Wiese sah und mir dachte: "Na, wenn da mal nicht im Frühling der Spargel wächst, das muss ich mir merken!" Gesagt, getan...den ganzen Winter über an nichts anderes gedacht ;)


Und als die ersten Spargel im Laden auftauchten, wetzte ich mein Messer und fuhr mit einer Nachbars-Freundin auf die Wiese. Da wir schon absehen konnten, dass das eine unverschämt königlich-bückende und anstrengende Arbeit wird, nahmen wir auch gleich noch ein Picknick mit. Die Spargel brechen gerade durch den Boden - eher Spargelspitze als Stange, aber köstlich knackig frisch!!
Klar hätte ich mit weniger Anstrengung Spargel kaufen können, aber selber suchen, finden (sich freuen wie ein Gänseblümchen über jede kleine Spitze), stechen ... und dann Picknick auf der Wiese, was gibt es Schöneres?


Und am nächsten Abend wurde die Beute aufs Feinste verwandelt: Hmmm in gebackenen Spargel mit grüner (Un)kräutersoße und frühen Kartoffeln. Das Topping fand sich am Waldesrand: wilde Hopfensprösslinge - die schmecken auch ein wenig nach grünem Spargel. Auf jeden Fall ein Abendessen wie es wilder und leckerer nicht sein kann: selbst gejagter Spargel an grüner Unkraut-Soße: Brennessel. Giersch, Gundermann...und weiteres Grün und blanchierter wilder Hopfen obendrauf- Voila! Guten Hunger!



Wenn das Wetter so schön mild bleibt, dann gehen wir nächsten Freitag wieder "Jagend und Sammeln" ;)

Heute gab es aus den Resten Spargelrisotto und obendrauf wieder lecker wilder Hopfen ;)) Ich könnte mich jetzt bis Johanni (solange wird hier und anderenorts Spargel gestochen) davon ernähren. Ich glaube, dass ist das einzige Gemüse, dass ich in jeder Variation liebe: roh, gekocht, gebraten oder gebacken und mir nicht vorstellen kann, je davon genug zu haben. Und da Mr. Urban White (meist) liebt was ich koche, muss er da wohl durch...samt schlimm riechendem Bad ;))

Ich hoffe, Ihr hattet ebenfalls ein wunderbar langes 1. Maiwochenende. Dabei fiel mir heute diese rudimentär-philosophische Überlegung auf: Ich mag lange Wochenende noch lieber, wenn der freie Tag ein Freitag und nicht der Montag ist...wieso? Keine Ahnung! Fühlt sich für mich irgendwie besser an, aber hey! Ich nehme auch einen freien Montag ;))


Alles Liebe und eine feine neue Woche wünscht   



P.S. Bitte nicht vor dem Vorabend-Programm lesen: Mr. Urban White findet ja, die feinen Spitzen sehen weniger königlich dafür ganz schön anzüglich aus...was meint der nur...?? ;)

Samstag, 15. April 2017

Mitmach-Aktion: Gummistiefel für den Osterhasen!!!

Ich hab sooo gehofft, an Ostern schööön im Garten zu sitzen, dem Hasen beim Verstecken zuzusehen, mit den Zehen in der Sonne zu wackeln und mit Möhrenkuchen-Krümeln die Meisen zu füttern...nix da! Hier wird wohl bis Ostermontag durchgeregnet...



Unseren Osterspaziergang haben wir gestern schon vorgezogen und so gab es noch Sonne auf den Blütenzweigen ;)) Wir sind durch Wald und Wiese gewandert - nebenbei wurde Bärlauch für feines Pesto gepflückt und immer wieder musste ich ganz verzückt auf den Knien rumrobben um die wunderschönen Buschwindröschen aus der Nähe zu betrachten.

Ganz magisch war der Moment, als wir ungelogen 50-60 Rehe ganz nah zwischen Waldrand und Wiese begegneten - die ziemlich tiefenentspannt abwarteten, was wir so machen...und als sie einschätzen konnten, dass wir harmlose Vegetarier sind, die obendrein nach Bärlauch stinken äh riechen, traten sie nicht die Flucht, sondern eher einen langsamen Rückzug in den Wald an. Ganz beseelt, noch nie soo vielen Rehen so nah begegnet zu sein, trafen wir im Unterholz gleich wieder auf Rehe UND auf ein mittelgroßes Wildschwein, dass 5 Meter vor mir über den Weg trottete.... Da machte das Herz vor Schreck einen Hüpfer, den wo ein kleines Teenager-Schwein ist, ist Mutti-Schwein sicher auch ganz in der Nähe...und da traten WIR den geordneten Rückzug an und entschieden uns, ein Stück Umweg und lieber über die Wiese zu laufen... So viel Wild unterwegs!!! Wahnsinn! Aber keinen Hasen gesehen - aber ist ja kein Wunder, der ist ja jetzt auch schwer beschäftigt ;)) Vielleicht sollten wir alle wie zu Nikolaus diesmal unsere Gummistiefel vor die Türen stellen (bei der Wettervorhersage!)



Meine Osterbilder, habe ich noch vorsorglich gestern in der Sonne gemacht und versuche damit ein bisschen Sonnen-Zauber auszuüben, mal sehen ob es bis Morgen klappt ;))  Irgendwann muss sie ja mal wieder kommen - Frau Sonne! Und falls Ihre einen tropfnassen Hasen in Eurem Garten seht, vielleicht habt ihr ja auch ein paar Gummistiefel übrig, sonst holt der sich noch einen Schnupfen!

Wie auch immer Ihr es Euch gemütlich macht: mit Wärmeflasche oder Glühwein - Ich wünsche Euch gemütliche und friedliche Ostern!  


Liebste Grüße Eure






Samstag, 1. April 2017

"Zickige Tanten"


...so bezeichnete der Obergärtner von Ettenbühl James Foggin die Königin der Rose (aber nur im Scherz). Ich hatte mir kurzerhand einen Rosenschnittkurs in der Königlichen Gartenakademie gegönnt, nachdem ich wieder sehr zauderlich vor meiner englischen Rose stand, die irgendwie nicht so richtig in die Pötte kommt... Da klappert man mit der Schere und weiß nicht so recht, wo nun ansetzen. Die treibt doch so schön, aber irgendwie auch sehr dünn und formlos. James wusste Rat: "Nur nicht zimperlich, durch Schnitt kann man im Grunde keine Rose umbringen". (Sein Wort in Gottes Ohr)

Da wir nach dem Theorie-Teil: passende Sorten für alle Gärten (die sofort "Haben-Wollen" auslösen) Rosenkrankheiten, Rosenpflege und Rosenschnitt in der Theorie (super einfach - nix mit 3. Auge außen...)
Sahen wir mit erschrockenen Herzen zu, wie James beherzt die Königlichen Akademie Rosen 1. ohne Handschuhe bei den Dornen packte und sie 2. schnipp schnipp schnapp schnitt. Eins zwei fix... Neben fleißig mitschreiben, schoß ich schnell ein paar Fotos aus der Hüfte der wunderbaren Gartenakademie, die ich sehr liebe und die auch so ein "Hidden Place" ist.


Leider war es heute beim dem Super-Wetter irre voll, so dass ich nur gaaanz wenig Bilder machen konnte, sonst wären ständig Leute drauf... und während des Schneidens hatte ich die Kamera leider nicht dabei ;((
Wieder zu Hause krempelte ich tapfer die Ärmel hoch und schnitt beherzt meine "zickigen Tanten" auf dass sie wieder gesund und kräftig austreiben und mich reich mit Blüten beschenken. Ich bin gespannt...da es ja auch schon ein klein bisserl spät für den Schnitt war. Aber noch ein Jahr warten konnte ich auch nicht. Mal sehen, was es im Sommer zu berichten gibt ;)

Zum Abendessen dieses herrlichen Tages, gab es reichlich Unkraut aus dem Garten ;) Die beste Art, die Wilden im Griff zu behalten...


Da meine Brennessel im wilden Garten-Eckchen so schön ausgetrieben sind, schnitt ich einmal alle Spitzen und kochte daraus ein Brennessel-Kartoffel-Süppchen. Seeehr gesund das alte Heilkraut! Und verdammt lecker. Nächste Woche werde ich wieder das leckere Pesto machen, dass ich schon im letzten Jahr mal hier gezeigt hab.


Nee, ich fass die nicht so an ;) Ich nehm schön Handschuhe und rühre mit einem Holzlöffel im Wasser, um sie zu waschen und dann ab in den Topf!

Als Vorspeise gab es in Olivenöl gedünstete Löwenzahnblätter mit Pinienkernen und ...hmmm!
Und als Hauptgang gab es das feine grüne Brennesselsüppchen. (Frau hat niee die richtig schön passenden Teller - aber rote tun es ja auch) Und der Abend war so schön, dass wir das erste Mal draußen essen konnten.


Ach, und weil es gar zu schön war und morgen schon wieder kühler wird, haben wir auch gleich noch für das schöne Abendgefühl ein Feuerchen geschürt. Was für ein voller Tag...nun geh ich Sonnen-satt und Garten-müde ins Bett ;)



Ich wünsche Euch einen traumhaften Sonntag und nur keine Angst vor den Rosen!!


Eure 


Freitag, 10. März 2017

Wohin man blickt...alles grün!

Wir haben den Winter abgekürzt und sind dem kalten Schmuddel-Wetter entflohen auf die Frühlingsinsel - Madeira. Selbst Ende Januar/Anfang Februar als wir da waren...überall grün-grün und zaghaftes Blühen. Warum ich nicht schon früher darüber geschrieben und Bilder gezeigt habe? Ich hatte mit der Post-Urlaubs-Depression im regenfeuchten, bibberkalten Deutschland zu tun...;))


Es ist einfach UNGLAUBLICH in Deutschland bei Graden um Null loszufliegen und am nächsten Morgen die Wanderschuhe zu schnüren und durch üppigste Vegetation zu laufen. Es riecht so anders im Frühling: grün, frisch...nach Leben.
Ich hätte nie gedacht, dass Madeira so abwechslungsreich ist: da gibt es nicht nur die bekannten Wege entlang der Levadas (Wasserkanäle), sondern auch verschlungene Pfade durch Weinberge und Gemüsebeete und Wege hinunter an den wilden Atlantik.


An scheinbar jedem Fleckchen Steilhang haben die Madeirer kleine Mauern gebaut um irgendetwas anzubauen: Gemüse, Bananen oder Zuckerrohr...ich stand an vielen dieser kleinen Mini-Felder hinter deren letzten Kohlpflanze es steil abwärts ging und ich mich fragte, wie man dort gefahrlos seinen Kohl erntet...angeseilt???


In der Mitte unseres deutschen Winters, wenn man das Gefühl hat, es geht ewig so weiter mit bleigrauem Himmel, Frost und Dunkelheit, gab es schon soo viele Blumen, das war reinster Seelenbalsam. Wären wir 4 oder 6 Wochen später gekommen, wäre es vor Blütenfülle wahrscheinlich schier nicht aushaltbar gewesen.

Neben all den anderen unfassbar schönen Wanderungen, hat mich auch dieser Weg hinunter zu den Meeresgärten total beeindruckt. Da ging es in kleinen Serpentinen durch wildes Grün in guten 3 Stunden ca. 500m hinunter auf Atlantikhöhe...und da waren viele kleine Gärten. Mit Kartoffeln, Bananen und...tja eigentlich wächst ja alles in dem Klima. Die Bauern haben irgendwann, als sie merkten, dass sie jedesmal das Öl oder den Wein zum Abendessen vergessen hatten eine luftige Seilbahn ohne Zwischenstützpfeiler gebaut, um mal schnell wieder hochzukommen. "Schatz mir ist gerade so gemütlich, holst Du mal eben noch Wein und Öl zum Fisch, den ich eben gefangen hab...?" (Wäre ja blöd, wenn man hin- und zurück über den Landweg ca. 6 Stunden braucht. Wenn man rennt)


Ich habe Höhenangst - das ist wichtig zu erwähnen, denn ich bin fast gestorben vor Angst, als wir auch mit der Seilbahn die 500m wieder nach oben schwebten. NICHT LUSTIG!

Nach solch pulsbeschleunigenden Aktionen gönnten wir uns auch zwei Gammeltage...morgens auf den Sonnenaufgang warten (unfassbar und so selten in der Großstadt gesehen), danach Yoga mit international gewürfelter Gruppe und dann schön mit Nase im Buch am Pool rumlummern...Herrlisch!!


Mr. Urban White war nie pünktlich zum Sonnenaufgang - jedoch immer pünktlich zum Sonnenuntergang zugegen ;)) Gern auch klassisch mit einem Kaltgetränk. Nach so einem ruhigen Tag hummelt es wieder in mir rum und ich habe die nächste Wanderung geplant.
Kleine Abstecher zu den schönen Steinstränden waren auch mal drin ... da muss Frau ja mal einen Zeh reinhalten ;)


Die Insel, so klein sie auch erscheint: wie ein winziges Pünktchen auf g..oo..maps - mitten im Atlantik. So unfassbar groß bzw. wanderbar ist Madeira und ich wurde das Gefühl nicht los, dass ich noch viel mehr sehen will von diesem schönen Fleckchen Erde." ...mit Dir bin ich noch nicht fertig!"


Und schöne (leere) Häuschen mit vieeel Landschaft drum herum gab´s hier auch..leider wäre es da bis zur Arbeit bisserl weit...;) "Alles Gute ist nie beisammen" würde Oma sagen.


Mit wehem Herzen haben wir Abschied vom Frühling auf der Insel genommen und sind dann mit "Augen-zu" die letzten 4 Wochen durch die Stadt gerannt...jetzt kann ich sie wieder aufmachen, denn hier blüht und grünt es ja auch endlich unaufhaltsam.
Dennoch bleibt das Fazit: Winter abkürzen auf Madeira lohnt sich!!


Ich wünsche Euch ein frühlingshaftes Wochenende! Vielleicht gibt´s ja wieder ein kleines Sonnen-Häppchen...

Liebe Grüße Eure  






Freitag, 6. Januar 2017

Segel setzen...

Ein neues Jahr liegt seit ein paar Tagen klirrend kalt aber auch rein und frisch vor mir. Was wird es wohl bringen? Mehr denn je frage ich mich: Wie wird es werden, im neuen Jahr??...Man kann sich gemütlich in seine eigenen 4 Wände zurückziehen und Cocooning betreiben, besorgt auf die Welt schauen...Angst bekommen, erstarren oder einfach weitermachen wie bisher... Ich entscheide mich für das sprichwörtliche  "Segel setzen" und den Kurs neu bestimmen.


Den Jahreswechsel verbrachten wir in Stralsund - ich wollte gern das alte Jahr am Wasser beenden und das neue Jahr am Wasser begrüßen...dem lebenswichtigen Element, der Urgewalt, auch wenn unsere kleine Ostsee sich nur selten urgewaltig aufführt (...wie just im neuen Jahr geschehen).
In Stralsund fügt sich fast schüchtern, wie in einem Nebensatz, mittelalterliches Bauwerk an modernes Stadtbild mit hippen "Barber-Shop" (tragen da jetzt alle Männer Störtebecker-Bart??) , für mich jedenfalls ist die Stadt ein Beispiel für städtisches Understatment. Da gibt es sooo viele Dornröschen-Häuser und Ecken, die entdeckt werden wollen.


Wir hatten uns in ein kleines, gemütliches Hotel einquartiert, das in einen alten Hafenspeicher direkt am Hafen liegt mit tollem Blick über den Strelasund nach Rügen...wenn der Nebel den Rockzipfel hob. Oben auf dem Dach war ein kleiner 360° Rundumausblick in dem wir an Silvester ganz über den Dächern der Stadt das Feuerwerk genossen. Das spezielle am Stralsund-Silvester war aber das professionelle "18:30 Uhr Feuerwerk für Alle" am Hafen....so ein wunderschönes Feuerwerk teilweise im Nebel in dieser besonderen Atmosphäre habe ich noch nie erlebt.


Die Zeit verging zwischen "Alt" und "Neu" im wahrsten Sinne...in alten Gemäuern neue Ideen, aus dem alten Jahr entspinnen sich neue Vorhaben... Nun im neuen Jahr wird sich zeigen, wie achtsam ich mit meinen Ideen und Hoffnungen umgehe ;)) Wie haltet Ihr es mit Vorsätzen? Ich fasse sie lieber erst im neuen Jahr bzw. lasse mich von ihnen überraschen...mache Vorsätze "springen" mich auch erst im Laufe eines Jahres an und dann versuche ich ihnen zu folgen...bis sich manchmal auch ihre Spur verliert ;)
Dennoch ist es mir gaanz wichtig, jetzt am Anfang des neuen Jahres innerlich sehr aufmerksam zu sein...quasi die Spur des Neuen aufzunehmen, zu orten, wie es sich anfühlt...


Während wir durch alte Gassen stromerten, begann das Neue schon zu klingen... und die Vögel zwitscherten schon wie im Frühling.
Aus und in dieser alten Klosteranlage "Zum heiligen Geist" entstand ein ganz wunderschönes Wohnviertel. Ehemals für arme Pilger zum Übernachten und für "Elende" erbaut, beherbergt es nun Familien und kleine Firmen. Nett, verträumt, ein bisschen heile Welt... Danach sehne ich mich ja auch und doch heißt "Segel setzen" auch: wachsam den Horizont beobachten, es ist nicht immer nur windstill...





Ich wünsche Euch im neuen Jahr:
 - einen guten Kompass für Entwicklungen im Innen und Außen
- eine gute "Mannschaft" - liebe Menschen, die euch begleiten
- einen guten Wind für Inspirationen, Projekte und Alt-Bewährtes
- einen sicheren Hafen...zum Ankommen

Alles Liebe für 2017
wünscht Euch





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