Sonntag, 21. September 2014

Stille(r) Post

...ich bin wohl irgendwie etwas langsamer geworden. Schon wieder sind einige Wochen (!) vergangen, ohne Post von mir. Entweder passiert nichts oder ich brauche mehr Zeit, um neben der Arbeit und dem alltäglichen Kram wieder zurück zu mir zu finden. Ich beschließe jetzt einfach mal, dass das in Ordnung ist.

Wir hatten übers Wochenende einen zauberhaften Spontanausflug ins Land der Franken, um einerseits ein Geburtstagskind hochleben zu lassen und andererseits eine kulturelle Spezialität (mit internationalem Ruf) der Gegend kennen zulernen. So schlenderte ich also durch herrlichstes Altweiber-Wetter (wer sich diesen Begriff bloß ausgedacht hat...) und schöner Fachwerkkulisse über den "Korbmarkt" der ehemaligen Korbmacher-Hochburg Oberfrankens. Ehemalig, da dieses schöne Handwerk hierzulande preislich leider von den Billigproduktionen aus Osteuropa und China verdrängt wird und leise ausstirbt...

Umso schöner und bemerkenswerter war es, dass Korb-Künstler aus Frankreich und Skandinavien sich von diesem Billig-Trend nicht beirren ließen und ihre Kunst zeigten, die mich total begeistert hat!

  
Diese filigranen Einkaufs-Körbe sind eine Augenweide, so einen hätte ich gern gekauft... aber ich brauche für Kaufentscheidungen immer etwas länger und ich hatte bis zur Rückfahrt nur knappe 2 Stunden...viiiel zuwenig!  Dieser, ich glaube aus Frankreich stammende, Korbmacher strahlte so eine Ruhe aus, während er schon wieder irgendetwas zauberte, und das ist es, was auch seine zarten aber durchaus stabilen Körbe ausstrahlen.


Ist dieser Hanfhenkel-Korb nicht traumhaft? Darin zeigt sich meines Erachtens wirkliche Handwerkskunst, die durch Konzentration, Liebe zum Material und Können entsteht.


Versunken in der Arbeit...was gibt es Schöneres, wenn Arbeit solch eine meditative Wirkung hat, ich war völlig gefangen genommen und hätte mich gern daneben gesetzt, um einfach zu verfolgen, wie etwas Neues entsteht.

An vielen anderen Ständen, die vor Körben nur so überquollen, sah man dann die schon oben beschriebenen Körbe, die man im Straßenbild so kennt und die mit quietsch-bunten Blumendruck versehenen Korbtabletts, denen ich irgendwie nichts abgewinnen kann... Davon gibts keine Fotos ;)!!!

Verwundert stellte ich auch fest, welch unterschiedliche Farben schon das Rohmaterial aufweist - warme, weiche, erdige Naturtöne. Herrlich!


Dieses Katzentipi aus unterschiedlichen Weide-Farben würde doch sicher jedem Stubentiger gefallen. (Also zumindest hab ich es als Katzenkorb gedeutet, könnte aber auch für etwas anderes erdacht worden sein)


Korb passt doch einfach wunderschön in diese Herbststimmung!
Und: (Achtung thematischer Quantensprung) da mich schon Einige nach einem Bild von meiner Gazelle fragten, heute auch noch schnell ein Bild von meinem neuen Fahrrad: auch mit Körbchen ;))


So, nun hoffe ich, dass auch heute die Septembersonne noch raus kommt und wünsche Euch einen wonnig-warmen Sonntag! Und wer ein bisserl Kultur braucht kann ja mal (so wie ich jedes Jahr auf´s Neue) das Gedicht von Eva Strittmater auswendig (!) lernen. Es macht riesen Spaß, beim spazieren durch Wald und Wiese dieses Gedicht in Gedanken rezitieren zu können...

"Ich mach ein Lied aus Stille 
Und aus Septemberlicht.
Das Schweigen einer Grille
Geht ein in mein Gedicht."
...
(Auszug)
 



Liebste Grüße



Samstag, 23. August 2014

Was tun? ...was tun!

Immer gibt es was zu tun... oft Alltags-Pflichten, manchmal Schönes. In der Woche komme ich vor lauter Alltags-Hin-und Her, das mich zwischen Arbeit und Haushalt pendeln lässt, kaum dazu, mich am Garten zu freuen. Der hat längst den Sommer-Blüh-Zenit überschritten, aber dennoch...noch gibt es herrliche kleine Blühinseln, die ich zwischen Montag und Freitag viel zu wenig würdige und die trotzdem einfach da sind, ob ich nun schaue oder nicht. Wie z.B. auf der alten Bank vorm Haus, auf der sich allerlei Töpfe sammeln und wo immer mal auch das ein oder andere Küchenkraut, wie das lilablühende wilde Basilikum, zwischengeparkt wird.

 
Auf der Bank tummelt sich so einiges: ein kleiner selbst gezogener Olivenbaumsteckling, der Würzelchen bekommen hat. Nun sitzt er dort in seinem "Kindergartentopf" um zu wachsen, dann ist da noch meine unverwüstliche Geranie, die ich seit Jahren habe und die fleißig in weiß-rosa Lollipop-Farben blüht, wilder Basilikum, bisschen Heidekraut und unverwüstliches Zimbelkraut ...tja und ganz hinten, schon unscharf, müht sich eine Wicke an meiner "Wicken-Lampenschirm-Kletterhilfe" ab und will und will nicht blühen... Was da zu tun bleibt? Daumendrücken für die Wicke und freuen an den Blühfleißigen!!


Heute gab es aber auch etwas ganz Neues und "Noch-nie-dagewesenes" zu tun, weshalb ich auch einige Zeit Anlauf brauchte, um mich ranzutrauen. Heute wurde Wolle gewaschen! ... die habe ich von den Schafen meiner Land-Freundin. Und die Tipps, wie ich denn nun Wolle wasche ohne dass es gleich Filz wird, habe ich von der wunderbaren Birgit (olann-wolle.blogspot.de) die ja mit Wolle zaubern kann...
Neben dem vielen Wassereimer schleppen, was schon der Hauptteil der Arbeit am Wolle waschen ist, habe ich auch alles zu sehr Verdreckte und Verfilzte rausgezupft...und  immer wieder Wolle sacht ins Wasser drücken - eine fast meditative Angelegenheit.


Sie ist so fluffig sanft-weiß, dass ich sie wahrscheinlich gar nicht färben werde...obwohl mich das natürlich auch brennend interessiert, welche Naturfarben durch Pflanzenfärbung entstehen. Was ist zu tun? Warten!!! Der Wolleberg muss trocknen... das dauert noch etwas. Also ab ans Alltagsgeschäft: Wäsche waschen. Gott sei Dank muss ich das nicht per Hand tun ;)) Aber solange es das Wetter erlaubt, hänge ich sie in den Garten. Ich liebe diesen "Frische-Luft-Wäsche" Geruch!!!


Abends nach der Arbeit, bin ich mindestens zweimal die Woche auf meinem Acker. Dort wächst und reift es, das es die helle Freude ist. Bis auf ein bisschen Hacken und Unkraut im Schach halten, habe ich nichts getan und trotzdem werde ich reich beschenkt mit Gemüse. Was gabs heute zu tun? 
Zum Einen: Vegetarische Schmorgurken kochen...für mich DAS Sommergericht, der Duft von frischen Dill haut mich immer um! Und zum Anderen: es gab noch Mangold einzufrieren. Der wird später, im Winter, in ein herrliches Pilz-Mangold-Risotto wandern. Die feinen Kartöffelchen halten sich im Tonkrug und der Salat kommt morgen Abend auf den Tisch.


Und zack die wupp ist es Abend! Nix da mit Füße hochlegen! Heute gehts ins Konzert! ...ein kleines feines Clubkonzert eines nordschwedischen Singer Songwriters, dessen Musik und Texte zu Herzen gehen und der in diesem Jahr zu seinen Konzerten mit dem Fahrrad fährt und für jeden Kilometer für ein Projekt (Arche noVa.e.V.) spendet, das sich für sauberes Trinkwasser einsetzt. In vielen Ländern ist das keine Selbstverständlichkeit. Ich könnte mich fast als Groupie bezeichnen, denn das ist das 4. Mal, dass ich Stefan Johansson im Konzert höre und jedes Mal begeistert bin!!! Wer mal reinhören will: The road of the peaceful warrior  

Und wenn ich derzeit die Weltnachrichten verfolge und an all die Konfliktherde über die man spricht wie Gaza, Nordirak und Ukraine und an all die, über die man nicht spricht, denke - dann überkommen mich neben Ohnmacht und Wut so Gedanken wie: Was kann man und ich nur tun, damit Menschen aufhören, Krieg zu führen. Warum können wir Konflikte wegen religiöser Unterschiede, existierende Ungerechtigkeiten oder Missverständnisse nicht einfach friedlich lösen???  Da gibt´s ne Menge zu tun! Für sauberes Wasser zu spenden, ist nur ein Anfang...


Nachdenkliche Grüße ins Wochenende...

Eure


Nachtrag: 

Wer im "Süden" (also von mir aus gesehen) wohnt, kann Stefan Johansson noch auf Tour erleben:
(kleine Auswahl) 
Fr.29.08. Dresden; Kulturkirche Weinberg
Mi. 24.09. Zwickau, Alter Gasometer
So.28.09. Coburg, Haus Contakt
Di. 30.09. Fürth, Kofferfabrik

...wirklich empfehlenswert!! Lieder zwischen "Heim- und Fernweh" , altschwedische Volkslieder mit Pop und Rock-Poetischen Anklängen und ab und zu Sitarbegleitung!!!   



   


Sonntag, 10. August 2014

Ich bin wieder zurück aus meinem ... Sommerloch

Hui...soo lange war ich nicht hier, dass ich garnicht bemerkt habe, dass bei Blogger schon wieder irgendwas umgestellt wurde, so dass ich kaum in meinen eigenen Blog kam...tststs!!!!
Nun ist das süße Faulenzerleben vorbei, der Alltag und die Arbeit hat mich wieder...aber noch gibt es morgens auf dem Fahrrad so ein ...sommerlaues Leichtigkeitsgefühl. ...und abends auf dem Nachhauseweg duften Scharfgarbe und Goldrute eine Ahnung herbstlich herb...sind wir eigentlich schon in den Hundstagen?


Mit meiner neuen "Gazelle" (mein geliebtes altes Fahrrad haben böse Langfinger vor 6 Wochen geklaut) habe ich im Urlaub das Umland erkundet. Vorbei an Feldern auf denen das Brot noch reift, vorbei an stillen Waldseen...und ab und zu anhalten, wenn es interessante Orte, wie kleine unverhoffte Antikläden zu besuchen galt. Leider kann man auch auf einem Hollandrad im Körbchen keine alte wunderschöne Milchkanne oder Zinkwanne mitnehmen... (das hatte ich beim Kauf nicht bedacht!!!)


Und natürlich sind freie Tage dazu da, um liebe Freundinnen, vorzugsweise auf dem Land, zu besuchen.
...und da "nur" in der Sonne sitzen und Kaffee trinken nicht so unser Ding ist, (Wir brauchen auch ein Projekt!) wurden Sauerkischen gepflückt, um Saft und Marmelade zu kochen und fürs dolce vita wurde lecker Kuchen gebacken.  Und beim ausgiebigen Spaziergang über die Uckermärischen Hügel  
konnte dann auch noch über Gott und die Welt philosophiert werden, was für ein Sommer! Ich weiß garnicht wohin, mit all meiner Landsehnsucht...


...also so ein Aprikosenkuchen ist eine ganz feine Sache und wurde umgehend in meine innere Rezeptdatei aufgenommen! ...danke Dir, Uckermärkerin!!!


 Meinen Sommerurlaub verbringe ich nun schon seit Jahren ohne Herr Urban White...früher auf ausgedehnten Mutter-Tochter-Radtouren, später auf alleinigen Radtouren an der Küste...und dieses Jahr halt im brandenburgischen Umland, dass in all seiner oft herben Schönheit von mir wiederentdeckt wurde. Die Dörfer sind oft schlicht an einer Straße aufgereiht, die Dörfler am Anfang ebenso ländlich schroff (wie es mir oft nachgesagt wird) um sich dahinter in bezaubernde Weiten, sanfte Hügel und lauschig-mystische Wälder zu verwandeln. ...und so wandelbar oder facettenreich sind auch die Menschen, die dort leben.  


Und nach all meinen abwechslungsreichen Urlaubstagen fiel dann auch der Einstieg in die Arbeit garnicht soo schwer, schließlich kann ich einfach am Wochenende jederzeit wieder in meine "Urlaubsregion" entfliehen. 

Wo hat Euch der Urlaub hingeweht? ...was habt Ihr entdeckt?
Früher, nach den Ferien, mussten wir in der Schule als erstes einen Aufsatz schreiben über das "schönste Ferienerlebnis" - aber obwohl ich nicht weit weg war, gab es soviele "schönste" Erlebnisse:
  • nass bis auf die Haut nach einer Taufe im abendlichen Gewitterregen werden
  • am schönsten See Brandenburgs nach einem heißen Tag ankommen und feststellen, dass ich meinen Badeanzug vergessen hatte...
  • oder... in einem kleinen Radgeschäft in Kreuzberg bei einer kundigen Verkäuferin meine "Gazelle" finden, sich auf den ersten Blick verlieben...und kaufen.

Einen schönen Start in die Woche wünscht Euch








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