Mittwoch, 4. Mai 2016

Ganz schön grün - Brennessel-Pesto

In meinem schattigen Gärtchen gedeiht am allerbesten ein wildes Eckchen: dort wuchern Brennessel, Melisse, Vogelmiere, eine Distel und Holunder und meine drei Himbeeren um die Wette. Um dem ein bisschen pflegerischen Einhalt zu gebieten, lautet meine Devise: Pflege durch Aufessen ;)) Denn, da steckt viel Power drin in den ganzen frischen wilden (Un)kräutern. Gerade die frisch ausgetriebenen Brennesseln sind reine Wundertüten an gesunden Inhaltsstoffen. Gegen die hartnäckige Frühjahrsmüdigkeit gibts daher immer mal wieder frisches Brennessel-Pesto.


Die Finger bleiben unverbrannt, wenn man die Spitzen der Brennessel zügig von unten nach oben abpflückt (ich trage dazu dennoch gern meine Gartenhandschuhe) und dann walke ich in der Küche ein paar Male mit dem Nudelholz drüber - das bricht die picksigen Brennhaare. So zack - entschärft! Dann pflücke ich die Blättchen ab - die Stengel bekommt mein Kompost. Der muss ja auch von was leben ;)


Oh, natürlich, Löwenzahn wächst da auch ganz üppig und ein paar Blättchen kamen mit ins Pesto. Löwenzahn schnibbel ich auch immer gern mal mit in den grünen Salat. 
Was kommt sonst noch mit ins Pesto? Ganz einfach und meist hat man es eh da: einen großen Schluck Olivenöl, eine oder zwei Knoblauchzehen, Salz und wenn man hat: ein paar Pinienkerne.


Und dann mit dem Pürierstab fröhlich in grüne Pampe verwandeln ;) Zwischendurch nicht vergessen, ein paar Nudeln in´s Wasser zu werfen und fertig! Mr. Urban White befindet sogar, dass ihm das Brennessel-Pesto viiiel besser als alle anderen grünen Pestos schmeckt. Na, da freut sich doch die Köchin ;)


Es ist doch toll, wenn das eigene Unkraut sich so nützlich macht und auch noch so lecker ist. Wahlweise kommen auch mal andere grüne Unkräuter an die Nudeln...was halt so weg muss. Ich hab gestern noch ein spannendes Rezept für eine Giersch-Quiche gefunden...die muss ich auch bald mal ausprobieren.


Wenn das wilde Eckchen doch überhand nimmt, setze ich mit Brennessel für meine anderen hungrigen Pflanzen auch ...na ihr wisst schon...an. Riecht dann nicht ganz so gut ;))
Ganz in der Nähe der wilden Ecke hängt ein wunderbares Windspiel im Baum. Aus alten Tonscherben. Sie machen im Wind ganz herrlich satte Klong-Klacker-Klong Geräusche nicht so ein hektisches PlingPling wie die Metall-Röhren-Windspiele. Meine "kleine" Schwester hatte mir das Scherben-Windspiel zum letzten Geburtstag gebastelt. Voll schön - es passt so gut in meinen unkonventionellen Garten ;)


Ist das nicht wundervoll: Morgen Feiertag - dann Brückentag und daaan Urlaub!!! Yipiee!! Diesmal bleiben wir mal ganz in der Nähe - fahren für eine Woche raus ins Umland: in die bezaubernde Uckermark. Ich muss gar nicht weit weg um das Gefühl von Urlaub zu haben: Hauptsache es ist grün und still und Zeit zum wandern, reden und lesen. Eigentlich wollten wir nach Schottland, aber im letzten Jahr konnte ich nicht absehen, wann ich Urlaub haben werde und so heben wir uns die Highlands für später auf.  


Ich wünsche Euch einen schönen Feiertag und für alle, die den Brückentag genießen dürfen: Genießt den sommerlichen Mini-Urlaub! Es soll richtig warm werden! Ach sorry: Und natürlich für alle Herren: Macht euch einen feinen Männertag!!! (Wir Frauen kommen den Tag auch mal ohne Euch klar ;))

Liebste Grüße
Eure 






Sonntag, 24. April 2016

Wilder April


Was für ein Monat - stürmisch wild, klapper kalt und verwöhnend warm. Kaum scheint die Sonne, bin ich im Garten unterwegs, um zu schauen, was die Natur über Nacht wieder so gezaubert hat.
Ich höre das Grün & Blüh der Bäume förmlich "plop" machen. Wir haben in der Nähe eine Kirschbaum-Allee und die ist (falls die Sonne mal so nett ist, mit zum spazieren zu kommen) jetzt ganz zauberhaft.


Aber so eine richtige Sonnengarantie gibts ja nun gerade nicht. Gerade regnet und stürmt es vor dem Fenster, dabei ist Sonntag (und irgendwie suggeriert der Name doch was anderes...).

Beim Frühstück gestern stellte ich fest: Huch...mein letztes lecker Glas Rhabarber-Orangen-Marmelade...die Vorräte von 2015 sind alle aufgegessen! Aller höchste Zeit für Nachschub zu sorgen!

Mein Rabarberchen kämpft sich ganz tapfer in meinem armen Sandboden nach oben und macht zarte Stängelchen - richtig dick werden die nie. Deswegen nehme ich immer nur ein paar Stängelchen und warte zum Marmelade machen lieber auf die Rhabarber-Schwemme meiner Landfreundinnen ;)
Zum Kuchen backen aber reicht´s.


An Rhabarber scheiden sich ja die Geister - ich gehöre zur Fraktion: Große unerschütterliche Liebe!
Und da Rhabarber ja kein "Obst" ist, futterte sogar Herr Urban White ein großes Stück vom noch lauwarmen Rhabarber-Streusel - sonst der größte Obsthasser ever, aber wie gesagt: Ist ja Gemüse - gab also quasi "Rhabarbergemüse-Quiche" zum Kaffee ;))


Was macht man denn nun mit so einem stürmisch-regnerischen Sonntag? Ich wollte soo gern noch ein bisserl im Garten rumzupfen, schneiden...und buddeln. In meinem Garten, der wie schon oft beklagt ja leider schattig, trocken und waldig ist und einen mageren hungrigen Sandboden hat (und den guten Kompost immer nur so wegsaugt)  gibt es einige wunderschöne Wildbereiche, die mit diesen Verhältnissen zurecht kommen. So bekämpfe ich auch nicht den Hahnenfuß als "Unkraut" sondern freue mich, dass überhaupt was blüht. Und auch der Beinwell, den ich unter eine Kiefer gepflanzt habe, scheint sich pudelwohl zu fühlen, obwohl dahin wo er steht fast nie Regen kommt...


Im Mittelbild sieht man die wunderbaren Tulpen vom schwedischen Möbeldealer, die ich letzten Herbst gesetzt hatte (Jaa, der Schwede hatte letztes Jahr Tulpen...wie die Selbstbau-Verpackung aussah? Na schau nochmal hier) Und sie sehen echt aus wie auf der Tüte...ganz feine pastellige Farben! Sie schweben auf sehr eleganten langen Stengeln über dem Vergissmeinnicht. (Auch so eine unkaputtbare Pflanze, die mit allen Bodenverhältnissen zurecht kommt)

Na, gut: Wenn das Wetter heute nicht passt, geh ich mal ein bisschen Keller aufräumen (das schiebe ich sonst soo gern auf und hab 1000 gute Ausreden, warum das gerade nicht geht) Und später gibt es zur Belohnung noch ein Stück Rhabarberkuchen mit einer Kugel Vanille-Eis - damit ist der Sonntag doch gerettet ;)

 
Ich wünsche Euch allen einen gemütlichen Sonntag und schwungvollen Start in eine weitere wilde Aprilwoche;)

Liebste Grüße Eure
   

Dienstag, 29. März 2016

Der Takt der Tage

Bringt Euch das kleine Stündchen Vor und Zurück-Geschiebe auch so durcheinander? Mich macht das ganz kirre - ich hab das Gefühl, zu völligen Unzeiten müde zu werden. Gab es über Mittag etwa jetzt auch eine Stunde weniger?? Boahh! Voll Frühlingsmüde die Frau! Dabei grünt es gerade so wunderbar, dass ich am liebsten jedem Blatt beim aus der Knospe rollen zusehen würde.
Am besten gelingt das bei einem kleinen Land-Wochenend-Ausflug mit Herberge bei einer Freundin, wo man ganz stilecht um 04:00 Uhr (vor der Zeitumstellung) aus den Federn gekräht wird. Ich liebe Hühner, aber warum müssen deren Männer so einen Krach machen?


Was gäbe ich drum, deren stille Konversion zu verstehen...beide waren völlig tiefenentspannt, selbst als nachher das Fenster offen war.

Auf dem Land, wenn das Auge nicht gleich immer an der nächsten Häuserwand gestoppt wird, gibt es im Frühling soo viel zu  schauen und zu staunen. Das Licht! Die neuen frischen Farben - und wie herrlich, wenn das zarte Grün alle Formen, die Felder, die Bäume in einem leichten Schimmer überzieht. Fast nur eine Ahnung von Grün und doch jeden Morgen sichtbarer. Irgendwie geht die Natur sehr behutsam vor - nichts geht zu schnell oder ist "zuviel" - auch in einem ganz eigenen wunderbaren Takt.


Meine Hornveilchen-Herde wird dank der guten Komposterde sicher bald wieder aus dem Sieb ausbrechen wollen und mein Rhabarber ist auch schon ganz Sonnen-verliebt.
Völlig hingerissen war ich von den vielen kleinen Vor-Osterlämmern, die ich auf dem Land gestreichelt hab und bei denen mir als Pflanzenfresserin kein Rezept durch den Kopf geht, höchstens, dass ich Ihnen den frischen Löwenzahn neide ;)))


Jedes Jahr stelle ich aufs neue fest (das der Keller mal wieder übern Winter nicht aufgeräumt wurde..., wenn die Sonne das erste Mal mit so ein bisserl mehr Kraft scheint, dass das doch die allertollste Jahreszeit ist.
Dann hätte ich gern viel mehr Zeit, um einfach nur neben meinen Hochbeeten zu sitzen und darauf zu warten, was da so durch die Erde bricht - jaaaa für soo etwas hätte ich Geduld. Oder einfach Himmel gucken, Eichhörnchen beim Klettern zuschauen, Schneeglöckchen beim Bimmeln zuhören und Kräutlein suchen für eine Handvoll Wildsalat ;)


Bis zum Wochenende bin ich sicher wieder "eingetaktet" mit der neuen Zeit - Grrr. Vielleicht geh ich heute einfach mal früher ins Bett und schlaf meinen Umstell-Jetlag aus.

Ich wünsche Euch eine wunderbare Woche voller Frühlingslicht und Frühlingsgefühlen

Liebste Grüße
Eure







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