Da bin ich wieder! Tiefenentspannt und 3-Gänge langsamer... Bereits im letzten Jahr habe ich diese Wohltat, eine Woche ohne Worte, für Seele und Körper entdeckt - dennoch war mein diesjähriges Schweigen ganz anders! Vielleicht war ich innerlich soo aufgewühlt, jedenfalls kam mein Geist ewig nicht zur Ruhe und ließ mich in den ersten Nächten gar nicht schlafen: soviel wollte da scheinbar mal bedacht werden ;)) und die Gedanken schubsten einander, so dass sie in wilden Haufen übereinander fielen und wenig Sinn ergaben... Tagsüber ertappte ich mich dann des Öfteren, dass ich vor mich hinsummte oder meine Gedanken gaaanz leise entschlüpften in Form von Flüchen: "Mist, Mist, Mist...!!" (als meine Wanderschuhe, ca. 3 kg Dreck über die blankgeputzten Stufen des Treppenhauses im Kloster verteilten) Ich war schweigend viel unterwegs, nahm meine Gedanken zum sortieren mit und kam mit aufgeräumtem Kopf wieder zurück. Aber auch leise fluchen geht ja einfach gar nicht in einem Kloster!!!
Auf meinen Spazier-Gedanken-Wander-Gängen glich die Natur oft meinem Seelenzustand: In dem Falle, neugierig sein wie ein junger Schwan, auf das, was da kommt...
Mein Kloster-Tagesablauf:
7:00 Uhr wecken
8:00 Morgenandacht
8:30 (schweigend) frühstücken
9:15 Tagesimpuls von Pater Reinhard
12:00 Uhr Mittag
15:00 Nachmittagsimpuls von Pater Reinhard
18:00 Abendessen
19:40 Abendandacht
In den Impulsen gab es ca. halbstündige Vorträge über Bibelstellen, die Pater Reinhard deutete und ins "Hier und Heute" übersetzte, dies verband er dann mit einer Frage, mit der er uns in den weiteren Tag schickte...das klingt alles sehr harmlos, ist es aber nicht. Die ganze Gedankenarbeit tritt ganz schön was los im Gefühlskästchen und macht erstaunlicherweise auch sehr hungrig! Über einen Spruch (aus den Sprichwörtern) denke ich immer noch nach. Da heißt es:
"Hingehaltene Hoffnung macht das Herz krank/
erfülltes Verlangen ist ein Lebensbaum."
Der Frage nachzugehen: Welche Hoffnung hat sich (noch) nicht erfüllt und hofft und hofft...? ist auch eine gute Anregung, um im alten Jahr doch noch Entscheidungen zu treffen. Ich finde zu dieser Frage einige Berührungspunkte: im Beruflichen wie auch in ganz persönlichen Themen.
Und da ist es dann so wie oben im Bild, solange es neblig ist, ist alles zwar still aber auch nicht wirklich sichtbar und greifbar...
Nicht dass ihr denkt, ich bin da nur mit düsteren Gedanken unterwegs gewesen... Es waren eher Gedanken, die tiefere Schichten erreichten als meine Alltagsgedanken. Und es gab auch viel heiteres, lebendiges im Nachsinnen. Alles hat seine Zeit...
Aus meiner Klosterwoche komme ich natürlich mit guten Vorsätzen zurück:
Mehr und öfter mir Zeit nehmen, um raus zu gehen und nach zu denken und weniger "Zeit totschlagen" mit Fernsehen. Ich will aufmerksamer mit mir und den Menschen sein (weil "achtsam" solch ein Modewort geworden ist, kann ich es schon gar nicht mehr verwenden)
Auch mal im Alltag ab und zu die Klappe halten!!! (Auch wenn ich zu allem eine Meinung habe und es besser weiß... ;)))
...
Und früher ins Bett gehen, wie im Kloster ;))
Und mich auf Weihnachten freuen! Das geschäftige Vorbereiten könnte man als Stress bezeichnen, muss man aber nicht... ich genieße es gerade!
Ich wünsche Euch eine lichterhelle Woche!
Und wenn der Nebel sich lichtet, wird das wundersame an Weihnachten sichtbar...
liebste Grüße
Kathrin