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Sonntag, 15. April 2018

Das Prinzip Vorfreude

...ist für mich eine wichtige mentale Strategie. Als Kind freut man sich mithilfe von Süßigkeiten 24 Tage auf Weihnachten...spätestens ab Mittwoch freue ich mich auf Freitag, denn da beginnt gefühlt das Wochenende...und ab Februar lauere ich stets im Wald auf die ersten Frühlingszeichen und freue mich über jedes kleine neue Grün und dicker werdende Blattknospen. Und warte voller Vorfreude. Jeder Tag ein neues "Türchen" im Kalender.
Und dann...quasi über Nacht legt der Wald in einem magischen Moment sein schönstes Frühlingskleid an...und schmückt sich mit leuchtend-weißen Buschwindröschen-Teppichen.


 
So ein leuchtend weißer Frühlingswald hat etwas ganz märchenhaftes, zauberhaftes an sich und ist eines meiner schönsten Frühlingsmomente. Ich werde dann ganz ehrfürchtig vor dem Wunderwerk, dass Mutter Natur da jeden Moment im Verborgenen und Offenbarten vollbringt, egal ob sie gut geschlafen hat, oder ob sie Montag-Morgen mag oder nicht...sie lässt blühen und wachsen...und vergehen. 


Und da ich eh den Blick schon auf dem Boden hatte, war ich gespannt, ob ich nicht auch ein paar wilde Hopfensprösslinge und frische Brennnesseln finden und pflücken kann. 
Oh jaa, da am Wiesenrand machte sich ein ganzes Nessel-Meer drauf und dran ein Brennnessel-Ozean zu werden. Ein paar Spitzen kamen ins Körbchen - genug um daraus ein so was von "Super-Food" verdächtiges Pesto zu zaubern ;) 
Das wird ein festliches Frühlings-Abendmahl! Voila ...der Gruß aus dem Wald:




...das war soo lecker!! Und so schnell fertig und aufgefuttert...dass ich nicht mal ein Foto 
geschafft habe. Aber hier habe ich mein Brennnessel-Pesto schon mal vorgestellt.
(Am Rand hab ich heute auch mal eines meiner inspirierenden Bücher verlinkt:
"Wilde Waldküche" - ein echter "Un"kräuter -Schatz mit wunderbaren Fotos und Rezepten.)

Das Prinzip Vorfreude lockt mich jeden Morgen in mein Gärtchen...vor zwei Wochenenden habe ich meine Hochbeete mal um einen halben Meter vor-verrückt, neu befüllt mit frischer Komposterde (ein Hoch auf den Kompost-Sieber;) und schon ein bisschen was gesät...und nun freue ich mich jeden Morgen auf das Entdecken neuer winzig kleiner Keimblättchen von Schwarzkohl, Ruccola, Salat, Mangold und Steckrübe...nur die Petersilie lässt sich noch nicht blicken...na, das wird schon noch! 


...und im Geiste sehe ich schon die Gemüse-Kinder sich in den Beeten drängeln.
Im Mai kommen noch Busch-Bohnen und Kapuzinerkresse dazu und wenn immer noch Platz sein sollte...noch mal Salat (Tomaten und andere edle Gemüse wie Paprika werden nix in meinem Wald-Schatten...) Merkwürdigerweise mag mein Beinwell den sandig-trockenen Boden unter einer großen Tanne und flieht schon aus seiner Beetbegrenzung...;)) Auch wenn jetzt ein Aufschrei des Entsetzens losbrechen sollte - aber die frisch ausgetrieben Beinwell-Blätter ess ich sogar*...

Also: zwei feine Beinwell-Blätter mit Kräuterfrischkäse bestrichen (das hält super - die Blätter haben einen Flaum) die Blätter wie zwei Klappstullen aufeinanderlegen, panieren und in heißem Olivenöl kurz braten...dazu frisches Pesto oder Preiselbeersoße...hmmm!!

So und freu ich mich sogar auf Montag...denn nur noch ein paar Tage und wir packen unsere Wanderschuhe ein und fliegen in den Urlaub ;))) Yippii!!

Ich wünsche Euch einen zauberhaften Frühling
Liebste Grüße
Eure





*... Beinwell, die wunderbare Knochenheilpflanze enthält Pyrrolizidinalkaloide...und das ist halt giftig, da Leberschädigend, aber nur wenn man irre viel davon isst...aber wie bei den meisten Dingen: die Menge macht das Gift. Auch Salz oder Zucker kiloweise gefuttert, wäre bzw. ist lebensgefährlich. (Na gut der Vergleich hinkt...Salz ist keine Pflanze, aber ihr wisst schon was ich meine...)




Montag, 18. Juli 2016

Komm mit in mein wildes Gärtchen...

Dank des sehr unentschiedenen Wetters ist selbst mein sonst so durstiges und trockenes Gärtchen mal üppig grün und wenn wir schnell genug sind (bevor die nächste dicke graue Wolke im Anmarsch ist), schaffen wir es, fix unsere Kaffee draußen zu schlürfen ;) Nu komm!
Wie? Nicht Rasen gemäht...? Nee, dann würdest Du doch all die kahlen Trockenflecken zu sehr sehen...lieber bisserl Wildwiese. Bei mir wirkt nicht Farbenpracht und Pflanzenmasse, sondern eher die einzelnen feinen Blüten...ich zeig sie Dir ;)


Neben altem Kram hab ich ja so ein Faible für unscheinbare Blümchen oder sogenannte "Unkräuter" - wie Rainfarn, Schafgarbe oder Karden ;) Zu besichtigen überall und neben meinem Brennesselbeet (Davon lieber mal kein Foto ;)

Diese graugrünen Blömschen mit den pinken Blüten liebe ich sehr und sie heißen seit meiner Kindheit für mich "Marienröschen" - dabei sind das Lichtnelken, aber einmal falsch gemerkt und schwupps drängelt sich der Kindername im Kopf immer vor. Sie sind super anspruchslos und blühen pausenlos. An einer Ecke wachen sie zusammen mit Lavendel - das ist eine ganz tolle Farbkombi.



Am Sprudelstein, der in den Regenpausen auch mal sprudeln darf, blüht Storchenschnabel. Auch so ein unprätentiöses Pflänzchen. Irgendwie hab ich eher eine Vorliebe für "kühle" Farben.


Und wenn wir uns mal eben nebeneinander auf den Bauch legen, dann zeigt dieser purpurfarbene Storchenschnabel mit dunklem Auge seine ganze grazile Schönheit... Dank des wilden Durcheinanders tummeln sich ganz viele dicke Hummeln und auch Schmetterlinge in meinem Gärtchen.

Am Sonntag kam meine Familie zu Besuch und da gehts auch immer zur Gartenschau...aber da brauch ich mir nix einzubilden, denn mit dem extrem-blüh-blüh-blüh-Garten meiner Mutter kann eh niemand mithalten.


.

Und was bracht mein lieber Familien-Besuch mir mit??? Einen wunderschönen Wildblumenstrauß in feinster Großstadtkeramik einer jungen Tonkünstlerin, die feine, schlichte, skandinavisch anmutende Gebrauchskeramiken fertigt. Ich liebe dieses unglaubliche Blau (erinnert mich an den Himmel überm Meer) und mattes erdiges Schwarz...Neugierig? Dann schau mal hier bei No t on .


Da fängt doch die Woche gleich viel sonniger an ;) ...und wenn der Montag erst mal geschafft ist, läufts....ich muss immer erst mal über die Wochenanfangs-Schwelle kommen und mich an das andere Tempo anpassen. Aber ich seh` schon den Urlaub im August frohlockend im Kalender winken.


Schön, dass Du mit mir im Garten unterwegs warst!
Ich wünsche Dir eine inspirierende Woche

Liebste Grüße
Eure




Samstag, 28. Mai 2016

Miau - der Nach-Urlaubs-Kater

Kennt Ihr das auch? Im Urlaub fällt man irgendwann völlig aus der Zeit - vergisst, ob Montag oder schon Mittwoch ist - es spielt keine Rolle mehr. Die Tage bekommen einen anderen Rhythmus - ich werde langsamer. Wenn ich dann "angekommen" bin in der neuen Zeit, ist die Welt drumherum viel intensiver da. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Wildtiere (frei und lebend! und nicht tot neben der Autobahn) gesehen - eine ganze Jungherde Hirsche beim Morgen-Jogging im Rapsfeld, einen sehr konzentrierten Fuchs auf einem Feld, Graureiher, Fischreiher, sowieso Vögel ohne Ende und einen aufgeregten Feldhasen, eine Ringelnatter und morgens weckte uns eine echte Kuckucksuhr ;) und auch am Abend hing der Kuckucksruf noch lange über dem See.


Unser Urlaub in diesem Jahr führte uns ja quasi vor die "Haustür" - nur eine gute Stunde von zu Hause entfernt aufs Land in die bezaubernde Uckermark, die mit knallgelben Rapsfeldern vor blauem Himmel um die Wetter leuchtete. Die reinste Postkarten-Idylle...
Nach dem wir dort unsere Alltags-Seelen ausgelüftet und die Zeit verbummelt hatten, gings mit leerem Kopf und sehnsuchtsvollen Herzen zurück in die Großstadt und in den Arbeitsalltag. Ich bin dann immer erstmal sehr unleidlich, da ich Schwierigkeiten habe, wieder das "alte" Tempo aufzunehmen. Dann ist alles zu viel, zu laut, zu schnell... die Stadt stinkt...Nach-Urlaubs-Kater halt ;)

Was bleibt? Die Bilder im Kopf und die Sehnsucht nach solch einem Fleckchen Land - als kleinen Fluchtort.
Uns hat die Uckermark (wiedermal) so verzaubert, dass wir dort gern ein Häuschen hätten (...Ha!! Da sind wir sicher die Einzigsten! ;) Ich geb schon mal eine Bestellung ans Universum ab...und falls jemand von Euch was weiß... immer her damit!

Endlich scheint auch hier wieder vorsichtig die Sonne - ich mach mir mal einen Tee und setz mich raus, Augen zu und ein bisschen vom Land träumen ;)
Euch, meinen lieben Besucherinnen und Blogfreunden, wünsche ich ein zauberhaft sonniges Wochenende und maximale Entschleunigung ;)

Liebste Grüße









Sonntag, 24. April 2016

Wilder April


Was für ein Monat - stürmisch wild, klapper kalt und verwöhnend warm. Kaum scheint die Sonne, bin ich im Garten unterwegs, um zu schauen, was die Natur über Nacht wieder so gezaubert hat.
Ich höre das Grün & Blüh der Bäume förmlich "plop" machen. Wir haben in der Nähe eine Kirschbaum-Allee und die ist (falls die Sonne mal so nett ist, mit zum spazieren zu kommen) jetzt ganz zauberhaft.


Aber so eine richtige Sonnengarantie gibts ja nun gerade nicht. Gerade regnet und stürmt es vor dem Fenster, dabei ist Sonntag (und irgendwie suggeriert der Name doch was anderes...).

Beim Frühstück gestern stellte ich fest: Huch...mein letztes lecker Glas Rhabarber-Orangen-Marmelade...die Vorräte von 2015 sind alle aufgegessen! Aller höchste Zeit für Nachschub zu sorgen!

Mein Rabarberchen kämpft sich ganz tapfer in meinem armen Sandboden nach oben und macht zarte Stängelchen - richtig dick werden die nie. Deswegen nehme ich immer nur ein paar Stängelchen und warte zum Marmelade machen lieber auf die Rhabarber-Schwemme meiner Landfreundinnen ;)
Zum Kuchen backen aber reicht´s.


An Rhabarber scheiden sich ja die Geister - ich gehöre zur Fraktion: Große unerschütterliche Liebe!
Und da Rhabarber ja kein "Obst" ist, futterte sogar Herr Urban White ein großes Stück vom noch lauwarmen Rhabarber-Streusel - sonst der größte Obsthasser ever, aber wie gesagt: Ist ja Gemüse - gab also quasi "Rhabarbergemüse-Quiche" zum Kaffee ;))


Was macht man denn nun mit so einem stürmisch-regnerischen Sonntag? Ich wollte soo gern noch ein bisserl im Garten rumzupfen, schneiden...und buddeln. In meinem Garten, der wie schon oft beklagt ja leider schattig, trocken und waldig ist und einen mageren hungrigen Sandboden hat (und den guten Kompost immer nur so wegsaugt)  gibt es einige wunderschöne Wildbereiche, die mit diesen Verhältnissen zurecht kommen. So bekämpfe ich auch nicht den Hahnenfuß als "Unkraut" sondern freue mich, dass überhaupt was blüht. Und auch der Beinwell, den ich unter eine Kiefer gepflanzt habe, scheint sich pudelwohl zu fühlen, obwohl dahin wo er steht fast nie Regen kommt...


Im Mittelbild sieht man die wunderbaren Tulpen vom schwedischen Möbeldealer, die ich letzten Herbst gesetzt hatte (Jaa, der Schwede hatte letztes Jahr Tulpen...wie die Selbstbau-Verpackung aussah? Na schau nochmal hier) Und sie sehen echt aus wie auf der Tüte...ganz feine pastellige Farben! Sie schweben auf sehr eleganten langen Stengeln über dem Vergissmeinnicht. (Auch so eine unkaputtbare Pflanze, die mit allen Bodenverhältnissen zurecht kommt)

Na, gut: Wenn das Wetter heute nicht passt, geh ich mal ein bisschen Keller aufräumen (das schiebe ich sonst soo gern auf und hab 1000 gute Ausreden, warum das gerade nicht geht) Und später gibt es zur Belohnung noch ein Stück Rhabarberkuchen mit einer Kugel Vanille-Eis - damit ist der Sonntag doch gerettet ;)

 
Ich wünsche Euch allen einen gemütlichen Sonntag und schwungvollen Start in eine weitere wilde Aprilwoche;)

Liebste Grüße Eure
   

Dienstag, 29. März 2016

Der Takt der Tage

Bringt Euch das kleine Stündchen Vor und Zurück-Geschiebe auch so durcheinander? Mich macht das ganz kirre - ich hab das Gefühl, zu völligen Unzeiten müde zu werden. Gab es über Mittag etwa jetzt auch eine Stunde weniger?? Boahh! Voll Frühlingsmüde die Frau! Dabei grünt es gerade so wunderbar, dass ich am liebsten jedem Blatt beim aus der Knospe rollen zusehen würde.
Am besten gelingt das bei einem kleinen Land-Wochenend-Ausflug mit Herberge bei einer Freundin, wo man ganz stilecht um 04:00 Uhr (vor der Zeitumstellung) aus den Federn gekräht wird. Ich liebe Hühner, aber warum müssen deren Männer so einen Krach machen?


Was gäbe ich drum, deren stille Konversion zu verstehen...beide waren völlig tiefenentspannt, selbst als nachher das Fenster offen war.

Auf dem Land, wenn das Auge nicht gleich immer an der nächsten Häuserwand gestoppt wird, gibt es im Frühling soo viel zu  schauen und zu staunen. Das Licht! Die neuen frischen Farben - und wie herrlich, wenn das zarte Grün alle Formen, die Felder, die Bäume in einem leichten Schimmer überzieht. Fast nur eine Ahnung von Grün und doch jeden Morgen sichtbarer. Irgendwie geht die Natur sehr behutsam vor - nichts geht zu schnell oder ist "zuviel" - auch in einem ganz eigenen wunderbaren Takt.


Meine Hornveilchen-Herde wird dank der guten Komposterde sicher bald wieder aus dem Sieb ausbrechen wollen und mein Rhabarber ist auch schon ganz Sonnen-verliebt.
Völlig hingerissen war ich von den vielen kleinen Vor-Osterlämmern, die ich auf dem Land gestreichelt hab und bei denen mir als Pflanzenfresserin kein Rezept durch den Kopf geht, höchstens, dass ich Ihnen den frischen Löwenzahn neide ;)))


Jedes Jahr stelle ich aufs neue fest (das der Keller mal wieder übern Winter nicht aufgeräumt wurde..., wenn die Sonne das erste Mal mit so ein bisserl mehr Kraft scheint, dass das doch die allertollste Jahreszeit ist.
Dann hätte ich gern viel mehr Zeit, um einfach nur neben meinen Hochbeeten zu sitzen und darauf zu warten, was da so durch die Erde bricht - jaaaa für soo etwas hätte ich Geduld. Oder einfach Himmel gucken, Eichhörnchen beim Klettern zuschauen, Schneeglöckchen beim Bimmeln zuhören und Kräutlein suchen für eine Handvoll Wildsalat ;)


Bis zum Wochenende bin ich sicher wieder "eingetaktet" mit der neuen Zeit - Grrr. Vielleicht geh ich heute einfach mal früher ins Bett und schlaf meinen Umstell-Jetlag aus.

Ich wünsche Euch eine wunderbare Woche voller Frühlingslicht und Frühlingsgefühlen

Liebste Grüße
Eure







Sonntag, 28. Februar 2016

Wunderbare(s) Frühlingsgewühle

Spürt Ihr es auch so in den Fingern kribbeln? Ich hab schon alles Verwelkte und Wintermüde von meinen Pflänzchen aus den Beeten gerupft...der Majoran schiebt und treibt in den Hochbeeten als wenn er keine Nachtfröste kennt, meine Schneeglöckchen bimmeln und an den wilden Büschen hält es keine Blüte länger in den Knospen...
Meine Töpfchen und Töpfe hab ich noch in Ruhe gelassen...die kommen als Nächste dran. Hach, ich lass mich jedes Jahr verlocken und dabei sind wir doch noch gar nicht sicher vor den Frostnächten - geschweige denn von Schnee-Tagen... aber wenn es nach mir ginge, begönne (begönne?) das Gartenjahr bereits Ende Februar!


Gestern gab die Sonne ihr Bestes und malte uns einen hellblauen Frühlingshimmel. Und da wir zu Besuch auf dem Lande bei den Eltern weilten, wollte ich unbedingt eine Runde um den See spazieren und "Frühling kucken". Da blühte ein wilder früher Pflaumen(?)baum...was auch immer, jedenfalls wunderschön! Aber auch ohne viel Grün und Blüh, ist so ein kleiner See zu jeder Jahreszeit schön...

  

Für zu Hause habe ich einige abgeworfene Schwarz-Erlen-Zweige gesammelt. Da sind die "Bömmel" so schön getrocknet. Nach so einer großen Wohlfühl-Portion Natur kann man herrlich gestärkt in die neue Woche starten. Unter der Woche sitze ich echt zuviel in irgendwelchen Räumen und starre abwechseln auf Bildschirme oder schaue in ratlose, wütende oder traurige Menschengesichter. Da brauche meine Augen mal ein bissel Ausgleich - Schneeglöcken anheben und in die Blüte schauen ist dann so eine Art Augen-Yoga für mich. Ich brauch es gerade auch nicht bunt, das gedämpfte schwarz-braun der aufgesammelten Zweige und meines gerupften (Weihnachts-)Kranzes reicht vollkommen: Natur-Grafik.
Andere Erklärung: Ich kann einfach nix wegwerfen...hmmm-grrr, der Kranz, der in der Weihnachtszeit fett geschmückt in meinem Leuchter schwebte, war einfach pur noch soo schön...

  
Ich bin halt bekennende "olle Dinge" Sammlerin oder ein Gnadenhof für Absonderlichkeiten wie abgewetzte Sessel, Schemel und Holz-Stative. Dabei bräuchte ich nicht nur dringend mal ein Festbrennweiten-Objektiv sondern auch mal ein vernünftiges schlankes Stativ...denn die Fotos aus der Hand geschossen, sind NIE so richtig knackig scharf... dabei versuch ich schon, nicht zu atmen beim Fotografieren...aber das hält man zeitlich nur bedingt durch...;)


Jetzt in der Vorfrühlingszeit ist auch die beste Zeit, um schon mal Samentütchen zu sortieren oder Pflänzchen vorzuziehen (...die bei meinen Dämmerlichtverhältnissen leider nie was werden) aber bisserl Kresse fürs nächste Sonntagsfrühstück habe ich gesät, das geht immer... Gestern freute sich schon das Tochterkind auf die neuen Brennnessel-Saison !!! (die Oma macht daraus eine feine grüne Marmelade) - da freut man sich doch, dass man das Grün-Gen weitergeben konnte... hihi.

So, Ihr Lieben - Ich wünsche Euch eine feine frühlingsfrohe neue Woche mit Sonnenkitzel-Pausen und Frühlingsgefühlen :)

Eure




 

Sonntag, 7. Februar 2016

Wochenendtelegramm

so schön Sonne draussen....muss mal an die Luft...Schneeglöckchen und Knospen angucken...schnell wieder rein...kalt...Tee...lernen ;)

So in etwa ;) Hab dieses Wochenende das Tochter-Kind im Krankenlager, um es nach Strich und Faden mit Tee zu fluten, Vitaminen zu füttern und den bösen Erkältungserregern einen gehörigen Schreck einzujagen.
Habe mir ein klein bisserl Frühling mit ins Haus geholt, denn es gibt ja Studien, die belegen, wenn der Patient auf Grünes schaut, wird er schneller gesund!


Heute also nur ein Ultra-Kurz-Post oder wie es früher so schön hieß "Telegramm schreiben" - gibt es das heute eigentlich noch? Ich weiß noch, dass sich manchmal Besuch per Telegramm ankündigte...
Sicher ist so etwas genauso still und leise ausgestorben wie Musik-Kassetten selber aufnehmen.


Ich wünsche Euch ein sonniges Restwochenende und kommt gut durch die Schnupfenzeit!

Herzlichste Grüße Eure





Sonntag, 18. Oktober 2015

Herbstsonne - DIY: Frohsinns-Hormone basteln


Nach gefühlten 10 Monaten Dauerregen, riss heute eine große Hand ein Loch in die graue selbstgestrickte Wolkendecke und ließ die Sonne bis in meinen Garten und bis auf meinen Frühstückstisch durch. Sofort setzt bei mir die Wirkung ein: zuverlässig antidepressiv und postamnestisch ("Wie? die letzten Tage hatte ich schlechte Laune, Dauermüdigkeit und Füße-Frost??...ISCH??? Aber es ist doch heeeeerrrliches Wetter!")


Aus so einer wonne-warmen Herbstsonne kann man im Nu Frohsinns-Hormone produzieren und das ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Obwohl ja gegen "Hausmittel" die Pharmakonzerne gern mit Gegenbehauptungen und Wirksamkeitsdementis ins Feld ziehen. Meine Winterschlaf-vorbereitenden Hummeln im Hintern waren völlig aus dem Häuschen. Also Kaffee-Pott stehen lassen, (Gummi)stiefel an und raus an die Sonne!  Schließlich warten schon seit einer Ewigkeit die Tulpenzwiebeln aufs Verstecktwerden... mal lieber nicht so exklusive Frühlingsblümchen, denn unsere Eichhörnchen scheinen die gern zum Nachtisch zu fressen... verwöhnte Mädels!!! (...und wieso denke ich eigentlich, dass die flinken Baumakrobaten alles Mädels sind?) Ach klar, weil Jungs vermeintlich nicht so sehr wie Mädels auf Blumen stehen! ;))


Nachdem man/frau so richtig Erde unter den Fingernägeln hat und die Zwiebeln schön verbuddelt sind, kann man doch auch noch mal schnell einen Ausflug in Mutters-Gemüsegarten machen  - da gibts das beste regionale Feldgemüse. Dieses Jahr sind wir ja leider keine "Ackerhelden" (was das war? Klick hier) meine späte "Das-wollte-ich -schon-immer-machen"-Ausbildung zur Heilpraktikerin mit Schwerpunkt Pflanzenheilkunde und Homöopathie lässt mir dafür keine Zeit. Da will ich aber dennoch nicht auf Kohl, Salat, Mangold und rote Beete verzichten ;)) Also hin zur Mutti aufs Dorf, wunderbaren Apfelkuchen naschen und mit vollen Körben voller Gemüse, Marmelade und Eiern von Hühnern, die Namen tragen, wieder heim.


Randvoll mit Wohlfühlhormonen und Apfelkuchen sitze ich nun hier an meiner "Abend-Arbeitsecke" die bei Tages-Sonnenlicht so viel schöner aussieht und kann mir gaaarnicht vorstellen, dass morgen schon wieder Montag ist...Brrr! In solchen Momenten schwirrt mir neben tausend anderen Ideen (alle gleichzeitig) auch im Kopf rum, wie spannend es doch sein müsste, mal ein Jahr "Auszeit" zu nehmen um durch die Welt zu wandern, ohne festes Ziel oder mal ein Jahr am Nordkap zu leben oder als Sennerin anzuheuern und ohne Elektro-Schnick-Schnack auf einer Alm beim Käsen zu helfen ... oder einfach ein Jahr mal so gestalten, das nur aus "wollen" und nie aus "muss" besteht. Wie würde das wohl aussehen? Wie langsam müssten die Zeitabläufe wieder werden. so dass man nicht ab und zu mal den Wunsch verspürt, auszusteigen?
Kennt Ihr das Gefühl? Oft schön verpackt ganz hinten bei den Weihnachtssachen, aber ab und zu kommt es
zum Vorschein...


Zumindest mein Kamin kann mir das Gefühl ganz gut vermitteln...am Feuer zu sitzen...ohne Verpflichtungen als: Das Feuer zu hüten.
Welch tollen Ideen habt Ihr am Wochenende ausgelebt?


Möge uns die neue Woche auf schönste überraschen!

Liebste Grüße an alle treuen "Immer-schon-LeserInnen" uns alle neuen Leserinnen, die gerade erst hier gelandet sind. Ich freue mich riesig, dass Ihr das seid!

Eure






Sonntag, 30. März 2014

Gartentelegramm...

längst ist es erwiesen: Garteln hat therapeutischen Wert! Es soll den Blutdruck senken, antidepressiv wirken und das Herz stärken... mich macht es vergesslich (Abwasch?? Wäsche aufhängen???) daran denke ich erst, wenn die Dunkelheit mich wieder ins Haus treibt. Aber es macht mich einfach glücklich, wenn ich sehe, wie sich die Natur in meinem Garten philosophische Gartenbild-Meditationen ausdenkt - wie das kleine tapfer blühende Veilchen, das sich für seinen Auftritt, in die Treppenfuge gequetscht hat. Das könnte ich stundenlang anschauen. Mir erzählt es was über das Blühen und sich zeigen, auch wenn es unbequem und hart ist...


Wenn ich schon nicht an leidige Haushaltspflichten denke, an das Märzbild für den 12tel Blick habe ich noch rechtzeitig gedacht (wozu ich mich nun endlich mal bei Tabea offiziell angemeldet habe). Oje, ich muss wohl noch üben, dass ich endlich mal auf dem selben Platz stehe - aber mit der Beeterweiterung bin ich etwas aus dem "Steh-Konzept" gekommen.



Diese äußerst dekorativen Plastiktöpfe im Beet sind meine Platzhalter - denn noch sind nicht alle geplanten Stauden ins Beet eingezogen. Ich habe ja eine GANZ GENAUE Vorstellung und da muss auch ich mich mal in Geduld üben, damit ich haargenau die Pflanzen bekomme, die ich mir an diesen Stellen erträume. Und meine Staudengärtnerei des Vertrauens hat die zart-rosa Gaura Lindheimeries erst ab Anfang April.

Wollt ihr mal sehen, was sich im Hochbeet tut?


Radieschen an zartem Möhrengrün.

Und Fräulein Rhabarber macht sich am neuen Platz auch sehr gut - vorher stand sie im tiefsten Schatten (davon hab ich viel!) und hatte nur bleistiftdicke Stängelchen...


Jaaa, gut, viel dicker als Bleistift sind sie jetzt auch noch nicht... aber die haben noch Potential!!

Ich hoffe, ihr habt auch das tolle Wetter mit der Nase in der Sonne genießen können und allen "Aktiv-Gärtnerinnen" und Garten-Genießerinnen ein herzliches Winken mit völlig ruinierten Händen.

Das Schöne liegt meist im Einfachen 

In diesem Sinne wünsche ich euch eine Woche voller Vogelgezwitscher
und dem Moment, wo ihr in der Mittagspause einfach mal die Augen schließt und euch von der Sonne küssen lasst!

Liebe Grüße

Kathrin



Dienstag, 25. Februar 2014

Gibt es ein Garten-Gen? Über die Vererbbarkeit grüner Daumen...


mach ich mir schon lange Gedanken. Im Prinzip schon, seit ich Kind bin und die Vormittage meiner heiß ersehnten Sommerferien verflucht habe. Da war nix mit: gleich nach dem Frühstück ab an den See und den lieben langen Tag die Seele baumeln lassen...ne ne! Ich musste jeden Vormittag Frondienste leisten: in den Spargelbeeten Unkraut zupfen, Johannis- und sonstige Beeren pflücken oder alle Klaräpfel vom Rasen sammeln, damit mein Vater mähen kann...Ich habe es gehasst! Meine Oma und meine Mutter verwandelten jedes Stückchen Erde in irgendein Beet und alles wuchs wie wahnsinnig!!! Lag sicher auch daran, dass die Hauptdüngerlieferanten unsere Hühner waren. 

Und genauso, wie meine Oma meine Mutter mit dem Gartenvirus infiziiert hat, hat es meine Mutter an mich weitergegeben. Da half selbst die Flucht in die Betonwüste einer Großstadt nix...
  

Denn Dank des milden Winters sprießt es ja schon im Februar ganz frühlingsfroh und ich nutze jede freie Minute, um zu prüfen, ob mir hoffentlich auch ein grüner Daumen vererbt wurde...;) Heute habe ich nochmal Möhren und Radieschen in meine Hochbeete ausgesät - meine erste Aussaat Möhren von vor 2 Wochen wird nicht aufgehen...die Keimprüfung hat ergeben, dass da sich nix mehr rührt...zu alt! Wenn jetzt kein fieser Dauerfrost kommt, bin ich schneller als die böse Möhrenfliege...so zumindest ist der Plan ;)) Sobald das zarte Grün sich zeigt, gibts Fotos!

Solange erfreue ich mich an den Kroküssen...


Viel mehr ist in meinem schattigen Waldgärtchen noch nicht los...oder zumindest nicht so fotogen. Nach dem Möhren aussäen, habe ich Komposterde gesiebt ... Futter für mein zumindest im Geiste schon sensationell wachsendes Gemüse... dieses Jahr wird es weniger zimperliches wie Tomaten, eher handfest-rustikales wie grüne Bohnen, Steckrübe und Zucchini geben. Man kann eben einer sonnenverwöhnten Tomate nicht beibringen, dass sie sich bitte schön sich im Halbschatten nicht so anstellen soll...!!! Das wird nichts! Man muss halt die Pflanzen finden, die dieses kleine Fleckchen Erde mögen. Meine Oma würde weise nicken und sagen: Das hätte ich Dir gleich sagen können !!

Und auch zum Brot backen hätte sie sicher unschlagbares Großmutter-Wissen - aber dank der fränkischen Backmischung von der lieben Bine aus den Smilabergen, ist es auch so ein unglaublich duftendes, richtiges ernst zunehmendes Brot geworden.


   Und welche Gedanken beschäftigen Euch gerade? 

Ich wünsche Euch schöne zweite Wochenhälfte ;))

liebe Grüße


Freitag, 5. Juli 2013

...summer in the city

...und um mich herum alles grün! Ich bin so verzaubert, mein kleines Schattengärtchen reckt und streckt sich mit Blättern und Blüten. Und obwohl die Tage ja wohl länger sind, bekomm ich kaum genug davon...
Meine kleinen Hochbeete entwickeln sich so wie SIE es sich und weniger wich ICH es mir gedacht hab...kaum eine dicke Bohne (die scheint irgendein Tier abgenagt zu haben) dafür aber viel "Zupf"salat wie mein Gärtnergehilfe den Pflücksalat nennt ;)


Ich liebe diese sonnensatte Abendstimmung...dieses Licht! Selbst mein kleines wildes Durcheinander erscheint wie ein richtiger Garten. Und wenn ich mit dem Rad morgens zur Arbeit fahre, dann duftet es so wunderbar nach Sommer ...kennt Ihr das? Ich schau mich dann oft um und such die Quelle, den besonderen Strauch, der so toll duftet, aber ich glaube, es ist einfach die Summe aller Blumen und Blüten...und wenn ich nach Hause komme, dann könnt ich mich glatt in meine altmodischen aber wunderschönen Bartnelken werfen, weil der Duft mich so heimelig an Kindheitssommer erinnert.


...so, nun ist mein kleines Gewissenstierchen wieder etwas ruhiger...ich hatte so oft vor und dann doch nicht geschafft, meinen Blog regelmäßig zu "füttern" - aber wenn ich es tue und bei Euch stöbere, macht es jedes Mal einen riesen Spaß!

Ich wünsch Euch ein wundervolles duftendes sonnenwarmes Wochenende!

liebste Grüße
Kathrin

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