Sonntag, 4. Oktober 2015

Herbst-Einheits-Wochenend-Feiertagskuchen: Hildegard

Da hat mich doch seit einer Woche die "Rückenhexe" im Griff und schon kommt man per Zwangsverlangsamung zu solch wunderbaren Sachen wie: getrockneten Petersiliensamen abrebeln, Hildegard-Kuchen backen und endlichendlich mal wieder Blog schreiben.


Die Petersilie ist für mich eines der Lieblingskräuter in der Küche und wird gern handvoll-weise verschwenderisch verwendet. Da mir die Sträußchen im Laden zu mickrig sind, muss selbst gezogene her und dafür wird auch im nächsten Jahr mindestens ein Hochbeet-Quadrat "Petersilienfeld".

Zur Feier des Tages der Einheit gab es einen ganz herbstlich anmutenden Hildegard-Kuchen mit vielen Mandeln, laut Frau von Bingen: gut für die Nerven! Oh, Nerventonikum brauch ich neben Rücken-Heil auch. In den kürzer werdenden Tagen lässt die Energie spürbar nach.


Noch verwöhnt die Herbstsonne, aber ich ahne schon das große Nass-Dunkel dahinter. Aber die Erfahrung lehrt: Vorweg fürchten bringt garnichts, das Kommende kommt von allein: daher lieber Nase in die Sonne, Augen zu und Wärme tanken und Kuchen essen ;))
Das Rezept für den Hildegard Kuchen habe ich aus einem E-Book von Wighard Strehlow und aufgrund der Rosinen-Phobie von Mr. Urban White ohne all die kleinen süßen Schrumpeldinger gebacken.


Durch den kleinen Schuss Amaretto und dem ganzen Esslöffel Zimt duftete das ganze Haus... Hildegard-Kuchen isst man am besten noch warm, dann ist er einfach göttlich!

Für den Kuchen braucht man:
350 g Dinkelmehl
200 g Butter (zimmerwarm)
200 g Rohrohrzucker o. brauner Zucker
2 Eier
1/2 Päckchen Weinstein-Backpulver
1 Prise Salz
2 EL Zitronensaft

Für den Belag:
300g Mandeln gemahlen (ich hab sie nur gehackt, das macht eine tolle Mandelkruste)
100 g Zucker
1 EL Zimt
2 EL Rosinen
10 ml (ein Schuß) Amaretto
1 Messerspitze gemahlene Nelken
Milch nach Bedarf

Ofen auf ca. 170 °C vorheizen

Am besten den Belag zuerst machen, dann alle übrigen Zutaten zu einem glatten Teig verarbeiten. 
Für den Belag die Mandeln ohne Fett leicht im Topf anrösten, dann den Zucker hinzu, der beginnt zu schmelzen, dann können Rosinen hinzu und Amaretto.
Mit Zimt und Nelken würzen und falls es noch nicht dickcremig genug ist, ein winziges Schlückchen Milch hinzugeben. Es sollte eine cremige Masse entstehen. Die Masse darf abkühlen, während ihr den Teig herstellt.
Den Teig in eine gefettete Form rund oder eckig, Mandelmasse obendrauf, mind. 1x Naschen, einige gehobelte Mandlplättchen drübersteuen und einige kleine Butterflöckchen ganz zum Schluß oben drauf - und ab in den vorgeheizten Ofen! Ungefähr 40-45 min backen bei 170°C.

Rausholen, im Garten ein Sonnenplätzchen finden, Tee kochen und mit dem warmen Kuchen ab in die Sonne!   
  

Sogar ein kleiner Borretsch blühte noch unerschrocken in der Altfrauen-Oktobersonne.
Mr. Urban White war so verwegen vorzuschlagen, das nächste Mal könne man den Kuchen doch mit ein bisserl Eiscreme begleiten...was da wohl die Hildegard dazu gesagt hätte!!!!
Mir schmeckt er so am besten, warm und voller Nervennahrung. Hmm...


Ich wünsche Euch einen ganz Herbst-sonnigen und Seelenwarmen Sonntag. Wir machen jetzt etwas ganz verwegenes - wir fahren zum Schweden, der hat heut Sonntags-offen (in der Woche komme ich ja sonst gerade nie dazu) und eigentlich brauchen wir ja auch (fast) nix....;))))


Allerliebste Grüße
Eure

Samstag, 20. Juni 2015

Steinzeit - Schwarz aber auch viel Weiß

Nee, ich entschuldige mich jetzt mal nicht tausendfünfzehn Mal, warum hier seit Februar kein neuer Post erschienen ist - da kam einfach sooviel Leben dazwischen. Diejenigen, die von Euch immer mal wieder vorbeikucken kamen, sind mir hoffentlich nicht gram...
Und heute morgen juckte es mir einfach doch in den Fingern und ich warf erstmal meinen Samstags-To-Do-Plan hinaus in den Regen und suchte in aller Ruhe die schönsten Steinbilder aus dem Istrien-Urlaub raus.

 
In unserem diesjährigen Urlaub hat es uns ins verwunschene Istrien verschlagen. Das wollte erwandert und gekostet werden...ich sag nur: Wildspargel!!! Und jeden Tag summten und murmelten diese wunderbaren alten Steinmauern vor sich hin und zogen mich völlig in ihren Bann. Da entstand dann auch schon die Idee, die Bilder in schwarz/weiß zu zeigen - damit sich das üppige Grün nicht zusehr in den Vordergrund drängelt.
Für meine Großstadt-Augen war die voll im Frühlingssaft stehende Natur reine Augen- und Seelentherapie - aber das Leise, die Steine, das nur scheinbar Unscheinbare sah ich trotzdem und will es gern mit Euch teilen.



Was wüssten all die Steinmauern zu erzählen, die sich endlos über Wiesen und alte Weideflächen ziehen? Was haben die alten Steinhäuser schon erlebt mit all den Menschen, die dort lebten und leben? Wenn ich durch die Straßen ging, flog mich ganz automatisch das Gefühl an, in der Zeit zurückversetzt zu sein - manchmal mit leichtem Schaudern und manchmal war es aber auch so, als wenn ein lang verklungenes Lachen zu hören war...


Über die Zeit lässt sich angesichts dieser Umgebung herrlich philosophieren - warum sie ständig schneller zu werden scheint und doch auch still steht (meist Montags) und doch nie aufhört - unsichtbar und doch hinterlässt sie an mir und den Steinen Spuren...


Die Menschen in Istrien haben wohl seit Jahrhunderten eine besondere Beziehung zu IHREN Steinen - so war zu lesen. Nicht dass die Steine dort besonders kunstvoll behauen oder unglaublich farbig wären - sie sind schlicht und in ihrer kragen Schroffheit irgendwie auch lebendig. Im Landesinneren finden sich noch Relikte alter Hirten-Rundhäuser - die Kazun. Sie sind ohne weitere "Zutaten" gebaut - nur Stein auf Stein und zwar so präzise, dass auch durch das Dach kein Regen hineindringt. Jeder Stein wurde sorgfältig ausgesucht und an seinen Platz gelegt, mal brauchte es einen schmalen mal einen dickeren Stein - trotz der Notwendigkeit, sich so ein Haus zu bauen - zeugen die Steine von einer Art Meditation, die beim bauen sicherlich entstanden ist.


Die Kazun sind nur "Manns- oder Frau-hoch" - man muss sich bücken, um hinein zu gelangen...

Aber nicht nur wandern und philosophieren ließ es sich gut, sondern auch essen. Neben den versteckt wachsenden Trüffeln bietet Istrien auch unglaublich leckeres Olivenöl und wie schon erwähnt Wildspargel, der sehr dünn, grün und...so unscheinbar ist, dass es ein geübtes Auge braucht, um ihn wildwachsend zu entdecken. Ich hab ihn mir von einem alten Mann zeigen lassen, der schon ein ganzes Bündel dieser wilden Köstlichkeit in der Hand hielt und an einer dieser alten Steinmauern nach diesem edlen Gemüse suchte.
Und ihr könnt Euch sicher vorstellen, wie die Kombination aus Olivenöl, Spargel und Trüffeln schmeckt...


Beim Schwelgen in den kulinarischen Erinnerungen könnt ich glatt schon wieder Hunger bekommen...
Zurück zu den Steinen und der Zeit: Es ist doch auch sehr... tja beruhigend? beängstigend? angesichts der Steine zu wissen, dass diese schon lange vor mir dort waren und lange nach mir auch noch genauso diese Mauer sein werden, dieses Haus...diese Treppe. Wenn ich den Stein anfasse, dann fühlt er sich so unschuldig an, so als wüsste er nicht, dass er mir zeitlich weit überlegen und geschichtlich um einiges schwerer ist...


Zurück ins Hier und Heute: da wartet ja noch meine To-Do-Liste! Aber es war schön, endlich mal Zeit gefunden zu haben, um mal wieder einen Post zu schreiben...Tja und da ist ja schon wieder ein Gedanke, über den es lohnt nachzusinnen: Kann man Zeit finden? ...oder verlieren?

In diesem Sinne wünsche ich Allen, die sich mal wieder hier her verlaufen haben, dass Ihr Eure Zeit genießt und Euch Zeit nehmt, für all das, was Euch glücklich macht! 

Alles Liebe, Eure




Sonntag, 15. Februar 2015

Heute lag schon Frühling in der Luft

Morgens hockte noch der Rauhreif in den Schattenecken im Garten und doch war zu ahnen, dass die Sonne sich heute wohl richtig anstrengen würde - sie flutete nur so durch die Fenster und zeigte sehr deutlich, dass Frühjahrsputz auch mal wieder dran wäre...;))


Über die Woll-Maus-Populationen unterm Sofa und wintermüde Fenster sah ich großzügig hinweg, schließlich habe ich gerade den Tochter-Hund in Pension und wir waren uns einig, dass wir lieber eine morgendliche Runde im nahen Park drehen würden.

Unser Park in der Nähe hat einen berühmten künstlichen Hügel - den sogenannten "Fliegerberg" ließ Otto Lilienthal für seine Flugversuche errichten.


Der Fliegerpionier sprang und segelte auch von anderen Hügeln aber eben auch hier vor meiner Haustür.
Man hätte noch etwas mehr gärtnerische Phantasie in die Parkanlage fließen lassen können, aber ich bin ja für jedes nahe Grün dankbar ;))


Bella liebt es diesen Hügel hoch und besonders ihn wieder hinunter zu jagen. Zwischendurch bleibt mir Zeit, um über die angrenzenden fremden Gartenzäune zu linsen, was sich da schon Frühlingshaftes tut. So "Garten-kucken" übern Zaun ist auch so eine Leidenschaft ;))
In fremden Gärten blühen schon ganze Schneeglöckchen-Teppiche - bei mir bimmeln leider nur einige wenige sehr zarte Exemplare leise vor sich hin.


Wieder im Warmen saß Frau Sonne immer noch im Wohnzimmer auf dem Sofa und verbreitete gute Laune. Beim gemütlichen Kaffee mit einer dieser schönen dicken Gartenzeitungen auf den Knien, schielte ich immer wieder nach draußen: "...ich könnte doch schon mal ein bisschen harken?? Da liegt doch noch genug olles Laub, meine Blümchen brauchen doch Licht und Luft...und meine Finger mal wieder Erde..."


Aber da es draußen noch sehr karg und wintermüde und so überhaupt nicht grün ausschaut, zeige ich Euch lieber noch ein paar Drinnen-Bilder ;) Von Tulpen kann ich im Vorfrühling fast nie genug bekommen und diese wunderschönen mit schwarzem Inneren bekam ich gestern von einer lieben Freundin. (Jaaa, das kleine Weihnachtssternchen daneben wandert auch bald wieder in sein Kistchen in den Keller)


...und diese sehr skandinavisch anmutende wunderschöne Schale samt grüner Vitaminexplosion stammt von einer anderen lieben Freundin (nee, ich hatte nicht Geburtstag, es gab was berufliches zu feiern;))


Am Nachmittag saß ich dann tatsächlich schon in meinen Beeten und freute mich an den dicken schlummernden Knospen von fetter Henne, den kleinen roten Knubbeln der Pfingstrose und den zarten Hälmchen von Krokussen und Co. Habe die Pflänzchen vom alten moderigen Eichenlaub befreit und Kiefernnadeln aus dem Lavendel gepflückt... Bisschen eingerostet fühlte ich mich dann aber schon, völlig ungewohnte Haltung mal wieder im Beet zu hocken ;))) Das gibt Muskelkatze ;))
 

Jetzt mit Glas Wein und Füße hoch fühlt sich der erste Frühlingstag so richtig "rund" an. Boah, bin ich müde!!!
Schön, dass Ihr vorbeischaut, auch wenn es in letzter Zeit hier etwas ruhiger ist...
Ich wünsche Euch eine frühlingshafte Woche!!! Lasst Euch verführen von den kitzelnden zartwärmenden Sonnenstrahlen, den verliebt trällernden Vögeln und den mal wieder lächelnden Menschen ;))

Alles Liebe Eure






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