Sonntag, 24. April 2016

Wilder April


Was für ein Monat - stürmisch wild, klapper kalt und verwöhnend warm. Kaum scheint die Sonne, bin ich im Garten unterwegs, um zu schauen, was die Natur über Nacht wieder so gezaubert hat.
Ich höre das Grün & Blüh der Bäume förmlich "plop" machen. Wir haben in der Nähe eine Kirschbaum-Allee und die ist (falls die Sonne mal so nett ist, mit zum spazieren zu kommen) jetzt ganz zauberhaft.


Aber so eine richtige Sonnengarantie gibts ja nun gerade nicht. Gerade regnet und stürmt es vor dem Fenster, dabei ist Sonntag (und irgendwie suggeriert der Name doch was anderes...).

Beim Frühstück gestern stellte ich fest: Huch...mein letztes lecker Glas Rhabarber-Orangen-Marmelade...die Vorräte von 2015 sind alle aufgegessen! Aller höchste Zeit für Nachschub zu sorgen!

Mein Rabarberchen kämpft sich ganz tapfer in meinem armen Sandboden nach oben und macht zarte Stängelchen - richtig dick werden die nie. Deswegen nehme ich immer nur ein paar Stängelchen und warte zum Marmelade machen lieber auf die Rhabarber-Schwemme meiner Landfreundinnen ;)
Zum Kuchen backen aber reicht´s.


An Rhabarber scheiden sich ja die Geister - ich gehöre zur Fraktion: Große unerschütterliche Liebe!
Und da Rhabarber ja kein "Obst" ist, futterte sogar Herr Urban White ein großes Stück vom noch lauwarmen Rhabarber-Streusel - sonst der größte Obsthasser ever, aber wie gesagt: Ist ja Gemüse - gab also quasi "Rhabarbergemüse-Quiche" zum Kaffee ;))


Was macht man denn nun mit so einem stürmisch-regnerischen Sonntag? Ich wollte soo gern noch ein bisserl im Garten rumzupfen, schneiden...und buddeln. In meinem Garten, der wie schon oft beklagt ja leider schattig, trocken und waldig ist und einen mageren hungrigen Sandboden hat (und den guten Kompost immer nur so wegsaugt)  gibt es einige wunderschöne Wildbereiche, die mit diesen Verhältnissen zurecht kommen. So bekämpfe ich auch nicht den Hahnenfuß als "Unkraut" sondern freue mich, dass überhaupt was blüht. Und auch der Beinwell, den ich unter eine Kiefer gepflanzt habe, scheint sich pudelwohl zu fühlen, obwohl dahin wo er steht fast nie Regen kommt...


Im Mittelbild sieht man die wunderbaren Tulpen vom schwedischen Möbeldealer, die ich letzten Herbst gesetzt hatte (Jaa, der Schwede hatte letztes Jahr Tulpen...wie die Selbstbau-Verpackung aussah? Na schau nochmal hier) Und sie sehen echt aus wie auf der Tüte...ganz feine pastellige Farben! Sie schweben auf sehr eleganten langen Stengeln über dem Vergissmeinnicht. (Auch so eine unkaputtbare Pflanze, die mit allen Bodenverhältnissen zurecht kommt)

Na, gut: Wenn das Wetter heute nicht passt, geh ich mal ein bisschen Keller aufräumen (das schiebe ich sonst soo gern auf und hab 1000 gute Ausreden, warum das gerade nicht geht) Und später gibt es zur Belohnung noch ein Stück Rhabarberkuchen mit einer Kugel Vanille-Eis - damit ist der Sonntag doch gerettet ;)

 
Ich wünsche Euch allen einen gemütlichen Sonntag und schwungvollen Start in eine weitere wilde Aprilwoche;)

Liebste Grüße Eure
   

Dienstag, 29. März 2016

Der Takt der Tage

Bringt Euch das kleine Stündchen Vor und Zurück-Geschiebe auch so durcheinander? Mich macht das ganz kirre - ich hab das Gefühl, zu völligen Unzeiten müde zu werden. Gab es über Mittag etwa jetzt auch eine Stunde weniger?? Boahh! Voll Frühlingsmüde die Frau! Dabei grünt es gerade so wunderbar, dass ich am liebsten jedem Blatt beim aus der Knospe rollen zusehen würde.
Am besten gelingt das bei einem kleinen Land-Wochenend-Ausflug mit Herberge bei einer Freundin, wo man ganz stilecht um 04:00 Uhr (vor der Zeitumstellung) aus den Federn gekräht wird. Ich liebe Hühner, aber warum müssen deren Männer so einen Krach machen?


Was gäbe ich drum, deren stille Konversion zu verstehen...beide waren völlig tiefenentspannt, selbst als nachher das Fenster offen war.

Auf dem Land, wenn das Auge nicht gleich immer an der nächsten Häuserwand gestoppt wird, gibt es im Frühling soo viel zu  schauen und zu staunen. Das Licht! Die neuen frischen Farben - und wie herrlich, wenn das zarte Grün alle Formen, die Felder, die Bäume in einem leichten Schimmer überzieht. Fast nur eine Ahnung von Grün und doch jeden Morgen sichtbarer. Irgendwie geht die Natur sehr behutsam vor - nichts geht zu schnell oder ist "zuviel" - auch in einem ganz eigenen wunderbaren Takt.


Meine Hornveilchen-Herde wird dank der guten Komposterde sicher bald wieder aus dem Sieb ausbrechen wollen und mein Rhabarber ist auch schon ganz Sonnen-verliebt.
Völlig hingerissen war ich von den vielen kleinen Vor-Osterlämmern, die ich auf dem Land gestreichelt hab und bei denen mir als Pflanzenfresserin kein Rezept durch den Kopf geht, höchstens, dass ich Ihnen den frischen Löwenzahn neide ;)))


Jedes Jahr stelle ich aufs neue fest (das der Keller mal wieder übern Winter nicht aufgeräumt wurde..., wenn die Sonne das erste Mal mit so ein bisserl mehr Kraft scheint, dass das doch die allertollste Jahreszeit ist.
Dann hätte ich gern viel mehr Zeit, um einfach nur neben meinen Hochbeeten zu sitzen und darauf zu warten, was da so durch die Erde bricht - jaaaa für soo etwas hätte ich Geduld. Oder einfach Himmel gucken, Eichhörnchen beim Klettern zuschauen, Schneeglöckchen beim Bimmeln zuhören und Kräutlein suchen für eine Handvoll Wildsalat ;)


Bis zum Wochenende bin ich sicher wieder "eingetaktet" mit der neuen Zeit - Grrr. Vielleicht geh ich heute einfach mal früher ins Bett und schlaf meinen Umstell-Jetlag aus.

Ich wünsche Euch eine wunderbare Woche voller Frühlingslicht und Frühlingsgefühlen

Liebste Grüße
Eure







Sonntag, 28. Februar 2016

Wunderbare(s) Frühlingsgewühle

Spürt Ihr es auch so in den Fingern kribbeln? Ich hab schon alles Verwelkte und Wintermüde von meinen Pflänzchen aus den Beeten gerupft...der Majoran schiebt und treibt in den Hochbeeten als wenn er keine Nachtfröste kennt, meine Schneeglöckchen bimmeln und an den wilden Büschen hält es keine Blüte länger in den Knospen...
Meine Töpfchen und Töpfe hab ich noch in Ruhe gelassen...die kommen als Nächste dran. Hach, ich lass mich jedes Jahr verlocken und dabei sind wir doch noch gar nicht sicher vor den Frostnächten - geschweige denn von Schnee-Tagen... aber wenn es nach mir ginge, begönne (begönne?) das Gartenjahr bereits Ende Februar!


Gestern gab die Sonne ihr Bestes und malte uns einen hellblauen Frühlingshimmel. Und da wir zu Besuch auf dem Lande bei den Eltern weilten, wollte ich unbedingt eine Runde um den See spazieren und "Frühling kucken". Da blühte ein wilder früher Pflaumen(?)baum...was auch immer, jedenfalls wunderschön! Aber auch ohne viel Grün und Blüh, ist so ein kleiner See zu jeder Jahreszeit schön...

  

Für zu Hause habe ich einige abgeworfene Schwarz-Erlen-Zweige gesammelt. Da sind die "Bömmel" so schön getrocknet. Nach so einer großen Wohlfühl-Portion Natur kann man herrlich gestärkt in die neue Woche starten. Unter der Woche sitze ich echt zuviel in irgendwelchen Räumen und starre abwechseln auf Bildschirme oder schaue in ratlose, wütende oder traurige Menschengesichter. Da brauche meine Augen mal ein bissel Ausgleich - Schneeglöcken anheben und in die Blüte schauen ist dann so eine Art Augen-Yoga für mich. Ich brauch es gerade auch nicht bunt, das gedämpfte schwarz-braun der aufgesammelten Zweige und meines gerupften (Weihnachts-)Kranzes reicht vollkommen: Natur-Grafik.
Andere Erklärung: Ich kann einfach nix wegwerfen...hmmm-grrr, der Kranz, der in der Weihnachtszeit fett geschmückt in meinem Leuchter schwebte, war einfach pur noch soo schön...

  
Ich bin halt bekennende "olle Dinge" Sammlerin oder ein Gnadenhof für Absonderlichkeiten wie abgewetzte Sessel, Schemel und Holz-Stative. Dabei bräuchte ich nicht nur dringend mal ein Festbrennweiten-Objektiv sondern auch mal ein vernünftiges schlankes Stativ...denn die Fotos aus der Hand geschossen, sind NIE so richtig knackig scharf... dabei versuch ich schon, nicht zu atmen beim Fotografieren...aber das hält man zeitlich nur bedingt durch...;)


Jetzt in der Vorfrühlingszeit ist auch die beste Zeit, um schon mal Samentütchen zu sortieren oder Pflänzchen vorzuziehen (...die bei meinen Dämmerlichtverhältnissen leider nie was werden) aber bisserl Kresse fürs nächste Sonntagsfrühstück habe ich gesät, das geht immer... Gestern freute sich schon das Tochterkind auf die neuen Brennnessel-Saison !!! (die Oma macht daraus eine feine grüne Marmelade) - da freut man sich doch, dass man das Grün-Gen weitergeben konnte... hihi.

So, Ihr Lieben - Ich wünsche Euch eine feine frühlingsfrohe neue Woche mit Sonnenkitzel-Pausen und Frühlingsgefühlen :)

Eure




 
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