Samstag, 23. August 2014

Was tun? ...was tun!

Immer gibt es was zu tun... oft Alltags-Pflichten, manchmal Schönes. In der Woche komme ich vor lauter Alltags-Hin-und Her, das mich zwischen Arbeit und Haushalt pendeln lässt, kaum dazu, mich am Garten zu freuen. Der hat längst den Sommer-Blüh-Zenit überschritten, aber dennoch...noch gibt es herrliche kleine Blühinseln, die ich zwischen Montag und Freitag viel zu wenig würdige und die trotzdem einfach da sind, ob ich nun schaue oder nicht. Wie z.B. auf der alten Bank vorm Haus, auf der sich allerlei Töpfe sammeln und wo immer mal auch das ein oder andere Küchenkraut, wie das lilablühende wilde Basilikum, zwischengeparkt wird.

 
Auf der Bank tummelt sich so einiges: ein kleiner selbst gezogener Olivenbaumsteckling, der Würzelchen bekommen hat. Nun sitzt er dort in seinem "Kindergartentopf" um zu wachsen, dann ist da noch meine unverwüstliche Geranie, die ich seit Jahren habe und die fleißig in weiß-rosa Lollipop-Farben blüht, wilder Basilikum, bisschen Heidekraut und unverwüstliches Zimbelkraut ...tja und ganz hinten, schon unscharf, müht sich eine Wicke an meiner "Wicken-Lampenschirm-Kletterhilfe" ab und will und will nicht blühen... Was da zu tun bleibt? Daumendrücken für die Wicke und freuen an den Blühfleißigen!!


Heute gab es aber auch etwas ganz Neues und "Noch-nie-dagewesenes" zu tun, weshalb ich auch einige Zeit Anlauf brauchte, um mich ranzutrauen. Heute wurde Wolle gewaschen! ... die habe ich von den Schafen meiner Land-Freundin. Und die Tipps, wie ich denn nun Wolle wasche ohne dass es gleich Filz wird, habe ich von der wunderbaren Birgit (olann-wolle.blogspot.de) die ja mit Wolle zaubern kann...
Neben dem vielen Wassereimer schleppen, was schon der Hauptteil der Arbeit am Wolle waschen ist, habe ich auch alles zu sehr Verdreckte und Verfilzte rausgezupft...und  immer wieder Wolle sacht ins Wasser drücken - eine fast meditative Angelegenheit.


Sie ist so fluffig sanft-weiß, dass ich sie wahrscheinlich gar nicht färben werde...obwohl mich das natürlich auch brennend interessiert, welche Naturfarben durch Pflanzenfärbung entstehen. Was ist zu tun? Warten!!! Der Wolleberg muss trocknen... das dauert noch etwas. Also ab ans Alltagsgeschäft: Wäsche waschen. Gott sei Dank muss ich das nicht per Hand tun ;)) Aber solange es das Wetter erlaubt, hänge ich sie in den Garten. Ich liebe diesen "Frische-Luft-Wäsche" Geruch!!!


Abends nach der Arbeit, bin ich mindestens zweimal die Woche auf meinem Acker. Dort wächst und reift es, das es die helle Freude ist. Bis auf ein bisschen Hacken und Unkraut im Schach halten, habe ich nichts getan und trotzdem werde ich reich beschenkt mit Gemüse. Was gabs heute zu tun? 
Zum Einen: Vegetarische Schmorgurken kochen...für mich DAS Sommergericht, der Duft von frischen Dill haut mich immer um! Und zum Anderen: es gab noch Mangold einzufrieren. Der wird später, im Winter, in ein herrliches Pilz-Mangold-Risotto wandern. Die feinen Kartöffelchen halten sich im Tonkrug und der Salat kommt morgen Abend auf den Tisch.


Und zack die wupp ist es Abend! Nix da mit Füße hochlegen! Heute gehts ins Konzert! ...ein kleines feines Clubkonzert eines nordschwedischen Singer Songwriters, dessen Musik und Texte zu Herzen gehen und der in diesem Jahr zu seinen Konzerten mit dem Fahrrad fährt und für jeden Kilometer für ein Projekt (Arche noVa.e.V.) spendet, das sich für sauberes Trinkwasser einsetzt. In vielen Ländern ist das keine Selbstverständlichkeit. Ich könnte mich fast als Groupie bezeichnen, denn das ist das 4. Mal, dass ich Stefan Johansson im Konzert höre und jedes Mal begeistert bin!!! Wer mal reinhören will: The road of the peaceful warrior  

Und wenn ich derzeit die Weltnachrichten verfolge und an all die Konfliktherde über die man spricht wie Gaza, Nordirak und Ukraine und an all die, über die man nicht spricht, denke - dann überkommen mich neben Ohnmacht und Wut so Gedanken wie: Was kann man und ich nur tun, damit Menschen aufhören, Krieg zu führen. Warum können wir Konflikte wegen religiöser Unterschiede, existierende Ungerechtigkeiten oder Missverständnisse nicht einfach friedlich lösen???  Da gibt´s ne Menge zu tun! Für sauberes Wasser zu spenden, ist nur ein Anfang...


Nachdenkliche Grüße ins Wochenende...

Eure


Nachtrag: 

Wer im "Süden" (also von mir aus gesehen) wohnt, kann Stefan Johansson noch auf Tour erleben:
(kleine Auswahl) 
Fr.29.08. Dresden; Kulturkirche Weinberg
Mi. 24.09. Zwickau, Alter Gasometer
So.28.09. Coburg, Haus Contakt
Di. 30.09. Fürth, Kofferfabrik

...wirklich empfehlenswert!! Lieder zwischen "Heim- und Fernweh" , altschwedische Volkslieder mit Pop und Rock-Poetischen Anklängen und ab und zu Sitarbegleitung!!!   



   


Sonntag, 10. August 2014

Ich bin wieder zurück aus meinem ... Sommerloch

Hui...soo lange war ich nicht hier, dass ich garnicht bemerkt habe, dass bei Blogger schon wieder irgendwas umgestellt wurde, so dass ich kaum in meinen eigenen Blog kam...tststs!!!!
Nun ist das süße Faulenzerleben vorbei, der Alltag und die Arbeit hat mich wieder...aber noch gibt es morgens auf dem Fahrrad so ein ...sommerlaues Leichtigkeitsgefühl. ...und abends auf dem Nachhauseweg duften Scharfgarbe und Goldrute eine Ahnung herbstlich herb...sind wir eigentlich schon in den Hundstagen?


Mit meiner neuen "Gazelle" (mein geliebtes altes Fahrrad haben böse Langfinger vor 6 Wochen geklaut) habe ich im Urlaub das Umland erkundet. Vorbei an Feldern auf denen das Brot noch reift, vorbei an stillen Waldseen...und ab und zu anhalten, wenn es interessante Orte, wie kleine unverhoffte Antikläden zu besuchen galt. Leider kann man auch auf einem Hollandrad im Körbchen keine alte wunderschöne Milchkanne oder Zinkwanne mitnehmen... (das hatte ich beim Kauf nicht bedacht!!!)


Und natürlich sind freie Tage dazu da, um liebe Freundinnen, vorzugsweise auf dem Land, zu besuchen.
...und da "nur" in der Sonne sitzen und Kaffee trinken nicht so unser Ding ist, (Wir brauchen auch ein Projekt!) wurden Sauerkischen gepflückt, um Saft und Marmelade zu kochen und fürs dolce vita wurde lecker Kuchen gebacken.  Und beim ausgiebigen Spaziergang über die Uckermärischen Hügel  
konnte dann auch noch über Gott und die Welt philosophiert werden, was für ein Sommer! Ich weiß garnicht wohin, mit all meiner Landsehnsucht...


...also so ein Aprikosenkuchen ist eine ganz feine Sache und wurde umgehend in meine innere Rezeptdatei aufgenommen! ...danke Dir, Uckermärkerin!!!


 Meinen Sommerurlaub verbringe ich nun schon seit Jahren ohne Herr Urban White...früher auf ausgedehnten Mutter-Tochter-Radtouren, später auf alleinigen Radtouren an der Küste...und dieses Jahr halt im brandenburgischen Umland, dass in all seiner oft herben Schönheit von mir wiederentdeckt wurde. Die Dörfer sind oft schlicht an einer Straße aufgereiht, die Dörfler am Anfang ebenso ländlich schroff (wie es mir oft nachgesagt wird) um sich dahinter in bezaubernde Weiten, sanfte Hügel und lauschig-mystische Wälder zu verwandeln. ...und so wandelbar oder facettenreich sind auch die Menschen, die dort leben.  


Und nach all meinen abwechslungsreichen Urlaubstagen fiel dann auch der Einstieg in die Arbeit garnicht soo schwer, schließlich kann ich einfach am Wochenende jederzeit wieder in meine "Urlaubsregion" entfliehen. 

Wo hat Euch der Urlaub hingeweht? ...was habt Ihr entdeckt?
Früher, nach den Ferien, mussten wir in der Schule als erstes einen Aufsatz schreiben über das "schönste Ferienerlebnis" - aber obwohl ich nicht weit weg war, gab es soviele "schönste" Erlebnisse:
  • nass bis auf die Haut nach einer Taufe im abendlichen Gewitterregen werden
  • am schönsten See Brandenburgs nach einem heißen Tag ankommen und feststellen, dass ich meinen Badeanzug vergessen hatte...
  • oder... in einem kleinen Radgeschäft in Kreuzberg bei einer kundigen Verkäuferin meine "Gazelle" finden, sich auf den ersten Blick verlieben...und kaufen.

Einen schönen Start in die Woche wünscht Euch








Montag, 7. Juli 2014

Zum Glück brauch` ich Meer...

Nach Nordseeland jetzt wieder Ostsee von der anderen Seite...ich liebe sie einfach, egal an welchem Strand mir das Wasser auf die Füße schwappt.
Das Wochenende, das uns mit einem kleinen Hochsommer-Appetithäppchen fütterte, verbrachte ich als "Mädels-Wochenende" auf einem kleinen Segelboot auf der meist windstillen aber verführerisch glitzernden Ostsee mit Kurs Richtung Hiddensee...  Meine Tochter hat das unverschämte Glück, ein Segelboot uneingeschränkt nutzen zu dürfen. Drei Damen auf einem Boot mit reichlich Zeit zum Trödeln, Quatschen und Frauenzeitschriften laut vorlesen ...;)))


Bella mag Häfen lieber als "open water"... am Hafen gab es noch andere Bootshunde, mit denen man so seine Erfahrungen austauschen konnte. Und für alle Seglerinnen unter euch: Meist "flitzten" wir mit 2 Knoten übern Teich...also brauchten wir entsprechend lang, aber das war ja der Sinn - Zeit haben!!!!
Verblüfft stellten wir fest, dass so Sonntags-Seglerinnen wie wir sich auch auf der Ostsee verfahren bzw. falsch abbiegen können. Den Blick seit Stunden fest auf das Ziel der Träume: Hiddensee gerichtet, bogen wir fast in den falschen Hafen ab...


Wer schon einmal auf Hiddensee war, weiß ja schon anhand der Bilder wo wir gelandet sind - da gibt es nicht sooo viele Orte... diese kleine überschaubare Insel hat kurz vor dem Ferienansturm an diesem Wochenende noch einmal Luft geholt, sich fein gemacht und ihren Charme spielen lassen...Ich kann es dann nicht verhindern, mir vorzustellen, wie es wäre auf solch einer Insel zu leben...


Wie??? Einige waren noch nicht da und fragen sich jetzt, wo zum Kuckuck ich gewesen bin? Na, in Vitte! Mit Hafen auf der einen und dem Strand in 5 Minuten Fußweg auf der anderen Seite ... die Insel ist an der Stelle ziemlich schmal. In das "große Wasser" habe ich nur mal einen Zeh gesteckt, viiiel zu kalt...auf der anderen Seite, wo das Wasser von Rügen, Hiddensee und Festland eingeschlossen ist, war es fast badewannenwarm.
Vom Strand aus schaut man Richtung Dänemark...da schließt sich der Kreis ;)


So ein Wochenende fühlt sich schnell wie Urlaub an... Zeit wird relativ. Und schnell hat man vergessen, dass man nächsten Tag wieder heim fährt.


Mit einem Kaffee an Bord sitzend, verzauberte mich am Morgen unsere süße Bootsnachbarin beim Enten füttern...und Bella schaute interessiert zu.



Auf der Rückfahrt ankerten wir kurz vor Stralsund, um "Fische zu vertreiben" wie meine Tochter es nannte. Also ins Wasser hüpfen, wild rumstramplen, paar Züge hin- und herschwimmen und einfach diese herrliche Kühle zu genießen....und natürlich haben wir vorher die Badeleiter ausgeklappt, denn es gab ja mal diesen furchtbaren Film "open water"...


Die kleinen bunten Katamarane starteten am Tag vorher zur Regatta und wurden tags drauf in ihren Hafen zurückgezogen, da der Wind bzw. das Lüftchen aus der "falschen" Richtung kam.

Völlig tiefenentspannt mit Ostseesalz im Haar startet es sich viel leichter in die neue Woche.
Und mir fällt auf, dass das Sommerloch-Phänomen mich wieder gepackt hat - ich werde wohl nur unregelmäßig dazu kommen, einen Post zu schreiben. ich bin zu sehr mit "Sommer genießen", auf dem Acker sein, Beeren pflücken, Freunde besuchen... beschäftigt. Spätestens zum Herbst gelobe ich dann wieder Besserung... versprochen!


...da sich Montage irgendwie immer schwer anfühlen, hab ich mir mit den Bildern den Wochenbeginn etwas leichter gemacht...hach, schön war`s!!!!

Ich wünsche Euch eine wunderbare Woche und lasst Euch vom Sommer, egal wie er sich zeigt, verzaubern!


Alles Liebe
wünscht Euch


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